Slow Living: So holt man sich die Natur in die eigenen vier Wände

Kaum ein Trend hat die Gesellschaft in den letzten Jahren so zum Nachdenken gebracht: Nachhaltig leben ist angesagt, schärft aber auch unser Bewusstsein für die Umwelt. In Zeiten des Massenkonsums, in denen die natürlichen Ressourcen der Erde enorm strapaziert werden, geht ein Ruck durch Teile der Gesellschaft. Bewegungen wie Slow Food oder Slow Fashion legen Wert auf  Lebensmittel und Materialien, die ebenso ökologisch wie sozialverträglich produziert werden. Auch in aktuellen Wohntrends spiegelt sich dieses veränderte Bewusstsein wider: Slow Living legt den Fokus auf Nachhaltigkeit – und auf die Besinnung auf sich selbst.

 

Langsamkeit ist eine Kunst

Bewusstes Leben – so lässt sich Slow Living ins Deutsche übersetzen. Gemeint ist damit eine Entschleunigung vom stressigen Alltag, in dem wir möglichst schnell auf alles und jeden reagieren müssen. Dabei kann man schon einmal die eigenen Bedürfnisse aus den Augen verlieren. Das Zuhause in eine Umgebung zu verwandeln, in der wir unseren Akku wieder aufladen können, ohne dabei die Umwelt zu belasten – das ist die Idee der Einrichtungstrends für die Zukunft. Die Wohnung wird zur Wohlfühloase, in der man den Erfolgsdruck der Gesellschaft hinter sich lässt und sich ganz auf sich konzentriert.

 

Doch wie schafft man einen solchen Rückzugsraum? Die Einrichtung sollte so wenig wie möglich ablenken, sondern vielmehr eine Atmosphäre erzeugen, in der man den Gedanken freien Lauf lassen und sich von Arbeit und Freizeitstress erholen kann. Das beste Vorbild dafür ist die Natur, die nicht umsonst ein beliebter Rückzugsort für Stadtmenschen ist. Und so drehen sich die Einrichtungstrends für das kommende Jahr vor allem um natürliche Materialien und Farben, die geradezu den Eindruck vermitteln, man befinde sich im Freien.

 

Tipps für die Einrichtung

Naturbelassene Materialien wie Holz, Kork, Stein oder Schiefer sind beim Slow Living die Hauptdarsteller. Besonders Holz schafft es, eine gemütliche Atmosphäre zu vermitteln, ohne gleich altmodisch zu wirken. Es lässt sich auf vielfältige Weise in die Wohnungseinrichtung integrieren. Als Fußboden ist Holz – sofern es fachgerecht versiegelt wird – ein strapazierfähiger und pflegeleichter Belag. Die verschiedenen Holzarten und Maserungen lassen viel Spielraum bei der Gestaltung. Auch Massivholzmöbel werden immer beliebter. Einige Anbieter, wie zum Beispiel Massivum, haben ein großes Sortiment an Holzmöbeln für alle Wohnbereiche. Als nachwachsender Rohstoff ist Holz der Inbegriff für nachhaltiges Wohnen.

 

Darauf abgestimmt sind beim Slow Living die Farbtöne von Polstermöbeln, Dekorationsartikeln oder Wänden: Matte Grüntöne können den Eindruck unterstreichen, man befinde sich draußen in der Natur. Die Farbe Grün übt im Gegensatz zu aktivierenden Tönen wie Rot eine entspannende Wirkung auf den Betrachter aus. Die verschiedenen Grüntöne lassen sich gut mit hellen Akzenten kombinieren: Hellgelb oder Apricot zum Beispiel unterstützen den Fluss positiver Gedanken und sorgen für einen Gute-Laune-Effekt. Pflanzen, die in den verschiedenen Räumen arrangiert werden, runden das Gesamtbild ab.

 

Sich selbst wahrnehmen

Doch Slow Living ist weit mehr als die Einrichtung eines Rückzugsraums mit naturbelassenen, nachhaltigen Materialien. Vielmehr sollte man sich in allen Lebensbereichen in Gelassenheit üben – also etwa darauf achten, Entscheidungen bewusst zu treffen und die schönen Seiten des Lebens stärker wahrzunehmen. Wenn man den materialistischen Lebensstil hinter sich lässt, dann sieht man bald die Vorteile einer einfachen und nachhaltigen Lebensweise. Und die Nähe zur Natur, ob draußen oder in den eigenen vier Wänden, kann dabei helfen, das Leben auf eine neue Art und Weise zu erfahren. 

 

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