Das Glas ist immer halbvoll

Foto: BrauerPhotos © M.Nass

Schauspielerin Nova Meierhenrich im Disy-Gespräch

 

Sie wirken immer gut gelaunt. Woher kommt das?

Meierhenrich: Ich glaube, dass die Energie, die man ausstrahlt auch so zurückkommt. Ich habe wahnsinnig dunkle Jahre gehabt. Die Jahre, in denen mein Vater schwer krank war und dann gestorben ist. Grundsätzlich bin ich aber ein sehr positiver Mensch und versuche, das Glas immer halb voll zu sehen. Das funktioniert gut!

 

Was haben Sie aus der schweren Zeit gelernt? Fehlt Ihnen etwas?

Meierhenrich: Ich halte es für wichtig, im Augenblick zu leben. Jetzt im Augenblick bin ich glücklich. Aber natürlich gibt es immer Dinge, die man sich wünscht. Vielleicht wird das Thema Familie für mich noch einmal aktuell. Aber ich bin schon glücklich, wenn ich morgens aufstehe und weiß: Ich bin gesund und alle meine Lieben ebenfalls. Ich habe einen tollen Freundeskreis, ich habe Menschen in meinem Leben, die mir wichtig sind. Das macht mich zufrieden.

 

Wie wichtig ist die Familienplanung?

Meierhenrich: Es passiert, wenn es passiert. Es gibt für nichts den richtigen Zeitpunkt. Man muss das Leben so nehmen, wie es kommt. Ich habe gelernt, im Hier und Jetzt zu leben. Wir Mädels müssen uns was das Kinderkriegen angeht auch keinen Druck machen. Das ist doch heute viel entspannter als noch vor 20 Jahren.

 

Haben Sie Mr. Right schon gefunden?

Meierhenrich: Es ist schwer genug, Beziehungen zu führen. Und in unserem Beruf ist es umso schwerer, da man ständig unter Beobachtung steht. Jeder will seinen Senf dazugeben und urteilen, ob Derjenige jetzt gut für dich ist oder nicht.

 

Wie kam es zu der Gründung der Herz Piraten?

Meierhenrich: Ich bin seit vielen Jahren in viele Charity-Projekte involviert, beispielsweise als Schirmherrin. Aber es kam immer wieder vor, das man sich gesagt hat: Das könnte ich anders und besser machen. Uns war es bei den HerzPiraten sehr wichtig, dass wir eben nicht das Geld in den Vordergrund stellen, sondern die Kinder an sich. Ich selbst habe einen Großteil meiner Kindheit im Krankenhaus verbracht, da ich seit meiner Geburt schwer und chronisch nierenkrank war. Ich hatte damit bis zu meinem 16. Lebensjahr zu tun.

 

Spüren Sie von der Krankheit heute noch etwas?

Meierhenrich: Ich muss nach wie vor auf gewisse Dinge achten, aber ich muss zumindest keine Medikamente mehr nehmen. Ich weiß also aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, wenn man wegen einer Krankheit immer ein bisschen außen vor ist, nie richtig in den Klassenverband integriert ist und auch nicht alle Sportarten ausüben kann. Bei den herzkranken Kindern ist es genauso: auch sie können nicht alle Sportarten ausüben. Alles fing damit an, dass wir uns gesagt haben: Wir holen die Kinder für einen Tag aus der Klinik und machen mit ihnen einen schönen Segeltag. Denn Segeln ist nicht nur eine Sportart, die den Gruppengeist fördert, sondern sie ist auch gut für herzkranke Kinder geeignet.

 

Text: Andrea Vodermayr