Eine seltene Begegnung

Disy-Chefredakteurin Anja K. Fließbach traf Jogi Löw im Parkschlösschen in Traben-Trarbach. Lesen Sie Ihren Bericht in Zusammenarbeit mit Maximilian Walter über den Yoga-Fan und Pommes-Esser Löw!

Er schaut immer irgendwie an mir vorbei. Redet mit mir, überlegt, nickt, kurz streifen seine Augen die meinen, dann hängt sein Blick wieder rechts hinter mir in der Ferne. Trotzdem ist er voll konzentriert. Interessiert sich für mein Leben, meine Arbeit, fragt mehr als er antwortet. Und ich? Ich wundere mich über die gefühlte Nähe zum Bundestrainer, kenne ihn erst seit zwei Tagen, aber es kommt mir vor wie Jahre. Das ist sicher das Promi-Phänomen. Das hatte mir Mister Tagesthemen und inzwischen WDR-Intendant Tom Buhrow mal erklärt: "Die Zuschauer fühlen sich bekannt, fast befreundet mit einem, weil man scheinbar jeden Tag bei ihnen zu Hause im Wohnzimmer zu Besuch ist." So geht es mir mit Löw. "Sind Ihre Kinder nicht traurig, wenn Sie nicht bei Ihnen zu Hause sind?", fragt er mich. Wir stehen im Foyer des Parkschlösschen Traben-Trarbach. Ich antworte, dass sie manchmal, aber selten auch ohne mich auskommen müssen. Besonders natürlich, wenn die "Arbeit ruft". Jogi Löw hätte auch gerne Kinder gehabt, doch es habe sich bei ihm und seiner Frau Daniela nicht ergeben, über Kinderplanung nachzudenken. Aber er sei auch ohne Kinder glücklich. Mit seiner Frau ist er bereits seit 1986 verheiratet. Zusammen leben sie in einem kleinen Ort, etwa 20 Kilometer südlich von Freiburg, unweit seines Geburtsortes Schönau. Er lernte Daniela in Freiburg an der Berufsschule kennen, wo er mit 17 eine kaufmännische Lehre begann. Seit dem sind die beiden unzertrennlich. Auch wenn man sie selten in der Öffentlichkeit antrifft. Nur bei großen Fußballturnieren sieht man sie neben den anderen Spielerfrauen auf der Haupttribüne. Fußball ist überhaupt das Thema in Jogi Löws Leben. Schon als kleiner Junge spielte er mit seinen beiden jüngeren Geschwistern im heimischen Garten. Zumindest, wenn er nicht als Messdiener in der örtlichen katholischen Kirche half. Das Leben als Fußballer hatte Vor-, und Nachteile. Auf der einen Seite befriedigte es seine Reiselust, schließlich hat er mit der DFBAuswahl die ganze Welt gesehen. Andererseits bedeutet sein Beruf auch häufig Stress. Nach wichtigen Spielen oder großen Turnieren ist er besonders aufgewühlt. Sogar hier in Traben- Trarbach fällt es ihm anfangs schwer, los zu lassen. "Die Ruhe macht mich fertig", seufzt er und ich kann es ihm nachfühlen. Schließlich sind hier Handys unerwünscht und nur die wenigsten Zimmer haben einen Fernseher. Es ist sowieso eigenartig, dass dieser Mann, der auch hier stets stilvoll, zwar leger aber schick gekleidet ist, nicht gerade wild gestikulierend am Rande eines Fußballplatzes steht. Aber auch hier trägt er den unverzichtbaren Schal. Eigentlich spricht er nicht so gerne über sein Privatleben. Ich bin froh, dass er mir gegenüber entspannt und offen ist. Er gibt zu, dass er oft gestresst und unter Druck steht und Möglichkeiten für intensive Regenerationsphasen sucht. Da ist er hier im Parkschlösschen genau richtig. Er gesteht, dass er ein Yoga-Fan ist. Im trauten Heim entspannt er sich bekanntermaßen zudem gerne beim Radfahren oder Joggen. Er mag Musik von Udo Jürgens oder Dieter Thomas Kuhn, je nach Stimmung auch kubanische Klänge. Häufig ist er nicht daheim, aber wenn, dann meist mehrere Tage am Stück. Die Zeit mit seiner Frau genießt er in vollen Zügen. Dann entspannt er sich bei einem guten Buch, genießt einen Schluck Rotwein und gönnt sich auch schon mal eine Zigarette nach dem Essen. Daheim gibt es Spaghetti oder Putenschnitzel mit Pommes aus dem Vereinsheim seines Bruders. Und natürlich darf der Espresso nicht fehlen, zusammen mit einem leckeren Stück Kuchen. Hier im Parkschlösschen hält sich Joachim Löw allerdings strikt an die Vorgaben unseres Ayurveda-Arztes: Indisches ohne Fisch und Fleisch. Hier in Traben-Trarbach sollen Körper und Geist gereinigt werden. Daheim brauche er selten mehr als eine halbe Stunde im Bad, erzählte er mal, aber gutes Aussehen sei ihm wichtig. Dazu zählen auch Frisörbesuche alle fünf bis sechs Wochen. Sein Blick schweift umher. Das Ambiente hier wirkt beruhigend und entspannend auf uns. Auch Jogi Löws Zuhause soll in warmen Braun-, und Beigetönen gehalten sein. Das habe er selbst so eingerichtet. Und für Harmonie sollen zwei Fernseher sorgen. So kann er Fußball schauen, während seine Frau ihr Lieblingsprogramm sieht. Zu ihr verabschiedet sich Jogi Löw, der früher aus Traben- Trabach abreist als geplant. Die Ruhe... Er verabschiedet sich mit einem festen Händedruck, herzlich, lächelnd. Dann schweift sein Blick wieder in die Ferne. Er packt seine Papiere und eine Mappe unter den Arm und schlendert entspannt Richtung Parkplatz zu seinem großen, schwarzem Auto.

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