Zeigt her Eure Oldtimer

Oldtimer sind keine Autos, sie sind eine Leidenschaft. Immer mehr Dresdner gestehen ihre Affinität zu diesen besonderen Wagen, insgesamt sollen rund 2.700 Oldtimer in Dresden zugelassen sein. Doch auf den Straßen unserer Stadt sieht man sie selten. Vielmehr werden die guten Stücke in Garagen und hinter Zäunen gehegt und gepflegt, in speziellen Werkstätten wieder aufgepäppelt. „Oldtimer sind kein Gebrauchsgegenstand, sondern ein Hobby, für das man viel Zeit, Geld und Leidenschaft braucht“, so Oldtimer-Experte Thomas Richter vom „Dresdner Klassiker Handel“. Für die Disy haben Dresdner Oldtimerfans und Dresden-Gäste ihre Favoriten präsentiert.

Dieter Haas (52), Inhaber des Hotels und Restaurants „Elbterrasse Wachwitz“

Der Mercedes-Benz 300 SE ist für mich der klassische Inbegriff der damaligen Zeit. In meiner Kindheit fuhren Industriedirektoren, die vom „Wirtschaftswunder“ profitierten, diesen Fahrzeugtyp. Das Cabrio wurde im Juli 1967 gebaut und verfügt über eine hochwertige Lederausstattung. Mit 170 PS ist der Mercedes bisher 14.164 Kilometer gefahren. Die extravaganten Karosserieformen haben mich schon immer begeistert. Vor rund 30 Jahren war ich Besitzer eines „Citroen DS 23 i.e. Pallas“. Später galt mein Interesse alten Jeeps. Trotz meiner Leidenschaft zu Oldtimern war ich nie ein echter „Schrauber“. Aber ich habe einen Zwillingsbruder, der sich mit der Pflege dieser Schmuckstücke bestens auskennt.

 

Alice Martin (36), Weinhändlerin aus der Provence

Wenn ich den blauen „BMW 501“ fahre, fühle ich mich in die Vergangenheit zurückversetzt. In eine Zeit, in der die Frauen elegante Kleider und schöne Hüte trugen. In den 50er-Jahren galt der „Blaue Barockengel“, wie der BMW auch genannt wird, als Polizeiauto. Ein 3,2-Liter-V8-Motor bringt die Leistung von 140 PS. Doch die meiste Zeit verbringt das Fahrzeug in der Garage. Seit der Restauration ist er nur 4.000 Kilometer gefahren. Gebaut wurde er im Juli 1956.

 

Andreas Otto (33), Marketing- und Salesmanager des „Hotel Suitess“

Der Klang des Porsche 911 (930) Turbo ist unverwechselbar. Ich bin ein großer Porsche-Fan, weil mir die traditionelle Form dieser Marke gefällt. Das spricht für einen hohen Wiedererkennungswert. Das Fahrzeug wurde im Mai 1980 gebaut. Dieser Sportwagen verfügt über die damalige Vollausstattung, dazu gehören 300 PS und Ledersitze. Bis jetzt ist der Oldtimer 150.000 Kilometer unfallfrei gefahren. Ein Porsche ist nicht so anspruchsvoll wie andere Oldtimer. Trotzdem muss man auf fachgerechte Pflege und regelmäßige Wartungen achten.

 

Claudia Knötzsch (27), Schmuckexpertin bei „Konplott“

Ich lenke einen rot-weißen „Citroen DS 23 i.e. Pallas“. Er wurde im Mai 1975 gebaut und seit der Restaurierung ist er 44.500 Kilometer gefahren. Dieser Benziner verfügt über eine 5-Gang-Handschaltung und hat 126 PS. Die Form des Fahrzeuges ist einzigartig. Dieses Auto ist ein echter Blickfang. Was die Leute auf der Straße nicht wissen, ist, dass der „Citroen DS 23 i.e. Pallas“ nicht nur von außen ein Traum ist. Unter dem weißen Dach verbirgt sich ein Stoffhimmel aus feinstem Material. Die braunen Ledersitze sind sehr komfortabel. Servolenkung, Schiebedach und Radio machen die Fahrt noch angenehmer.

 

Eckart Schwarz (56), Geschäftsführer der Firma „Klassische Automobile Schwarz“

Seit 35 Jahren beschäftige ich mich als gelernter Mechaniker, mit der Instandhaltung und Restaurierung von „Oldtimern“. Vor 10 Jahren wurde das Hobby zum Beruf. In unserem kleinen Familienbetrieb „Klassische Automobile Schwarz“ in Possendorf führen wir mit einem kleinen aber fachlich erlesenen Team alle Instandhaltungs- Wartungs- und Restaurationsarbeiten an Oldtimern durch. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Reparatur und Restaurierung von Mercedes Old- und Youngtimern. Der hier von mir gefahrene Mercedes 280 SE/C/8 ist Baujahr 1968, hat 160 PS, sechs Zylinder und eine mechanische Benzineinspritzung. Der Erstbesitzer war übrigens Dr. Max König von „König Pilsener“.

Faszination Oldtimer

Thomas Richter ist der Geschäftsführer des „Dresdner Klassiker Handels“. Zusammen mit seinem Team aus Kfz-Mechanikern und einem Karosseriebauer verkauft, vermietet, restauriert und wartet er Oldtimer. In einem Interview erzählte er Disy über seine Leidenschaft zu den klassischen Automobilen.

Was fasziniert Sie an Oldtimern?

Einen Oldtimer zu fahren ist etwas ganz Besonderes. Es ist kein Gebrauchsgegenstand wie die heutigen Autos. Man setzt sich nicht einfach hinein und fährt los. Man muss den Ölstand im Auge behalten, im Winter sollte man sich Gedanken darüber machen, ob man die Batterie wirklich aufgeladen hat und ob sie durchhält. Wenn die Temperaturen unter null Grad fallen, ist es ein Wunder, wenn das Fahrzeug anspringt. Da ist „Autofahren“ noch ein Erlebnis. Oldtimer sind ein Hobby, für das man viel Zeit, Geld und vor allem Leidenschaft haben muss.

Wie alt muss ein Auto sein, damit es als Oldtimer gilt?

Mit 30 Jahren wird ein Fahrzeug zum Oldtimer.

Wie viele Oldtimer gibt es auf Dresdner Straßen?

Rund um Dresden sind ca. 2.700 und in Sachsen ca. 6.500 Oldtimer zugelassen.

Welche Marken bevorzugen die Dresdner?

Das hängt vom Geschmack der einzelnen Person ab. Wir verkaufen vorrangig Autos der Marken Porsche und Mercedes. Ersatzteile stehen den Werkstätten schnell zur Verfügung und sind einfach einzubauen. Die Fahrzeuge sind alltagstauglicher als andere Oldtimer.

Kennen Sie Oldtimerclubs in unserer Stadt?

Es gibt den „Käferclub Dresden e. V.“, der 1990 gegründet wurde. Seine Mitglieder veranstalten jedes Jahr zu Himmelfahrt ein Käfertreffen. Das älteste Fahrzeug dieses Vereins ist ein Brezelkäfer, Baujahr 1949. Seinen Namen hat das Auto, der geteilten Heckscheibe zu verdanken, die aussieht wie das Laugengebäck. Anfang der 60er Jahre wurde der „Motor-Veteranen Dresden e. V.“ gegründet. 2009 hat der Verein die „22. Dresdner Kfz-Veteranenfahrt“ organisiert. Für die Mitglieder dieses Clubs sind unsere Fahrzeuge höchst modern. Sie würden nie mit einem ihrer Autos in unsere Werkstatt kommen. Sie wollen unter sich bleiben. „50 Jahre Mini“ feierten 2009 die Mitglieder der „Miniclub Beanfamily Dresden“. Sie haben ihren Verein nach dem englischen Schauspieler Rowan Atkinson alias „Mr. Bean“ benannt.

Wie viel kostet der teuerste Oldtimer der Welt?

Ich weiß von einem Ferrari 250 GTO, der für 15 Millionen Euro an einen Unternehmer verkauft wurde. Es handelt sich dabei um ein sehr seltenes Exemplar. Von diesem Fahrzeugtyp wurden nur 36 Stück gebaut.