Ich bin so gerne auch mal böse

Foto: PR Ernst Dollwetzel

 

Moderator, Schauspieler und Synchronsprecher  Ernst Dollwetzel zu Besuch in der Disy-Redaktion. Routiniert und professionell tritt Ernst Dollwetzel auf. Kein Wunder, denn mittlerweile hat er über 30 Jahre im Show-Geschäft verbracht. Dabei hat er so ziemlich alles auf der Bühne gespielt. Ein Gespräch über sein Schaffen, Schauspielkunst und ausgefallene Uhren.

 

Können Sie uns etwas über Ihre aktuellen Projekte erzählen?

Dollwetzel: Ich machte vor kurzen die Moderationen von Jugendweihen in Dresden. Das mache ich schon seit 20 Jahren. Außerdem veranstalte ich regelmäßig Lesungen, bin seit 20 Jahren als Sprecher für Florian Silbereisens „Feste der Volksmusik tätig und habe eine Hör-CD für Kinder aufgenommen.

 

Haben Sie eine bestimmte Bühne, auf der Sie in Dresden gerne mal spielen würden? 

Dollwetzel: Das Boulevard-Theater ist eine Bühne, auf der ich noch nicht stand – zumindest nicht als Schauspieler. Dort zu spielen wäre eine sehr interessante Herausforderung. Auch in der Komödie würde ich sehr gern wieder spielen. Wenn es sich ergibt, dann natürlich auch in der Staatsoperette. Ich finde die Verbindung zwischen Gesang und Schauspielerei sehr faszinierend, daher würde es dort gut passen.

 

Gibt es eine Lieblingsrolle, die Sie gerne gespielt haben oder spielen würden?

Dollwetzel: Nein, nicht wirklich. Wenn ich aber so auf das Repertoire zurückschaue, das ich bisher spielen durfte, so ist die Rolle des Wurms in Kabale und Liebe einer meiner Favoriten. Normalerweise denkt man als junger Schauspieler, dass der Ferdinand die schönere Rolle ist. Den Wurm spielen zu dürfen, wie es sich dann in der Arbeit gezeigt hatte, war aber wesentlich interessanter. Man hatte mir diese Rolle nicht zugetraut. Den Bösewicht zu spielen, war eine schöne Herausforderung und ein toller Kontrast.

 

Was waren denn die bisherigen Highlights in Ihrer Karriere?

Dollwetzel: Das ist wahrscheinlich bei mir immer das Aktuelle. Ich habe mal dreieinhalb Jahre bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ mitgespielt. Das war eine sehr intensive Zeit, da ich damals gleichzeitig beim Fernsehen moderiert habe. Nachts bin ich nach Berlin gefahren, habe während der Fahrt meine Texte gelernt, die am nächsten Tag in den Berliner Studios abgedreht wurden. Verschiedene Filme, wie Polizeiruf, die Cleveren oder Wolfs Revier kommen noch dazu. Auch an meine Gastauftritte an der Dresdner Staatsoperette erinnere ich mich sehr gern. Das alles waren Highlights für mich.

 

Wie finden Sie Dresden?

Dollwetzel: Dresden ist sehr beschaulich, sehr schön, sehr kunstvoll. Ich bin sehr gerne hier. Ich habe auch eine Wohnung in Berlin. Dresden ist im Vergleich zu Berlin recht ruhig, das Leben dort ist viel agiler. Es ist für mich immer ein schöner Ausgleich wieder in Dresden zu sein.

 

Haben Sie Hobbys?

Dollwetzel: Ich bin ein wahrer Uhren-Freak. Ich sammele leidenschaftlich gerne Uhren. Die sind alle nicht übermäßig wertvoll, aber ausgefallen. Insgesamt habe ich über 20 in meiner Sammlung. Jede davon trage ich regelmäßig und sehr gerne. Früher bin ich Inline-Skates gefahren, stand auf Schlittschuhen. Bis vor kurzem joggte ich auch regelmäßig. Altersbedingt ist das nicht mehr so gut möglich. Jetzt fahre ich sehr gern Fahrrad. Hinzu gehe ich noch ins Fitness-Studio. Diesen Ausgleich brauche ich. Wenn man sich geistig auf der Bühne anstrengt, sucht man einen körperlich Ausgleich.

 

Unsere Disy-Abschlussfrage: Was haben Sie vom Leben gelernt?

Dollwetzel: Vor allem ist es wichtig, gerade im Alter für die Dinge, die einem das Leben bietet immer neugierig und offen zu bleiben. Man darf sich nicht versperren gegen Geschichten, die sich einem anbieten. Man sollte sich selbst austesten. Oscar Wilde hat mal gesagt: „Versuchungen sollte man nachgehen, wer weiß ob diese wiederkommen.“  

 

Ernst Dollwetzel

Der Dresdner Schauspieler, Sprecher und Moderator studierte Schauspiel in Berlin an der Ernst Busch Hochschule für Schauspielkunst. Nach dem Studium ging er für sechs Jahre nach Dresden ans Theater. Er spielte an der Staatsoperette, in Bautzen und in Freiberg. Zudem hatte er dreieinhalb Jahre eine Rolle in der Soap-Opera Gute Zeiten, Schlechte Zeiten. Als Sprecher ist er regelmäßig beim MDR und RBB zu hören.