Bald neuer Glanz im Schillergarten

Rekonstuktion von "Schiller" und der „Gustl von Blasewitz“

Die Mitglieder des Beirates vom SchillerGarten zu Dresden-Blasewitz trafen sich kürzlich zu einer ihrer Zusammenkünfte – diesmal im ehemaligen Kupferstichkabinett, der heutigen Hochschule für Bildende Künste. Disy war für Sie dabei.

Die Begrüßung der Mitglieder untereinander ist herzlich. Wie alte Freunde reichen sie sich die Hände. Es herrscht eine lockere Atmosphäre. In einigen Gesichtern sind die Vorfreude und Ungeduld auf das Kommende schon abzulesen. Denn hier in der Hochschule, im Atelier des bekannten Dresdner Bildhauers und Theatergrafikers Prof. Ulrich Eißner, entstehen auf Initiative des Beirates die Rekonstruktionen der Bildnisse von Friedrich Schiller und der legendären „Gustl von Blasewitz“, die zu Beginn der neunziger Jahre zerstört worden waren.

Bevor die Beiratsmitglieder jedoch einen ersten Blick auf die Skulpturen werfen können, lädt der Künstler sie noch zu einem kleinen Rundgang durch die Akademie ein. Nach einer guten halben Stunde geht es dann aber über den Innenhof des alten Gebäudes in das Atelier des Professors. Auf diesen Moment haben die Beiratsmitglieder gewartet. Auf dem Arbeitstisch stehen die zwar noch unfertigen, aber schon deutlich zu erkennenden Köpfe von Schiller und der „Gustl“.

„Seit etwa einem Monat arbeite ich an den Reliefs“, sagt Prof. Eißner, als der Beirat einen ersten Blick auf die Nachbildungen wirft. Die 44 Zentimeter hohen Modelle lassen die markanten Gesichtszüge des großen deutschen Dichters und die weicheren, weiblichen Linien der „Gustl von Blasewitz“ schon deutlich erkennen. Die einzigen Vorlagen für die Skulpturen aus Gips sind ein paar alte Fotografien, denn der einstige Künstler ist nicht bekannt und die zerstörten Originale können als Vorlage nicht herangezogen werden. „Mir persönlich ist es ein großes Anliegen, die Denkmale im SchillerGarten zu erhalten. Im letzten Jahr schon wurde die Schiller-Gedenksäule restauriert, nun die beiden Medaillons“, sagt Matthias Griebel, Vorsitzender des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz und ehemaliger Direktor des Dresdner Stadtmuseums, der sich beim Anblick der beiden Gipsskulpturen sehr zufrieden zeigt.

Auch der Vorsitzende des Beirates, Wolfgang Zimmermann, ist erfreut über den bisherigen Arbeitsstand. „Die rekonstruierten Medaillons werden mehr Besucher anlocken. Der SchillerGarten wird wieder einmal so werden, wie er in früheren Zeiten ausgesehen hat“, sagt er zuversichtlich. Im Atelier endet die Begehung der Akademie und die Mitglieder machen sich auf zum SchillerGarten, wo sie in der oberen Etage ihre Sitzung abhalten werden.

„Die öffentliche Enthüllung der beiden Medaillons findet am 9. Mai um 12 Uhr im SchillerGarten statt“, sagt Thomas Jacob, Inhaber des Restaurants, und kündigt vorab schon das geplante Programm an: „Neben zwei kurzen Reden von Matthias Griebel und Wolfgang Zimmermann über Schiller und die Gustl wird Tom Pauls in der ihm eigenen Art und Weise den Dichter zitieren.“ Wir dürfen gespannt sein!
 

Wer war die Gustl von Blasewitz?
Schiller & Dresden

Sandra Eulitz (Disy Men Frühling 2006)