Architekt, Kurator, Künstler

Es gibt Menschen, denen liegt die Fähigkeit zum Gestalten im Blut. Sie besitzen ein Gespür für die Umwelt, für Formen und ihre Wirkung auf die Menschen die sie nutzen. Bei Jens Heinrich Zander zeigte sich diese Fähigkeit bereits in sehr jungen Jahren. „Mit sieben wusste ich, dass ich Architekt werden möchte“, erzählt er bei unserem Treffen. Aber wie kam der gebürtige Dortmunder eigentlich zur Architektur? Nach dem Abi absolvierte er eine Lehre zum Bauzeichner. Danach hätte er sich für ein Studium in Berlin oder Weimar entscheiden können – ging aber nach Dresden. „Hier hat es mir einfach sehr gut gefallen und ich mochte das Aben teuer“, so Zander. 1992 startete er sein Studium. Im Gegensatz zu vie len Kommilitonen hatte er dank seiner Ausbildung bereits einiges an Erfahrung gesammelt. „Außerdem war es einfach ein toller Jahrgang. Alle Professoren waren neu und auf höchstem Niveau. Zudem hat te die Technische Universität einen sehr hohen Wissensstand bei den Grundlagen“, so Zander weiter. Dass er zuvor als Bauzeichner tätig war, verhalf ihm ebenfalls dazu, schon während des Studiums zu arbeiten. „Ir gendwann bat mich jemand, ein Haus zu entwerfen. So bin ich in Kon takt mit einem Bauingenieur gekommen mit dem ich lange Zeit ein Gemeinschaftsbüro hatte.“ Dies ermöglichte es ihm, an Dingen zu ar beiten, die normale Studenten sonst nicht zu sehen bekommen. Im Jahr 2000 machte er sein Diplom bei Prof. Ivan Reimann und gründete sein eigenes Büro: zanderarchitekten. Nach zwei Jahren wurde er Mitglied der Architektenkammer und 2007 wurde er in den Bund Deutscher Ar chitekten aufgenommen. Heute zählt sein Büro 15 Mitarbeiter. Zander ist die Nähe zu der Kunst sehr wichtig. Durch dieses In teresse entstand unter anderem der Kontakt zu Harriet und Peter Meining, zwei Regisseuren. Gemeinsam mit den Beiden entwickelte er Bühnenbilder u.a. für „Rosemaries Baby“, „Frankenstein“, „Tropfen auf heiße Steine“ und „Solaris“.

 

Der Ausflug in die Welt der Kunst war für ihn nichts Neues. 1997 setzte er für Adam Page das Projekt executive box für die documenta X um. Bis 2010 war er im Vorstand der Europäischen Werkstatt für Kunst und Kultur Hel lerau e.V. tätig. Seine Leidenschaft für Kunst zeigte sich auch 2009: Er initiierte und kuratierte die Ausstellung ArtSummer und betrieb bis Ende 2011 die Galerie zanderkasten. Mit dem Berliner Galeristen Alexander Ochs entwickelte er verschie dene Architektur- und Ausstellungskonzepte, für die Sammlungen von Michael Ringier und Ulli Sigg. Am liebsten ist ihm aber immer noch die Arbeit als Architekt. Im Moment sitzen er und mit seinem Team an der Planung für eine Ortserweiterung und einem Golfclub. Es soll die bestehende Golfplatzanlage auf 18 Löcher erweitert wer den. „Das Projekt soll dieses Jahr noch starten, so das im nächsten Jahr das neue Clubhaus eröffnet werden kann“, erzählt der Architekt. Die Wohnbebauung wird nachfolgend bzw. parallel errichtet. Ziel ist eine Symbiose aus Golfclub und Landschaft: „Die kultivierte Golflandschaft schiebt sich über den neuen Golfclub auf und zerknittert in seiner Dachlandschaft.“ Außerdem dringt der Landschaftsraum tief in das neue Wohngebiet ein, so dass sich den Besuchern, die im Landschaftspark spazieren gehen, ein fantastischer Blick auf den nahegelegenen Wald ergibt.