113. Beitrag: "Gandhis Heimat" (6. Mai)

Porbandar ist ein kleiner Ort an der Westküste Indiens gelegen und nur selten fährt ein Kreuzfahrtschiff dort hin. Die "Amadea"  war da auf ihrem Weg zwischen Mumbai (Bombay) und Muscat...
Der Blick vom Schiff ließ meine alten Indien - Erfahrungen wieder aufkommen. Es sah sehr ärmlich aus und schmutzig. Eine große Gruppe Männer saß im Schatten der Hafengebäude und blickte uns entgegen. Doch schon die kleine Gruppe Einheimischer, die an der Gangway die Passagiere begrüßte, ließ meine Stimmung besser werden. Laute indische Musik erklang und schöne Frauen in den typischen,  bunten Kleider schenkten uns Blumenketten und verbeugten sich gastfreundlich vor uns.
Die Kreuzfahrtleitung hatte Busse organisiert, die die Passagiere ins Zentrum brachten und die direkt am Geburtshaus von Mohandas Karamchand Gandhi, besser bekannt als Mahatma Gandhi, hielten. So unbekannt Porbandar auch war, der "Sohn des Ortes" erlangte Weltruhm.
Pobandar selbst liegt im indischen Bundesstaat Gujarat, der bekannt ist für seine Erdbeben (das letzte war im Oktober 2001 mit Zehntausenden Opfern). Zwei Drittel der Bewohner des Staates leben von der Landwirtschaft und der Weiterverarbeitung von Baumwolle.
"Porbandar ist noch das ursprüngliche Indien", hatte Kreuzfahrtleiter Christian Adlmaier am Morgen vorgewarnt oder geschwärmt, je nach Auslegung. Ebenso unterschiedlich nahmen die "Amadea" – Passagiere den kleinen Ort wahr. Die einen schimpften, dass es stinkt. Die anderen bezeichneten den Ort als "Müllkippe". Einigen gefiel die Bauweise der Häuser und alle waren begeistert über die Gastfreundschaft und die Herzlichkeit der Einwohner. "Diesen Landstrich muss man mehr mit dem Herzen sehen", hatte der Kreuzfahrtleiter empfohlen. Also Augen und Nase zu! Aber so extrem empfanden es nur wenige Passagiere. Die meisten waren welterfahren und hatte schon ähnlich arme Gegenden gesehen. Und was allen auffiel - die Inder hier wirkten zufrieden und glücklich.
Die Shuttlebusse hielten am Kirti Mandir, dem Gandhi - Haus. Hier wurde Mahatma Gandhi am 2. Oktober 1869 geboren und hier verbrachte er die ersten zwölf Jahre seines Lebens. Heute ist sein Geburtshaus mit einem Museum umbaut wurden. So erfuhren die Passagiere, nicht zuletzt durch die umfangreichen Informationen, die uns die Kreuzfahrtleitung zur Verfügung stellte, viel über den Mann, "dessen Seele groß ist". Mahatma, dessen Familie zur Kaufmannskaste gehörte, musste auf Wunsch der Eltern mit 13 Jahren heiraten, anschließende studierte er Jura in England. Er musste schwören, in England weder Frauen, noch Alkohol, noch Fleisch zu genießen. Gandhi machte sein Examen und kam durch ein Mandat 1893 nach Südafrika. Dort wurde er mit der Rassendiskriminierung der Inder konfrontiert und wurde zum Verfechter der Freiheit seiner Landsleute. Im folgenden Kampf, den Gandhi gewaltfrei führte, wurde er mehrmals festgenommen und inhaftiert. Gandhi kämpfte passiv gegen England und für Indiens Unabhängigkeit, was wir am Beispiel des "Salzmarsches" (gegen das Salzmonopol - Gesetz der britisch - indischen Regierung) erklärt bekommen. Nachdem Indien 1947 unabhängig wurde, erschoss 1948 ein fanatischer Hindu Mahatma Gandhi.
Noch heute leuchten die Augen der Inder, wenn sie über ihren Helden erzählen. Und was mir wieder und wieder im Gespräch mit indischen Menschen im Land und auch auf dem Schiff (viele Grüße an IT - Manager Ram) auffiel: Die Inder sind ein stolzes und selbstbewusstes Volk. Sie wissen um ihre Stärken und sie wissen, wie sie diese zu ihrem Vorteil einsetzen können. Auch aus einem leichten Groll heraus, der aus der Vergangenheit ins Heute schwappt und nach dem Motto "Wir zeigen es allen!" sind sie extrem motiviert, ihr Land voran zu bringen. Und dass wir mit Indien rechnen müssen, wissen wir nicht erst seit heute.
Spruch des Tages: "Reisende, es gibt keinen Weg. Wege entstehen beim Gehen." Antonio Machado
PS: Ich muss euch die Fotos nachreichen. Denn Freunde an Land, die zum Beispiel schnellere Internetverbindungen legen können, müssen sich erst einen "Termin" einrichten. Sie sind halt nicht mal schnell von einem Deck drunter in fünf Minuten zur Stelle. Aber ich hoffe, dass wir das bald in die Reihe bekommen.

Anja Fließbach: Sonntag, 6 Mai 2007, 22:57 Uhr

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