Soziale Netzwerke in Deutschland – Facebook verliert Nutzer, YouTube gewinnt leicht dazu

Facebook ist seit diesem Jahr nicht mehr das meistgenutzte soziale Medium in Deutschland – das Netzwerk wurde zum ersten Mal überholt, und zwar von YouTube. Zu diesem Ergebnis kommt der Social-Media-Atlas 2015/2016 nach der Befragung von 3.518 Internetnutzern ab 14 Jahren. Die Ergebnisse geben unter anderem Aufschluss über den Verlauf der vergangenen Jahre: Zwar besuchen noch 87 Prozent der Nutzer das Netzwerk von Mark Zuckerberg, doch konnte YouTube seine Marktanteile über die Jahre weiter ausbauen, wodurch das soziale Videonetzwerk mittlerweile auf einen Anteil von 88 Prozent kommt. Innerhalb von vier Jahren hat YouTube seinen Anteil um 4 Prozentpunkte erhöht, während Facebook im gleichen Zeitraum großen Schwankungen unterlag und innerhalb eines Jahres 6 Prozentpunkte verlor.

Aktive und passive Nutzer

Große Unterschiede gibt es auch beim Nutzerverhalten – der Anteil der aktiven Nutzer ist bei YouTube wesentlich geringer als bei Facebook. Bei Facebook gehören 34 Prozent der Nutzer zu den aktiven Content-Erstellern und posten regelmäßig Beiträge, Bilder oder teilen Verlinkungen auf ihren Kanälen – 53 Prozent der Nutzer tun das nicht und lesen lediglich die Beiträge ihrer Freunde. Dagegen laden nur 14 Prozent der Nutzer auf YouTube selbst erstellte Videos hoch, 74 Prozent gehören dagegen zur passiven Gruppe der Zuschauer die entsprechende Videos lediglich anschaut. Hochwertige Videos zu erstellen ist allerdings nicht ganz einfach, und das könnte auch die geringe Anzahl von Videoerstellern bei YouTube erklären. Diese Schwäche des Netzwerks hat sich innerhalb der letzten Jahre allerdings zu einer großen Stärke entwickelt. Mittlerweile gibt es viele "YouTuber", die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben und mit dem Video-Netzwerk Geld verdienen. Dadurch hat sich mittlerweile eine große Gruppe von Entertainern um das Netzwerk gebildet, die Nutzer täglich mit professionellen Videos versorgen – über eine solche Gruppe verfügt Facebook nicht.

Social-Media-Berufe

Geld verdienen die YouTuber über Product-Placements oder Empfehlungen, die sie in ihre Videos integrieren. Ebenfalls üblich ist der Verkauf von Fanartikeln aller Art, seien es T-Shirts, Kaffeetassen oder Autogrammkarten. Dabei agieren sie längst nicht mehr auf eigene Faust, sondern lassen sich von sogenannten YouTube-Netzwerken wie Mediakraft, Divimove oder Studio71 managen. Besonders die rechtlichen Aspekte ihrer Arbeit lagern sie aus, schließlich brauchen sie für jedes Video, das fremdes Film-, Musik-, oder Videospielmaterial enthält, eine ausdrückliche Erlaubnis der Urheber. Solche organisatorischen Dinge lassen Videoersteller fast vollständig von Netzwerken übernehmen und können sich dadurch voll auf die Erstellung von Videos konzentrieren.

 

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