Die erfolgreichsten Männer der Stadt

Männer und Erfolg - das wird seit jeher in der Gesellschaft erwartet. Ein guter Mann verdient viel Geld, fährt ein großes Auto und bietet seiner schönen Frau und den intelligenten Kindern ein luxuriöses Leben. Doch wie alles, so wandelt sich auch das Bild des erfolgreichen Mannes seit einigen Jahren. Es wandeln sich aber auch die erfolgreichen Männer. Plötzlich geht es um Fragen, wie man Beruf und Familie vereinbaren kann. Es geht um Freude an der Arbeit, darum, dass der Beruf eine Berufung ist und dass man sich selbst morgens im Spiegel gern sieht. Optisch natürlich immer - da hat sich nichts geändert. Aber auch ethisch und moralisch will der Mann von heute gut aussehen. Geschäfte sollen zum Wohle beider Seiten dienen, Erfolg nachhaltig sein und Man(n) hat die Empathie für sich entdeckt: Was will und denkt der andere. Lesen Sie in dieser und den nächsten Ausgaben, was Dresdens erfolgreichste Männer über ihren beruflichen Alltag sagen und staunen Sie, was sich alles verändert hat! 

Man kann sich auf mein Wort verlassen

Christian Flössner,

Apotheker, SaXonia Apotheke-Internationale Apotheke Dresden

Erfolg ist Zufriedenheit, Glück und damit gefühlter emotionaler Reichtum. Einem großen Konzern vorzustehen und viele Mitarbeiter zu beschäftigen, ist nicht unbedingt die Erfüllung. Das mag sicher eine gewisse Aufgabe sein, aber ist dieses wirklich das erstrebenswerte Ziel? Ein Lächeln zu bekommen, ist doch ein schöner Erfolg. Das macht mich glücklich. Jeder ist in der Geschäftswelt ersetzbar. Ich habe Produkte, die nicht nur ich habe.

Man kann sich seinen Erfolg, einen Namen, ein Renommee von heute auf morgen ruinieren. Um dieses zu bekommen, braucht es aber lange. Schön und befriedigend ist es, wenn Leute wissen, dass ich zuverlässig bin und sie sich auf mein Wort verlassen können. Das muss man sich erst einmal erarbeitet haben und die Wertschätzung und Anerkennung dafür erhalte ich von meiner Umgebung. Ich muss an mich selber glauben. Man muss eine Idee haben und sagen: „Das will ich machen“. Die Idee muss man dann auch durchziehen und konsequent umsetzen. Und mann muss immer selbstkritisch sein. Als Kind wollte ich schon immer Apotheker werden. In der Apotheke meines elterlichen Wohnwortes war ich von der Seriosität, der Hilfsbereitschaft und dem gewissenhaften Arbeiten beeindruckt. Diese Erinnerung hat mich stets begleitet.

Ich habe viel Selbstvertrauen

Jakob Pedersen, BoConcept 

Für mich ist Erfolg, etwas wachsen zu sehen. Erfolg ist so oder so schwer messbar. Von daher halte ich etwas aufzubauen und sich etwas zuzutrauen, für Erfolg. Das kann meine Frau bestätigen. Sie meint, ich habe zu viel Selbstvetrauen. Ich habe immer die Verantwortung gesucht. Vom ersten Arbeitstag als Angestellter bis heute. Die Verantwortung heute ist größer. Ich bin verantwortlich für das, was ich erschaffen habe, aber auch für alle meine Mitarbeiter. Man braucht Empathie für die Leute, die man führen muss. Man kann Menschen nicht führen, wenn man sie nicht versteht. 

Meine Arbeit hat einen Wert

Daniel Brohm, 

Geschäftsführer Integar 

Erfolg ist für mich, wenn ich in eine Sache investiere und zum Schluss nicht weniger dabei rauskommt, als ich reingesteckt habe. Das gilt aber nicht nur in rein finanzieller Hinsicht, sondern in allen Bereichen. Für mich ist beruflich wichtig, dass die Leute, mit denen ich zusammenarbeite, verstehen, dass meine Arbeit einen Wert hat. Das Gute in meinem Job ist, dass ich immer etwas Neues machen kann. Es ist jeden Tag eine neue Herausforderung auf meinem Schreibtisch.

Die Fähigkeit haben, 

die gefragt ist

Christian Schleicher, 

Geschäftsführer Autohaus Dresden 

Für mich ist Erfolg die stetige Weiterentwicklung meines Unternehmens. Daurch kann ich Entwicklungsschritte nachvollziehen, auf den Prüfstand und in Frage stellen, um im Anschluss die richtigen Rückschlüße zu ziehen. Menschliche Werte wie Charakter, Leidenschaft und positive Einstellung sind die Basis des Erfolgs. Den Mitarbeiter nur fachlich zu führen, bringt nichts. Fleiß zahlt sich immer aus. Fleiß bedeutet, eine Aufgabe zu erfassen und zu prüfen - vom ersten bis zum letzten Punkt. Und wenn es ein Problem gibt, dann spreche ich es offen an und finde zusammen mit dem Mitarbeiter einen Lösungsweg. Ich bin ein Freund davon zu sagen, wir haben ein Problem, sondern ich sehe das eher als Aufgabe. Echte und offene Gesprächsbereitschaft zu entwickeln, ist eine Grundvoraussetzung für erfolgreiche Führungsverantwortung. Kommunikation vereinfacht komplizierte Dinge. Ich sehe es genauso wie der Autopionier Henry Ford: Erfolg besteht darin, genau die Fähigkeit zu haben, die im Moment gefragt ist. Das ist mein Lieblingssatz.

Man muss eine eigene Haltung haben

Jens Heinrich Zander, Zanderarchitekten

Erfolg bedeutet, eine gewisse Form von Erfüllung zu finden, in dem, was man gerne macht oder was man sich vorgenommen hat. Man sagt ja nicht zu sich selbst, dass man erfolgreich ist. Klar, wenn man zurückblickt auf das, was man alles so getan und gemacht und zu Stande gebracht hat, kann man vergleichen, wer macht mehr, wer

macht weniger. Bei uns Architekten gibt es immer Erfolg in Schüben. Immer, wenn ein Haus fertig ist, ist das natürlich ein großer Erfolgspush.  Man hat ganz lange an einer Sache gearbeitet und dann ist es fertig. Im Moment brauchen wir, wenn wir als Architekten ein bisschen kreativ sein sollen, auch eine andere Haltung. Da ist manchmal so ein bisschen Chaos ganz gut, um irgendwie freier denken zu können. Kreativität wird man nicht mit preußischer Disziplin erreichen und Kreativität ist eben Hauptteil unseres Berufes.Ich schalte eigentlich ganz selten ab. Ich muss mich dann immer dazu zwingen. Ich glaube, es ist wichtig, eine eigene Haltung zu den Dingen zu haben. Aber einen Stil vermeide ich eigentlich immer, damit ich auch ein Stück offener bin, auf den Nutzer

oder den Kunden einzugehen.

Ich brauche eine Vision

Sebastian Klink, General Manager Westin Bellevue Hotel Dresden 

Erfolg ist, wenn ich gemeinsam mit meinem Team gesteckte Ziele erreiche oder gar übertreffe. Dazu brauche ich eine Vision und die nötige Begeisterung dafür. Zwischen Erfolg und Misserfolg liegt Kommunikation, gelingende Kommunikation. Jeder Mensch, der einen Fehler macht, hat in dem Moment die Chance für die Zukunft zu lernen. Auch ich hatte in meiner Karriere Arbeitgeber und Mentoren, die mir die Gelegenheit gaben mich zu beweisen. Dafür bin ich sehr dankbar. Mein Leben erfüllt mich mit einem Einklang aus Familie und Arbeit. Ich lebe für meine Arbeit. Das spürt auch meine Familie, wenn ich mit einem guten Gefühl nach Hause komme, um dann voll und ganz für sie da zu sein. Unsere Vorbildfunktion ist heutzutage wichtiger denn je. Begrüße ich unsere Gäste mit Herzlichkeit und einem Lächeln, werden dies auch meine Mitarbeiter tun.

Ich hatte gute Erfolge

Martin Wagner, Geschäftsführer Sächsische Spirituosenmanufaktur 

Erfolg ist das zu machen, was einem Spaß macht und Produkte zu erstellen, die meinen Kunden Freude machen. Das ist mein persönlicher Erfolg. Ich bin jetzt noch in der Anfangsphase. Ich konnte mich schon sehr gut positionieren und hatte gute Erfolge. Ich habe im Vorfeld mit ganz vielen Leuten gesprochen, die sich selbstständig gemacht haben. Ich habe gemerkt, es gibt eine Vielzahl an Menschen, die sagen, was sie machen wollen, aber machen es nicht. Man muss es dann eben mal riskieren, nachher ist man immer schlauer. Wenn Jemand sagt, er hat in seinem Werdegang nie irgendwelche Fehler gemacht, kann das nicht sein. Natürlich sollte man darauf achten, dass sich die Fehler nicht zu sehr häufen.

Man muss wissen, wer man ist und warum man wer ist.

Dr. Maximilian Krah, Rechtsanwalt  WKP Rechtsanwälte

Erfolg hat, wer selbstbestimmt leben kann. Dazu gehören zwei Seiten, die materielle und die geistige. Für mich ist es wichtig, gedanklich unabhängig zu sein. Das ist wahrer Luxus. Ich kenne Leute, die das nicht so sehen, viel Geld haben und sich erfolgreich wähnen – ich halte es da anders. In dem Film Forrest Gump lautet die Frage immer: Bin ich das Blatt im Wind, das rein zufällig irgendwohin getragen wird, oder ist das Leben eine vorbereitete Pralinenschachtel und wir wissen nur noch nicht, was drin ist? Niemand sollte sich einfach hin- und herpusten lassen. Es ist gut zu wissen, wer man ist, woher man kommt und wohin der eigene Weg führen soll. Ich bin Jurist geworden, weil Jura früher das Fach für die Generalisten war. Ich bedauere, dass die jüngeren Kollegen schmalspuriger werden. Sie verstehen sich darauf, die Gesetze anzuwenden, aber warum ein Gesetz ist wie es ist, welche Beweggründe zu seinem Erlass geführt haben und wie es vielleicht anders gehen würde – diese Fragen werden nicht mehr erörtert. Dabei machen erst die das Recht spannend und den Juristen zum Akademiker.