Katrin Engel, Chefin von Ikea Dresden

"Nach vorn schauen und flexibel bleiben"

Sie segelt gern im Urlaub, spielt Golf und wohnt in einem Dreizimmer-Appartement in der Neustadt. Die Wohnung ist fast komplett mit Möbeln von IKEA eingerichtet. Nicht nur weil sie cool und praktisch sind, sondern auch weil die 38-Jährige hinter ihrem Unternehmen steht – Katrin Engel ist die Chefin von IKEA in Dresden.

Angesprochen auf ihr Privatleben, erklärt die Diplom Kauffrau: „Ich kann den Traumprinzen wohl nicht finden.“ Mobilität ist ein wichtiger Bestandteil im Leben einer Führungskraft bei IKEA. „Ich habe selten länger als drei Jahre an einem Ort gewohnt.“ Den großen Vorteil sieht sie darin, dass keine Routine aufkommt und es immer wieder Neues zu bewältigen gibt, aber es geht auch zu Lasten des Privatlebens. „Kommt wirklich der Prinz, muss ich weiterziehen.“ Katrin Engel ist erfolgreich, zielstrebig und lebhaft. Sie ist in Westfalen geboren, hat in Hamburg BWL studiert und wurde dann Trainee bei Peek&Cloppenburg in Hamburg, danach Abteilungsleiterin in Kiel und anschließend Geschäftsleiterin in Lüneburg. Als sie das Haus in Lüneburg leitete, wurde sie angesprochen und wechselte zu IKEA. Erst Heidelberg, nun Dresden. „Ich war überrascht von den tollen Konzepten bei IKEA, die Work-Life-Balance, die Entwicklungsmöglichkeiten, das Du zwischen allen Mitarbeitern“, erinnert sich die Chefin von rund 250 IKEA-Mitarbeitern in Dresden. „Ich bin vertrauenswürdig, habe schnell Zugang zu Menschen und keine Chefallüren“, erklärt sie ihren Erfolg im Unternehmen.

In ihrer Freizeit fährt Katrin Engel gern mit ihrem Volvo Kombi nach Possendorf zum Golf. „Der einzige Sport, den ich regelmäßig mache“, erklärt sie. Sonst hat sie zu solchen Betätigungen zu wenig Ausdauer und Laufen findet sie zu langweilig, außerdem fehlt da der Wettbewerb. „Ich lebe überhaupt eher ungesund. Ich achte nicht sehr auf mich, mag kein Obst und esse gern Pommes.“ Manchmal darf es auch die asiatische Küche sein. Sie isst gern Sushi im Cuchi in der Prisco-Passage oder scharfe thailändische Küche. Bei den Weinen sind es die trockenen Weißen aus Frankreich oder die Südafrikaner. „Natürlich steht die Arbeit bei mir an erster Stelle“, erklärt die attraktive Frau, die neben ihrer Berufskleidung in Blau-Gelb privat gern sportlich elegante Mode trägt. „Danach kommt eine Weile nichts und dann ein Hauch Privatleben.“ Den nutzt sie zum Urlaub gerne bei Rundreisen zum Beispiel im Westen der USA, mag die Nationalparks des Grand Canyon oder den Zion-Park. Im Winter steht Skifahren auf dem Programm und dann fliegt sie auch immer wieder gerne in einen Robinson-Club. „Da geht es sehr locker und entspannt untereinander zu und man muss sich nicht wieder an das ‚Sie‘ gewöhnen, welches es bei IKEA ja nicht gibt.“ Einen Wunsch hätte sie aber: „Einen Hund. Aber mein Leben kann man einem Hund nicht zumuten.“ Und dann eben die Sache mit dem Mann. „Ich bin wohl doch auch anspruchsvoll und welcher Mann hat schon Lust, seiner Frau ständig durch die Lande zu folgen. Na ja, mal sehen, was noch so kommt.“ So sieht sie auch ihre berufliche Zukunft. Sie könnte sich einen Einsatz im Ausland gut vorstellen. USA, Südeuropa, Australien oder Frankreich – das wären optionen und mit IKEA alles machbar. „Unser System ist weltweit gleich, ich könnte also international fast nahtlos anknüpfen.“ Doch nun genießt sie erst mal ihre Zeit in Dresden. An der Stadt fasziniert sie die hohe Lebensqualität, die Kultur und die Natur. „Schön, wenn sich im Sommer Rentner, Studenten, Skater und Familien gleichermaßen an den Elbwiesen erfreuen und insbesondere die Open-Air-Aktionen in der Stadt sind toll.“ Zu ihren Lieblingsplätzen gehört außerdem der Kräutergarten am Societaetstheater. „Die Sachsen sind extrem nett“, meint sie und scheint sich wirklich wohl zu fühlen. Doch es ist wie immer nur auf Zeit, das weiß sie.

„Nach vorn schauen und flexibel bleiben“, heißt das Lebensmotto von Katrin Engel und danach lebt und arbeitet sie.  

(Autorin. Anja K. Fließbach, Disy Winter 2005)