Audrey Hepburn (1929-1993) - Hollywoods liebenswürdigster Star

Die fragile, aber selbstbewusste Kindfrau mit den großen klugen Augen, aus gutem Hause, erfrischend natürlich und rührend schutzbedürftig - ist der Star im Filmbusiness der 50er und 60er Jahre.

Edda Kathleen van Heemstra Hepburn-Ruston erblickt am 04. Mai 1929 in Brüssel als Tochter einer holländischen Baronin und eines irischen Bankiers das Licht der Welt. Ihre Kindheit verbringt sie in englischen Internaten und im holländischen Arnheim auf dem Landsitz der Familie. Sie träumt von einer Karriere als Solo-Tänzerin.

1948 siedelt sie mit ihrer Mutter nach London um und  nennt sich ab sofort Audrey Hepburn. Sie schlägt sich mit Aushilfsjobs, z.B. als Fotomodell oder Lehrerin für Französisch, durch.

Unter 3000 Bewerbern wird Audrey als eines von zehn „Chorus Girls“ für die Londoner Inszenierung des Broadway-Musicals „High Button Shoes“ ausgewählt. Sie nimmt Schauspielunterricht, es folgen kleinere Engagements. Der Durchbruch gelingt Audrey mit der Sittenkomödie „Gigi“ (1951). Ein Jahr später spielt sie in ihrem ersten Hollywood-Film „Ein Herz und eine Krone“, wofür sie mit ihrem einzigen Oscar geehrt wird. Über Nacht wird sie zum neuen Leinwand-Idol. Audrey verkörpert die Wunschvorstellungen von Milllionen Teenagern weltweit. Die junge Frau entspricht nicht den gängigen Klischees, sondern ist zierlich und von entwaffnender Natürlichkeit. Sie spielt an der Seite großer Filmlegenden wie Humphrey Bogart, Gary Cooper oder Fred Astaire: „Sabrina“ (1953), „Funny Face“ (1956), „Liebe am Nachmittag“ (1956).

1954 heiratet sie den Bühnenkollegen Mel Ferrer in der Schweiz. Am 17. Juli 1960 wird Sohn Sean geboren.

Publikum und Kritiker sind gleichermaßen begeistert, als die bissige Gesellschaftssatire „Frühstück bei Tiffany“ 1961 in die Kinos kommt. Doch die spektakulärste und höchstdotierte Rolle ihrer Karriere soll erst noch folgen. 1963 mimt der Filmstar in dem Broadway-Klassiker „My Fair Lady“ das Blumenmädchen Eliza Doolittle. Der Film wird mit 7 Oscars prämiert, Audrey Hepburn geht jedoch leer aus.   

1969, nach der Trennung von ihrem ersten Mann, heiratet sie erneut: den römischen Psychiater Andrea Dotti. Das Paar zieht nach Rom, wo der zweite Sohn Luca (1970) geboren wird. Sie lehnt konsequent alle Filmrollen ab. Ihre Entscheidung begründet sie mit der Erziehung ihrer Söhne. Andererseits ist ihr bewusst, dass es für sie keine Rollen gibt. Die neue Generation der Filmemacher hat keine Engagements mehr für ihren einst so gefeierten Typ.

Versuche, Ende der 70er Jahre wieder Fuß im Filmbusiness zu fassen, scheitern. Sie zieht sich aus dem Geschäft zurück und widmet sich von nun an neuen Herausforderungen. 1988 wird sie Sonderbotschafterin der UNICEF, engagiert sich mit großer Hingabe, bereist Lateinamerika und Afrika. Am 20. Januar 1993 stirbt Audrey Hepburn an Krebs.

Buch-Tipp: „Adieu Audrey“ von Klaus-Jürgen Sembach, Verlag Schirmer/Mosel.

Dieser Bildband enthält unzählige fotographische Erinnerungen an den Filmstar. Auf 136 Seiten werden 89 Abbildungen gezeigt. Daneben informiert das Buch über Audrey Hepburns Biografie sowie über ihre erfolgreichsten Filme.

 

(Disy Sommer 2006)