„Frauen müssen für reguläre Anerkennung immer erst überzeugen.“

Sophia-Therese Schmidt-Kühl

Galeristin „Kunstausstellung Kühl“

Fachkompetenz, strukturiertes Wirtschaftsdenken und sachliches Durchsetzungsvermögen werden einer Frau nicht automatisch zugestanden – oftmals muss selbstbewusste Überzeugungsarbeit zusätzlich geleistet werden. Die staatliche Anerkennung konzentriert sich auf die offi zielle Arbeitsleistung; Haushalt und Kinder laufen im privaten Schatten ab. Die mehrfache Belastungs- und Leistungsfähigkeit wird angezweifelt und der wertvolle Erfahrungsschatz außer Acht gelassen. Als ich vor 15 Jahren die Galerie meines verstorbenen Vaters übernahm, war ich Mutter von zwei kleinen Kindern und die Konkurrenz stellte mich gemeinsamen Kunden als unglaubwürdige Geschäftsfrau dar. Vielleicht diesen Vorurteilen geschuldet oder aus Sorge um ein mögliches Karriere-Ende verzichten viele gebildete Frauen auf eigene Kinder. Dieser Verzicht vermag sich jedoch auch auf persönliches Glück, Gesundheit und Lebenserfüllung auswirken. Dies wiederum kann dann einen Schatten auf eine noch so erfolgreiche Karriere werfen.

IHRE KARRIERE:

Sophia-Therese Schmidt-Kühl ist geborene Dresdnerin. Hier hat sie ein 5-jähriges Abendstudium für Malerei und Grafi k an der HfBK und eine Lehrausbildung für Maler, Lackierer und Vergolder absolviert, anschließend in der Denkmalpfl ege gearbeitet, ein Studium für Restaurierung an der Fachhochschule Potsdam abgeschlossen und war bis zur Übernahme der 1924 von ihrem Großvater gegründeten Galerie Kunstaustellung Kühl – welche Bildende Kunst des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart anbietet – als Restauratorin tätig. Sophia-Therese Schmidt-Kühl ist verheiratet und hat drei Kinder.