Die Dresdner Powerfrauen

Eva Donsbach

Eva Donsbach (40), Direktorin Niederlassung Dresden, Bankhaus Lampe

Um beruflich erfolgreich zu sein, braucht man Professionalität, Überzeugungskraft und mitunter auch Durchhaltevermögen. Da sollte es keine Rolle spielen, ob man Mann oder Frau ist. Trotzdem zeigt die Erfahrung, dass ich in manchen Situationen hartnäckiger als meine männlichen Kollegen sein musste, um Erfolg zu haben. Das gilt besonders in einer Männerdomäne wie dem Finanzwesen. Frauen haben mitunter aber auch einen großen Vorteil: Nämlich mit Charme und emotionalem Einfühlungsvermögen auf ihr Gegenüber eingehen zu können.

Diese Stärke sollten Frauen zielgerichtet nutzen. Denn sie erleichtert manches und ist insbesondere für eine Arbeit, bei der Diskretion, Verschwiegenheit und gegenseitiges Vertrauen zählt, wichtig.

Frauen haben es auf dem Weg nach oben sicherlich nicht immer leicht. Aber: Jeder ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und kann Dinge bewegen und ändern. Man - oder besser Frau - muss es nur wollen. Zum Glück habe ich immer gewusst, was ich kann und an mich geglaubt.

 

Ihre Karriere:

Eva Donsbach besitzt nach 20 Jahren im Bankgeschäft eine profunde Kenntnis in der Privat- und Firmenkundenbetreuung. Bereits seit Mai 1991 lebt und arbeitet sie in Sachsen. Seit Herbst 2007 leitet Eva Donsbach als Direktorin die Niederlassung Dresden der zur Oetker-Gruppe gehörenden Privatbank Bankhaus Lampe. Eva Donsbach ist verheiratet und hat einen Sohn.

 

Gabriele Häfner

Gabriele Häfner (54), Gabriele Häfner auf der Königstraße Geschäftsführerin der Boutique

Berührungsängste und Machtspiele kenne ich nicht. Natürlich muss ich auch als Frau Fachkompetenz nachweisen, um akzeptiert zu werden, und überzeugt von dem sein, was ich tue. Leidenschaft und Talent haben mich erfolgreich gemacht, auch bei den Talkrunden mit meinen Stammkunden, bei denen ich so namhafte Prominente wie Vicky Leandros begrüßen konnte. Ich liebe es, dass ich es in meinem Geschäft jeden Tag mit anderen Menschen zu tun habe, und bin neugierig auf sie. Ich will in meinem Beruf mit Menschen arbeiten. Das Geheimnis meines Geschäftserfolges besteht darin, dass ich als Frau verglichen mit Männern variabler in Kleidung, Gestik und Mimik bin.

 

Ihre Karriere:

Nach dem Wirtschaftsstudium arbeitete die gebürtige Thüringerin und Mutter zweier Kinder im Hotel Bellevue, bevor sie sich 1991 selbstständig machte. Die 54-Jährige ist die Witwe des Journalisten Wilfried Richartz.

Karin Meyer-Götz

„Eine Frau muss mehr Kompetenz zeigen, um anerkannt zu werden."

Karin Meyer-Götz (59), Rechtsanwältin, Fachanwältin für Familien- und Steuerrecht

Die Mitbegründerin der renommierten Anwaltskanzlei Meyer-Götz & Meyer-Götz begann ihre Karriere in einer Zeit, in der Frauen in dieser Branche deutlich seltener vertreten waren als Männer. In der damaligen Männerdomäne musste sie sich Akzeptanz und Respekt hart erkämpfen. Ihr sicheres Auftreten und ihre Fachprofessionalität sicherten ihr die Anerkennung der männlichen Kollegen.

„Frauen sind nicht unbedingt die besseren Anwälte, aber die besseren Familienanwälte, da wir uns nicht nur fachlich mit dem Fall auseinandersetzen, sondern auch emotional," erklärt sie. „Wir sind befähigt, durch Einfühlungsvermögen breiter zu denken und können so eine Brücke zum Gegenüber bauen." Sie bedauert die Entwicklung vieler Frauen, die ausgerüstet mit den besten Voraussetzungen die Schule und die Universität verlassen, um dann ein Leben ausschließlich für die Familie zu führen. „Nach der Schwangerschaft fehlt den meisten Frauen der Antrieb, Karriere zu machen." In diesem Jahr feiert ihre Kanzlei 30 Jahre erfolgreiches Bestehen. „Ich bin sehr durchsetzungsstark, setze mir ein Ziel und arbeite unaufhaltsam daraufhin, das schätzen meine Klienten an mir."

Ihre Karriere:

Sie studierte Rechtswissenschaften in Tübingen, München, Kiel und Freiburg. 1978 bekam sie die Zulassung als Rechtsanwältin in Stuttgart und seit 1993 befindet sie sich in Dresden. Karin Meyer-Götz ist Vizepräsidentin der Rechtsanwaltskammer Sachsen, Mitglied des Familienrechtsausschusses der Bundesrechtsanwaltskammer und Regionalbeauftragte der Arbeitsgemeinschaft für Familienrecht des Deutschen Anwaltsvereins in Sachsen. Sie außerdem ist Spezialistin für Ehescheidung und Eheverträge, Zugewinn und Vermögensauseinandersetzung und Internationales Familienrecht sowie Kindesentziehung.

 

Claudia Riedel-Göpfert

Claudia Riedel-Göpfert (37)

Optikermeisterin, Inhaberin der Optik Schaulust

Aufgrund ihrer weiblichen Attraktivität wurde sie von männlichen Geschäftspartnern schon oft unterschätzt, und doch hat sie ein Konzept entwickelt, das ihre Kunden schätzen. Die ehrgeizige, zielgerichtete Claudia Riedel-Göpfert möchte in der von Männern dominierten Branche immer auf dem aktuellsten Stand sein, darum besucht sie viele Messen, insbesondere die Pariser Messe. Dort ist sie die einzige Frau, doch ihre fachliche Kompetenz überzeugt. „Provokation durch andere härtet ab", erklärt die Optikermeisterin, nachdem sie sich an eine Situation erinnerte, in der ein Kunde nicht glauben wollte, dass die Geschäftsführung in ihren Händen liegt.

„Meine weibliche Intuition hat mich schon oft die richtigen Entscheidungen treffen lassen, mein Einkauf fällt anders aus als der eines Mannes, auch der Einrichtungsstil des Geschäfts unterscheidet mich von meinen männlichen Kollegen." Die Optik und der Verkaufsraum der Sonnenbrillen sind getrennt, sodass ein neues Einkaufsgefühl entsteht für zwei Läden an einem Standort. Seit einem Jahr ist die erfolgreiche Geschäftsführerin glücklich verheiratet und kann sich auch Kinder in ihrem Leben vorstellen.

Ihre Karriere:

Sie wurde am 4. April 1971 in Leipzig geboren und hat 1993 eine Augenoptikerlehre abgeschlossen. Seit Oktober 1996 ist sie als Augenoptikermeisterin tätig. Erfahrungen im Führen eines Augenoptikergeschäftes inklusive Mitarbeiterverantwortung sammelte sie in der Zeit von 1996 bis 2001 in einer Fielmann-Filiale in München. Im September 2001 hat sie sich in Dresden selbstständig gemacht und die SCHAULUST Optik in der Hauptstraße eröffnet. Das Geschäft hat sich in Dresden etabliert und beschäftigt bei konstanten Umsatzzahlen vier Mitarbeiter. Im Oktober 2006 war die Eröffnung des 2. Standortes der SCHAULUST im Quartier an der Frauenkirche (2 getrennte Läden: SCHAULUST Sun und SCHAULUST Optik). Sie besucht jedes Jahr die wichtigsten Messen der Augenoptik in München, Berlin, Mailand und Paris, und bildet sich regelmäßig in den Themen Teamführung, Unternehmensführung und Betriebswirtschaft weiter.

Anne Frank

Anne Frank (52) Geschäftsführerin TMS Messen-Kongresse-Ausstellungen GmbH

Anne Frank ist Ehefrau, Mutter, bald Großmutter - und die Geschäftsführerin der größten osteuropäischen Messegesellschaft „TMS". „Organisation ist das halbe Leben!", erklärt sie mit leuchtenden Augen. Eine Familie sei immer ihr Wunsch gewesen, doch wollte sie auch im Beruf erfolgreich sein: „Mit zehn Jahren habe ich im Geiste schon gemanagt." So hat sie Betriebsabläufe durchgespielt und Freude daran gehabt. Später hat sie zusammen mit ihrem Mann die Firma gegründet und aufgebaut, doch gab es nie einen Zweifel, wer die Unternehmensleitung innehat. Sie hat sich ihren Platz neben den leitenden Geschäftsmännern erkämpft, und meint, dass Frauen die besseren Führungskräfte wären, da sie in vielen Situationen viel belastbarer sind und die emotionale Ebene in die Geschäftswelt einbeziehen. Über die Zukunft sagt die Geschäftsführerin: „Ich möchte immer Neues anpacken, denn ich liebe meinen Beruf." Sie motiviert sich und reißt dabei andere in ihrer Begeisterung mit. So schuf sie mit Disziplin, Hartnäckigkeit und weiblicher Intuition eine der größten erfolgreichen Messegesellschaften Deutschlands.

Ihre Karriere:

Mit der abgeschlossenen Lehre zur Bürokauffrau studierte sie Finanzbuchhaltung an der Finanzhochschule Stuttgart. Nebenberuflich studierte sie auch Betriebswirtschaft. Mehrere Auslandsaufenthalte in Schottland und den USA kann sie vorweisen, da sie als Controllerin/Prokuristin/Niederlassungsleiterin für einen US-Konzern für Medizinhandel arbeitete. Sie war Leiterin des Rechnungswesens in einem Textilunternehmen in Sindelfingen mit Produktionsstätten in Europa, Türkei, Tunesien und Japan. Seit 1989 ist sie in ihren eigenen Unternehmen TMS GmbH, TMS Event GmbH und BIX GmbH als alleinvertretungsberechtigte Geschäftsführerin tätig. Die TMS GmbH ist die größte private Veranstalterin von Messen, Kongressen und Ausstellungen in Sachsen.

 

Dagmar Schreiber

Dagmar Schreiber (42) Inhaberin „Dagmar Schreiber" Mode – Schuhe – Accessoires

Die Inhaberin des exklusiven, gleichnamigen Bekleidungsgeschäfts. Dagmar Schreiber ist seit 1989 selbstständig in der Modebranche tätig und nie wurde an ihrer weiblichen Führungskompetenz gezweifelt. Eine zielgerichtete Denkweise, die Fertigkeit, das Team auf das gesetzte Ziel hinzuführen, und Durchsetzungskraft wären der Schlüssel zum Erfolg. Dagmar Schreiber ist verheiratet und Mutter von vier Kindern im Alter von sieben bis 13 Jahren. Gut organisiert, verbindet sie optimal Familie und Karriere.

Sie liebt es, Mutter zu sein, und nimmt sich die Zeit neben ihrer Geschäftsführung, den Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen und für gemeinsame Familienausflüge zum Radfahren. Die Doppelbelastung Familie – Karriere schwächt sie in keiner Weise, im Gegenteil, der Familienrückhalt macht sie sogar stärker. „Familie hat in meinem Leben den höchsten Stellenwert. Wenn ich zeitlich doch zu sehr eingespannt bin, kümmert sich auch mein großer Sohn um die Kleineren."

Ihre Karriere:

Von 1985 bis 1988 machte sie eine Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten bei der AOK Recklinghausen. Nach einem Jahr machte sie sich selbstständig als Handelsvertreterin für Lederwaren. Im April `97 eröffnete sie ihr erstes Geschäft für Lederwaren in der Schlossstraße in Dresden. Dieses wurde im November desselben Jahres in die Königstraße erweitert. Auch ihr Sortiment hat sie erweitert auf Textilien, Schuhe und Accessoires. 2006 zog sie um an die Frauenkirche und eröffnete ein zweistöckiges Exklusivgeschäft der Topmarken, wie Prada, Dolce und Gabbana und Jil Sander.

 

Dr. Scarlett Daub

Dr. Katja Scarlett Daub (36) Geschäftsführerin zweier Apotheken, deutschlandweite Schulungsreferentin und Verkaufstrainerin

Ferienjobs in einer Fleischfabrik und Fließbandarbeit, das Studium der Pharmazie und die heutige Position der Geschäftsführerin haben die junge Katja zur selbstbewussten, zielstrebigen Dr. Katja Scarlett Daub gemacht. „Ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben, engagiere mich mit Freude und Nachhaltigkeit für neue Projekte und habe viele innovative Ideen. Auch schon mit kleinen Dingen kann man viel bewegen, warum sehen das andere nicht?", stellt sie die Frage in den Raum. In den letzten Jahren investierte sie alle Kraft in den Aufbau ihrer Unternehmen. In Zukunft will sie sich aber wieder mehr Zeit für ihre Freunde und die Familie nehmen. „Manchmal ist es einfacher mit Männern zu arbeiten, da sie unempfindlicher sind und es verkraften, wenn man ihnen widerspricht, solange man ihre Eitelkeit nicht verletzt", beschreibt sie ihre Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit männlichen Kollegen. „Aber ich habe auch schon erlebt, dass Geschäftsbeziehungen abgebrochen sind, da Männer meine Position, meine Konzepte und Vorschläge nicht akzeptieren und anerkennen konnten."

Ihre Karriere:

Während ihres Studiums der Pharmazie absolvierte sie ein Auslandssemester an der Burgunduniversität in Dijon, Frankreich. Sie promovierte als Stipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft am Lehrstuhl für Pharmazeutische Chemie in Leipzig und machte sich Ende 2002 selbstständig mit der Eröffnung der Apotheke Altmarkt-Galerie. Nur zweieinhalb Jahre später eröffnete sie eine zweite Apotheke am Dr.-Külz-Ring. Sie richtete eine Medizinische Kosmetik-Abteilung ein. Für Auftraggeber wie Bayer, Novartis oder Sandoz ist sie deutschlandweit als Schulungsreferentin im Einsatz.