Manuela Nitzgen

Frau des Rechts von heute

Rechtsanwältin auf dem Snowboard. Manuela Nitzgen (29) trifft gern Freunde in der ganzen Republik, mag thailändische Küche, fährt einen bei einer Rechtsanwältin manchmal belächelten Smart Roadster, singt im Gospelchor der evangelischen Gemeinde Blasewitz, liebt ihren anspruchsvollen Beruf und Dresden.

ie 1978 in Erfurt geborene und aufgewachsene Thüringerin muss sich 1996 nach dem Abitur für einen ihrer zwei Wunschberufe Medizin oder Jura entscheiden. Die Medizin erscheint ihr damals spannender, doch nach mehreren Probevorlesungen wird ihr schnell klar: Sie kann kein Blut sehen. Damit endet ihre Karriere im medizinischen Bereich, bevor sie richtig begonnen hat, und sie kniet sich nun mit der ihr eigenen Intensität in das in Jena stattfindende Studium der Rechtswissenschaften. Um der Erfüllung ihres Traumes vom Arbeiten im Ausland ein Stück näherzukommen, absolviert sie zeitgleich eine über drei Jahre gehende fachspezifische Fremdsprachenausbildung für angloamerikanisches und internationales Recht.

Zu dieser Zeit ist auch eine neue Wintersportart im Kommen - das Snowboardfahren. 1992/93 lernt sie diese Sportart in Oberwiesenthal kennen und lieben, lässt sich in Lawinenkunde und Erster Hilfe ausbilden und arbeitet als Ausgleich zum trockenen Studium als Snowboard-Lehrerin in den Alpen, so oft es die Zeit erlaubt. 1997 lernt sie dabei ihren aus Dresden stammenden Lebenspartner kennen und findet so den Weg in die sächsische Landeshauptstadt. Begleitend zum Studium führt sie deshalb Praktika in Dresden durch und pendelt zwischen Jena und ihrem Zweitwohnsitz.

Nach dem innerhalb der Regelstudienzeit beendeten Studium erfüllt sie sich 2001 ihren Traum und geht für vier Monate nach Kanada, in die Kanzlei Polten & Hodder in Toronto. Dort erlebt sie die perfekte Symbiose aus interessantem Job und einer intensiven, sehr multikulturellen Stadt. Eine Zeit, die heute noch ihre Augen strahlen lässt, wenn sie davon spricht.

Im Frühjahr 2002 arbeitet sie bei der Andersen Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH in Dresden. Auch während ihrer zweijährigen Referendariatszeit beim Landgericht Erfurt bleibt sie der Kanzlei treu und pendelt wieder, da sie inzwischen in Dresden heimisch geworden ist. In dieser Zeit hat sie die Möglichkeit, alle Facetten ihres Berufsstandes unter die Lupe zu nehmen, und entscheidet sich für die Arbeit als Rechtsanwältin, da dieser Bereich am abwechslungsreichsten erscheint und ihr am meisten Selbstbestimmung bietet. Nach einem spannenden Sommer in Australien in einer kleinen Kanzlei direkt im Hafen von Sydney erhält sie 2004 ihre Zulassung als Rechtsanwältin und erlebt die Neugründung der Sozietät Battke Grünberg Rechtsanwälte. Eine spannende und bewegte Zeit, in der sich das bewährte Team ihrer Praktikumskanzlei zu neuen Herausforderungen aufmacht. Die Kompetenzen der Sozietät Battke Grünberg Rechtsanwälte liegen in der Beratung und Vertretung gewerblicher Unternehmen und öffentlicher Auftraggeber auf allen wesentlichen Gebieten des Wirtschaftsrechts, insbesondere in Fragen des Gesellschafts- und Energiewirtschaftsrechts, des Vergabe- sowie des Arbeitsrechts. Dieses Angebot der Sozietät ergänzt sie mit ihrem Fachwissen auf dem Gebiet des gewerblichen Rechtsschutzes, speziell in den Bereichen des Marken- und Wettbewerbsrechts. Sie berät und vertritt Mandanten bei anspruchsvollen Aufgabenstellungen, wie z.B. der Werbung für Heilmittel oder dem Schutz geistigen Eigentums in Forschungs- und Entwicklungskooperationen. Sie erkennt jedoch schnell die Notwendigkeit des aktiven privaten Ausgleichs, um maximale Erfolge im Beruf erreichen zu können. Deshalb liebt sie auch ihre Wahlheimat Dresden so. „Die Stadt bietet mir alles, was ich brauche.“ Soweit es ihre berufliche Situation erlaubt, hält sie sich in der Woche im Fitness-Studio oder beim Spinning fit, bleibt mehr Zeit, geht es zum Paddeln auf die Elbe, zum Klettern und Biken ins Elbsandsteingebirge, zum Feiern in die Dresdner Neustadt oder zum Entspannen und Aussichtgenießen auf die Terrasse des Lingnerschlosses. Nicht zu vergessen ihr Engagement im Gospelchor „Gospel con brio“, wo sie singt und die tollen menschlichen Kontakte genießt, die dieses Hobby mit sich bringt. Das Snowboarden begleitet sie die ganze Zeit. Jedes Jahr verbringt sie im Frühjahr mit Freunden eine Woche in Frankreich und entflieht ab und zu für ein Wochenende nach Österreich in den Schnee.

Manuela Nitzgen, eine Frau voller Offenheit, Lebenslust und Spontaneität, die alles in ihrem Leben mit Intensität und ganzem Herzblut tut. Eine Frau, die ihre Mitte gefunden hat und nie gestresst wirkt, obwohl sie von sich sagt: „Ich habe kein freies Wochenende und noch nie Langeweile gehabt.“ Sie ist am liebsten selbstbestimmt, arbeitet trotzdem gern im Team und weiß ihr tolles Arbeitsumfeld zu schätzen, hat immer ein offenes Ohr für die Kollegen und ihren großen Freundeskreis und schafft um sich ein Klima von Herzlichkeit und natürlicher Wärme.

Manuela Nitzgen: ein typisches Beispiel für die junge aktive „Frau von heute“, die ihren Weg gefunden hat.

Kerstin Fiedler