Das kleine Idyll neben der Golfbahn

Zu Hause bei André Kleinheisterkamp, Geschäftsführer des World Trade Centers Dresden

Gleich nach dem Eingang Possendorf schlängelt sich die schmale Straße den Hügel hinauf und führt in eine kleine Siedlung aus Einfamilienhäusern. Vor strahlend blauem Himmel präsentiert sich ein großes und doch schlichtes weißes Haus mit blauen Fensterrahmen. Ein freundliches Hallo von Ute und André Kleinheisterkamp und ein großer, zotteliger Vierbeiner namens Ours empfangen uns an der Tür. Der Rechtsanwalt und Chef des World Trade Centers ist einer der Prominenten, deren Häuser und Wohnungen Disy regelmäßig vorstellt. Lesen Sie seine Homestory.

Angenehm temperiert ist es im großen, offenen Wohnbereich. Die Einrichtung ist eher dezent, nicht protzig. Das Edle verbirgt sich im Detail. Massive, dunkle Schränke vom Antiquitätenmarkt, daneben moderne Bilder aus Familienbesitz von Bauhausmaler Werner Gilles. Der eigentliche Reiz des Hauses zeigt sich jedoch, als wir es durch die Terrassentür verlassen. Sattes Grün, wohin das Auge blickt, gespickt mit unzähligen Blumen und bunten Sträuchern.

„Am Anfang wohnten wir mit unserer kleinen Familie mitten in der Stadt am Wasaplatz. Eine schöne Wohnung, aber ich brauche Natur um mich herum“, so erzählt André Kleinheisterkamp. Deshalb zog man, allerdings noch zur Miete, in ein Haus nach Pesterwitz. „Aber irgendwann sollte es doch etwas Eigenes sein und so sahen wir uns nach einem neuen Domizil um.“ Für Ruhe und Entspannung braucht der Chef des WTC einfach ein großes Stück Natur. In seinem 100.000 qm großen Reich an der Ammonstraße, das er verwaltet, sind die Räume aus Stahl, Glas und Beton. Da traf es sich gut, dass André Kleinheisterkamp passionierter Golfspieler ist, denn im Club bekam er von einem Freund und Spielkollegen ein Haus in Possendorf angeboten – direkt am Golfplatz. Und so zog die Familie 1998 endlich in ihr eigenes kleines Reich im Grünen.

Wir schlendern über das Grundstück, vorbei an Spielzeug, Gartengeräten, und kommen am eigenen Pool an. Kein schnödes Plaste-becken im Einheitsblau, sondern eine Naturpoolanlage mit selbsttätiger, biologischer Reinigung. „Wenn wir hier dauerhaft sesshaft sind, können wir auch einen vernünftigen Pool bauen“, sagt Ute Kleinheisterkamp, „bei dem man nicht mit Chemikalien hantieren muss und der sich ganz natürlich in die Landschaft einfügt.“  Sie ist es auch, die die Freibadesaison im Hause Kleinheisterkamp eröffnet, auch bei 15 Grad Wassertemperatur. Unter einem riesigen Sonnenschirm nehmen wir Platz und reden ein bisschen über die Familie. „Die Kinder lieben das Grundstück, haben genug Platz zum Herumtoben und Spielen“, meint Ute Kleinheisterkamp. „Julian ist jetzt elf, begeisterter Fußballer und voller Energie“, ergänzt ihr Mann André. Und auch die 15-jährige Schwester Mariella mag ihr Haus und den Garten. Und nicht zuletzt Mitbewohner Ours, seines Zeichens französischer Briar, kann hier ein ordentliches Revier auf seinen großen „Tapsen“ abschreiten.

André Kleinheisterkamp ist 46 Jahre alt, seine Frau 42. Beide sind passionierte Golfer, allerdings ist Ute Kleinheisterkamps Handicap reichlich doppelt so hoch wie das ihres Ehemanns. Sie nutzt ihre Zeit lieber, um sich um Kinder, Haus und Garten zu kümmern. Immerhin gibt es knapp 250 qm  Wohnfläche und zehnmal so viel Grundstück in Ordnung zu halten. Den Haushalt zu organisieren und sich in der Schule der Kinder zu engagieren, kann dabei den ganzen Tag ausfüllen. Natürlich ist sie auch für das Kulinarische verantwortlich. „Meine Frau und ich haben sich rasch für die sächsische Küche begeistern können. Soljanka und Quarkkäulchen waren uns Schwaben eher unbekannt“, sagt André Kleinheisterkamp. „Und deftiges Wild mit einem guten sächsischen Wein wissen wir beide sehr zu schätzen“, ergänzt seine Frau. Doch neben dem Schlemmen muss auch für Bewegung gesorgt werden. Denn wenn es die Zeit erlaubt, reichen ein paar Schritte durch die Gartentür auf den Possendorfer Golfplatz, und Man(n) kann sich belohnen – mit einem kräftigen Abschlag von der, wer hätte das gedacht, Kleinheisterkamp–Bahn.    

Norbert Scholz (Disy Herbst 2006)