All Nations are Welcome

Jubiläumsausstellung in der Manufaktur MEISSEN

Aus Anlass des 300-jährigen Jubiläums der Manufaktur MEISSEN zeigt das Museum of MEISSEN Art vom 23. Januar bis zum 31. Dezember 2010 eine interkulturelle Sonderausstellung mit dem Titel „All Nations are Welcome“. Seit ihrer Gründung im Jahr 1710 hat die Porzellan-Manufaktur Meissen internationale Einflüsse aufgenommen und auf diese Weise weltweit Kunst- und Kulturgeschichte geschrieben. Die Ausstellung zeigt eine einzigartige Inszenierung verschiedener Länder, Nationen und Religionen mit charakteristischen Meissener Porzellanen. Jede Vitrine ist einem Land oder Thema gewidmet. Neben historischen Exponaten erwarten den Besucher auch Porzellankunstwerke der Gegenwart, geschaffen von zeitgenössischen MEISSENER Künstlern. Die Ausstellung wird abgerundet durch die Präsentation der heutigen Lieblingsstücke verschiedener Nationen. So haben englische Kunden eine Vorliebe für Hundefiguren aus Meissener Porzellan – darunter ganz besonders den Mops.

Madame de Pompadour, die offizielle Mätresse des französischen Königs Ludwig XV., gab bei der Meissener Manufaktur zwei Figuren in Auftrag, die ihr besonders am Herzen lagen: Sie ließ ihre beiden Lieblingshündchen Ines und Mimi in Meissener Porzellan® verewigen.

Ausgrabungen antiker Stätten und die „Ägyptische Expedition“ Napoleons 1798/99 lösten Ende des 18. Jahrhunderts eine Begeisterung für die orientalische Antike aus, die weit ins 19. Jahrhundert andauerte. Der napoleonische Feldzug in das Land der Pharaonen wurde begleitet von zahlreichen Künstlern und Wissenschaftlern. Ihre Forschungen und unzähligen Reiseberichte führten zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu einer regelrechten Ägypten-Mode und einer romantischen Begeisterung für alles Fremdländische und Exotische. Das im Jahr 2002 entstandene Reiseservice „Ägyptische Ansichten“ nimmt Bezug auf die große Ägypten-Mode des frühen 19. Jahrhunderts. Während des napoleonischen Ägyptenfeldzuges gefertigte Zeichnungen der Pyramiden dienten als Vorlage für die Meissener Malerei „Ägyptische Ansichten“. Die beiden Leuchterfiguren in Form von Sphingen wurden nach dem Vorbild antiker Funde gefertigt, die bei den Ausgrabungen in Pompeji entdeckt worden sind.

Aus Anlass der Eröffnung der neuen amerikanischen Botschaft in Berlin am 4. Juli 2008 entstand in den Werkstätten der Manufaktur Meissen die Großplastik eines Weißkopfseeadlers, dem Wappentier der USA seit 1782. Diese Großplastik ist aktuelles Zeugnis der handwerklichen Meisterschaft der Modelleure, Former, Bossierer und Porzellanmaler der Manufaktur Meissen.

 

In der Meissener Manufaktur entstanden im 19. Jahrhundert Porzellane nach dem Vorbild türkisch-osmanischer Keramiken aus Iznik und Kütahya. Der Einfluss türkischer Kunst auf das europäische Kunstgewerbe hat eine lange Tradition. Bereits im 16. Jahrhundert entwickelte sich in allen Teilen Europas eine „Türkenmode“, die ihren Höhepunkt im 19. Jahrhundert fand. Über wirtschaftliche Beziehungen, aber auch durch die internationalen Weltausstellungen, an denen die islamischen Reiche teilnahmen, hatte man Kenntnis vom Kunstgewerbe der osmanischen Türkei. Das im Islam vorherrschende Bilderverbot führte dazu, dass der Ausdruck religiöser Frömmigkeit andere Formen finden musste. Daher tritt in der islamischen Kunst das Kunsthandwerk stark in den Vordergrund. Die Dekore umfassen vorwiegend geometrische Muster und Pflanzenornamente. Die Schriftkunst wurde zur Kunstform des Islam schlechthin. Die Jubiläumsausstellung „All Nations are Welcome“ ist vom 23. Januar bis 31. Dezember 2010 im Museum of MEISSEN Art, Manufaktur MEISSEN, Talstraße 9, 01662 Meißen, Mo bis So ab 9 Uhr geöffnet. Besucherinformation unter Tel. 03521-468 700 oder www.meissen.com.