Verlagsgespräch
Heute habe ich mit dem Verlag telefoniert. Die sind so verdammt ruhig da. „Ja, ja, nicht schlecht“, heißt es da und dann kommen so Nebensätze wie „Ja, die Firma soundso, die größte Buchhandelskette Österreichs, hat heute angerufen und gefragt, wann die Bücher ausgeliefert werden. Ha,ha,ha. Oder so ne Frage wie: „Würden Sie auch auf eine Lesereise durch die Schweiz gehen?“ Ha,ha,ha. Ja, es könnte sein – und das sage ich jetzt mal so – das da eventuell, vielleicht tatsächlich was in Gang kommt.
Aber ich würde es mir schneller wünschen. Ehrlich gesagt hat mir die Buchmesse total gefallen und es war auch ein großer Erfolg. Aber man ist so ehrfürchtig geworden ob der ganzen Verlage und Bücher und wirklicher Prominenz. So ne Riesenbuchmesse ist für einen Anfänger schon ein ganz schöner Hammer. So als wenn du einen Modeljob haben willst und um dich rum lauter Claudia Schiffers stehen, die schon viele Jahre im Geschäft sind, sich alle untereinander kennen und den Chef der Firma mit Küsschen begrüßen, während du auf den noch zu großen Absatzschuhen ganz schön wackelst.
Nun, wo die Messe vorbei ist und ich die großen Verlage bzw. die wichtigen Autoren und Kritiker nicht mehr unmittelbar vor der Nase habe, geht es mir schon besser. Ich habe auch inzwischen ein paar Tapes und TV-Mitschnitte von meinen Veranstaltungen gesehen und muss sagen, dass ich gewirkt habe, als ob ich dazu gehören würde. Absolut souverän. Ich war beim Betrachten im Fernsehen wirklich erstaunt, wie cool das alles rüber kam. Wie wenig von meiner Aufregung zu sehen war. Ehrlich? Nichts! Wir werden demnächst mal ein paar TV-Sequenzen und vielleicht auch Radio-Mitschnitte hier auf die Seite stellen. Sonst glaubt ihr mir das nicht. Und ich kann mich auch immer mal wieder selbst überzeugen, wenn ich den Glauben verliere. Das schwankt nämlich manchmal auch.
Aber manchmal sollte man sich gar nicht so viele Gedanken und Sorgen machen. Hätte ich vor fünf Jahren den Zeitschriftenmarkt in seiner Fülle und Enge so überblickt wie heute und den regionalen Medienmarkt im Besonderen, hätte ich nie ein Magazin herausgebracht. Manchmal ist es gut, wenn man nicht weiß, dass die Flügel theoretisch zu klein sind. Wie bei der Hummel, die aus Unkenntnis darüber einfach fliegt.
