Totale kaputti
Den witzigen zweiten Teil des Messeberichtes werde ich morgen oder übermorgen schreiben. Im Moment bin ich nämlich nicht gerade leichtfüßig unterwegs. Der ganze PR-Trubel schlaucht. Die Buchproduktion und die Vorbereitung der Premiere war schon anstrengend und hatte als Höhepunkt und Ziel die Buchmesse. Anspannung pur. Mir war nicht bewusst, dass es danach nicht erledigt ist, sondern erst los geht. Müüüde!
Was unglaublich schlaucht ist, dass ich bei jedem Interview, bei jeder Veranstaltung und Lesung die Weltreise mit allen Höhen und Tiefen emotional jedes Mal wieder durchlebe. Ich steigere mich beim Erzählen so in die Erlebnisse hinein, weil ich will, dass die Zuhörer, Leser oder Zuschauer das Schiffsgefühl spüren können. Dann bin ich immer so geschafft. Unglaublich!
Aber es macht auch einen Riesenspaß. Besonders, wenn man in den Gesichtern des Publikums bei einer Lesung sieht, dass sie mitgehen. Wenn man den Funken in den Augen der Zuhörer erkennt, man beobachtet wie etwas mit ihnen passiert. Am Anfang skeptisch und abwartend, dann immer staunender und zum Schluss richtig euphorisch. Herrlich! Und wenn sich dann bei der Fragerunde am Ende die ersten zwei Leute getraut haben, sprudeln die Fragen bei den anderen mehr und mehr heraus und die Zeit vergeht. Es ist eine große Dynamik in den Veranstaltungen und wenn draußen vor der Tür das Schiff vor Anker liegen würde, würden viele statt anschließend nach Hause spontan und völlig euphorisiert einfach mitschippern. Das ist so schön! Aber ich bin , wenn ich dann irgendwann mal nach Hause komme, fix und alle. Es nimmt mich auch nach einem Jahr immer noch ganz schön mit, das Schiff, die Erinnerungen…
Und ja: Es ist viel PR-Wirbel. Muss ja auch sein bei der Vielzahl der Buchtitel auf dem Markt. Und nein: Da ist wenig geschäftliches Kalkül dahinter, aber eine große Portion Idealismus. Schriftsteller, die allein von ihren Werken leben können, kann man an zehn Fingern abzählen. Ich mache das auch nur nebenbei, dafür nimmt es allerdings aber gerade ganz schön viel Zeit in Anspruch. Mein Hauptjob ist und bleibt Disy! Wie geht die eine Werbung: „Ich liebe es.“ Klasse wäre nur, wenn man Schlaf auch mal schnell im Stehen nebenbei erledigen könnte.
