Warum ich so selten schreibe
Weil das verdammt schwer ist. Nicht das Schreiben an sich, das geht mir leicht von der Hand. Aber was kann ich hier auf den Seiten schon veröffentlichen, das nicht in irgendeiner Weise für Unmut sorgt. Schließlich bin ich die Chefin von det Janzen und so fällt es mir viel schwerer als auf dem Schiff, eine leichte Sprache zu finden. Schließlich lesen hier auch viele Kunden, Mitarbeiter, Geschäftpartner und sicher auch die lieben Mitbewerber mit.
Schreibe ich, wie gut es mir geht, sieht es aus wie Angeberei, die Mitarbeiter wollen mehr Geld (noch mehr …J), den Kunden tut ihr Geld leid und die Mitbewerber werden neidisch. Schreibe ich, wie schlecht es mir geht, klingt das schwach, weich und macht mich angreifbar. Die Mitarbeiter hauen ab, die Kunden auch und die Mitbewerber verschwenden teuren Champus.
Dazu kommt, dass ich den Draht zu meinem Inneren so ziemlich verloren habe. Ich habe euch erzählt, dass die Menschen auf dem Schiff in den ersten Wochen ihre Masken abgelegt haben und sie in den letzten Tagen schon wieder langsam aber sicher anpappten. Schicht für Schicht. So ging es mir auch. So authentisch, frei und ehrlich konnte ich nur auf dem Schiff schreiben. Da war ich weit weg, scheinbar unerreichbar für Konsequenzen, Häme oder unberechtigte Anhänglichkeit. Da war ich pur.
Ehrlich gesagt fand ich mich so pur echt toll. Es tat gut zu erkennen, was für ein Mensch ich doch eigentlich noch war und zu was für unglaublichen Emotionen und Gefühlen ich fähig war – in alle Richtungen. Es hat mich authentisch gemacht und sehr verletzbar. Dummerweise hat es mich jedes Mal in diesen Phasen meines Lebens ziemlich hart erwischt. Einmal nach der Geburt meiner Tochter und dann auf dem Schiff. Das bringt einen zwangsläufig zu der Erkenntnis, dass es mit den ganzen Masken, Schalen und dem obligatorischen Lächeln sicherer ist. Besser die anderen wissen nicht so viel über mich. Es wird maximal gegen mich verwendet. Alle anderen wussten das schon immer, schon klar. Ich weiß es jetzt auch.
Nun bin ich eben (wieder) wie alle anderen und deshalb fällt mir der Blog so schwer.
Entweder ich warte auf die wenigen Phasen, die mich meist nach einer Nachtschicht an meinem Schreibtisch ereilen, wenn ich leise Musik höre und vorm Schlafen noch ein paar Fotos ansehe, oder ich schreibe in einem anderen Stil. Ich könnte euch ganz normal vom Redaktionsalltag erzählen oder von meinem Job. Da bin ich vielleicht auf der sicheren Seite.
Aber von meiner Erkenntnis, die sich nach dem letzten Schiffsbesuch eingestellt hat, schreibe ich euch zumindest noch. Das hatte ich angekündigt und darauf könnt ihr euch auch verlassen. In den nächsten Tagen…
