Provokation auf der Sparkasse
Gestern erlebte ich in der Filiale der Sparkasse auf dem Fetscherplatz ein Fiasko. Mein Kind bekommt von Oma und Opa regelmäßig Münzen zum Zählen und Sparen geschenkt. Diese schütten wir dann in der Sparkassenfiliale in die Zählmaschine, bekommen einen Zettel und lassen uns am Schalter das Geld auszahlen. Dieses Mal stand auf dem Zettel die Summe von fünf Euro und ein paar Cent. Doch die Frau am Schalter hatte einen schlechten Tag und wollte meinem Kind das Geld nicht geben.
„Auf welches Konto soll ich es einzahlen?“, fragte sie. „Gar nicht. Wir wollen das Geld ausgezahlt bekommen.“ Die Frau fragte in unqualifiziertem Ton, ob wir wohl nicht lesen könnten. Es würde an der Maschine dran stehen, dass das Geld auf ein Konto eingezahlt werden muss. Da wir es immer ausgezahlt bekommen haben, hatte ich nicht auf einen Zettel geachtet. Die Frau ließ nicht mit sich reden, wurde immer böser und mein Kind fing an zu weinen. „Mein Geld…“, jammerte es. Ich habe auf der Sparkasse nur noch ein Geschäftskonto und dort gehört das Geld meines Kindes nicht hin. Die Frau ignorierte uns mit unserem Bon und sprach einfach mit der nächsten Kundin. Ich mischte mich ein und sagte, dass die Sparkasse immer noch die fünf Euro und ein paar Cent von meinem Kind hätte und sie das Geld rausrücken sollte. „Ich habe schon erklärt, dass das nicht geht“, erklärte die Sparkassen-Angestellte und sprach weiter mit der Frau hinter uns. Da hob ich etwas meine Stimme und wollte die Filialleiterin sprechen. Die Sparkassen-Frau ließ uns stehen und verschwand. Der Schalter blieb leer. Drei Minuten, sechs Minuten, 12 Minuten. Sie kam wieder und beschimpfte mich: „Leute wie Sie kenne ich, tun so, als könnten sie nicht lesen und nutzen fremde Geräte.“ Können Sie sich vorstellen, dass ich in dieser Situation fast geplatzt werde. Ich fragte sie, warum das Geldzählgerät dort stehen würde, wenn nicht zum Geldzählen. „Aber nur für unsere Kunden!“ Meine Herren, was hatte die Frau denn nur. „Ich bin ihr Kunde!!!“, sagte ich und schlug mir mit der flachen Hand an die Stirn. „Zahlen Sie uns jetzt das Geld aus?“ Die Frau grinste mir ins Gesicht: „Wenn Sie bei uns Kunde wären, dann könnten Sie das Geld auch auf ihr Konto einzahlen.“ Ich versuchte ihr noch einmal den Sinn der Aktion zu erklären und dass mein Kind lernen sollte, Geld zu zählen und die Umwandlung von vielen kleinen Centstücken in Euros oder gar Scheine erleben sollte. Die Frau WOLLTE einfach nicht. Keine Chance. Vielleicht hätten wir nicht in Turnschuhen und Jeans kommen sollen. Mit Businesskleidung hätte sie uns vielleicht freundlicher behandelt. „Ich verlange, einen Verantwortlichen zu sprechen. Sie können das Geld meines Kindes doch nicht einfach behalten“, erklärte ich. Nach der Rücksprache mit der Chefin gab sie uns den Bon zurück. „Sie dürfen sich das Geld an der Kasse auszahlen lassen, aber in der gleichen Stückelung, wie Sie es in die Maschine geworfen haben.“ Sie grinste wieder. Auf dem Bon stand exakt wie viele einzelne Centstücke, wie viele Fünfer, Zehner usw. die Maschine gezählt hatte. Als die Kassiererin an der Kasse tatsächlich anfing, uns die einzelnen Centstücke abzuzählen und uns die kleinen Häufchen zu zehn Stück vor die Nase zu legen, war es mit meiner Beherrschung endgültig vorbei. Selten habe ich solche Provokation erlebt. Gut, dass ich meine anderen Konten bei Direktbanken habe. Da stimmen nicht nur die Zinsen, es spart auch Zeit und Nerven.
Das Ende: Ein Gespräch mit der Filialleiterin brachte eine Entschuldigung und letztlich durften wir doch mit einem Fünfeuroschein und paar größeren Münzen die Filiale verlassen.
