Ich bin keine Diva!
Ich bin keine Diva!
Alles über die wahre Zora - Ein enthüllendes Portrait
Zora Schwarz ist die wohl schillerndste und glamouröseste
Person der Dresdner Gesellschaft. Doch Zora ist mehr als ihre
teuren Kleider und extravaganten Auftritte. Sie ist eine äußerst erfolgreiche
Geschäftsfrau, und sie ist vor allem eines: Mensch. Zwischen taff
und warmherzig – Disy hat die wahre Zora kennengelernt.
Vor acht Jahren kam Zora nach Dresden, mietete das kleinste Haus
auf dem Areal Prießnitzstraße – Pfunds Molkerei, später weitere
und hat mittlerweile das Areal gekauft. Jetzt besitzt Zora zwei Restaurants,
zwei Theater, ein Hotel und eine Cocktailbar – sechs Geschäfte
und ein Büro. Das Unternehmen ist sehr groß geworden.
Ihr Motto: „Es gibt keine Vergangenheit. Das ist vorbei. Es gibt keine Zukunft,
denn wir wissen nicht, ob wir sie erleben. Es gibt nur das Jetzt!
Getreu dem Motto: Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum!“
Also lebt Zora ihr Leben, genießt und ist glücklich.
Ihr Leben ist die Bühne. „Es ist ein harter Job, auf der Bühne zu stehen
und lächeln zu müssen, auch wenn es mir schlecht geht“, erklärt sie. Aber
sie hat es in den Jahren gelernt. Sie hatte zwei Todesfälle in der Familie,
machte eine Pause und konnte mehrere Monate nicht arbeiten. Wenn sie
auf der Bühne steht, ist es schwer, aber es muss gehen. „Es ist nun mal so.
Ich habe diesen Job. Das ist keine Fabrik, in der ich mal Tränen wegwischen
kann. Ich weine in der Garderobe, wenn es krass ist. Aber auf der
Bühne wird gelacht“, sagt sie. „Ich bin auch nur ein Mensch. Ein Mensch
kann nicht 365 Tage im Jahr glücklich sein.“ Aber sie IST ein glücklicher Mensch. Ihre Familie, ihr Umfeld muss stimmen. Dann ist alles okay. „Mein Job ist es, andere glücklich zu machen“, sagt die Carte Blanche-
Chefin. „Ich versuche es immer. Wenn ich sehe, wie glücklich die Gäste aus
dem Programm herausgehen, haben ich und mein Team unseren Job
richtig gemacht.“ Das Umfeld, das zu ihrem Leben dazugehört, ist ihr
wichtig, dass alles harmoniert, die Familie und die Mitarbeiter, die zum Teil auch Familie geworden sind.
Sie weiß aber auch, dass sie es ohne ihr gesamtes Team niemals so weit gebracht hätte. Die Stärken jedes einzelnen
Mitarbeiters fördern, kann Perfektion entstehen.
Egal, ob es sich um ihre Bürodamen handelt, um ihre Nichte Anita, welche für die Buchhaltung verantwortlich ist, ihre Künstler auf der Carte-Blanche-Bühne wie
Thomas, Michael, Ben, Stefan und Christian, das gesamte Personal, dass
sich um das persönliche Wohl der Gäste kümmert – alle zusammen sorgen
dafür, dass der Gast einen unvergesslichen Abend nicht nur in der Show,
sondern auf dem Areal der Carte Blanche GmbH, also auch in den Restaurants
bzw. der Cocktailbar erlebt. Eine E-Mail, dass die Gäste auf jeden
Fall wiederkommen, ist der größte Lohn für sie. „Nur schade, dass man
davon allein nicht leben kann“ sagt Zora lachend.
Als Kind kam Zora mit ihren Eltern von Bosnien nach Bremen, von dort
über Münster und Dortmund nach Dresden und ist hier jetzt zu Hause angekommen.
Zuhause bedeutet für sie, dass sie sich zu Hause fühlt, dass der
Job stimmt, dass die Familie und die Freunde da sind. „Alles, was um mich
herum passiert, muss schön sein. Ich fühle mich überall zu Hause, wo ich
mich wohlfühle, aber in Dresden habe ich das Gefühl, ANGEKOMMEN
zu sein.“
Wie gesagt, ihr Unternehmen ist sehr groß geworden. Das Carte Blanche
Restaurant ist deutsch-international, das neue Restaurant kroatisch mit
vielen Speisen nach Rezepten von Zoras Mutter, die vor 15 Jahren starb.
„Wenn ich an die Kindheit und das Erwachsenwerden denke, war das das
beste Essen, das ich gegessen habe, das von Mutter“, schwärmt die Unternehmerin.
Ihre neue Bühne, ihr sogenanntes Partnertheater, ist ein Varietétheater – ja,
Dresden hat nun endlich wieder ein Varietétheater, welches sie gemeinsam
mit Grit Hazraty, ihrer langjährigen Mitarbeiterin und Freundin, leitet. Und
wie das bei Freundinnen so üblich ist, werden alle Details zu jedem neuen
Programm im Vorfeld besprochen. Das Programm wechselt aller zwei Monate.
Wünsche, Sehnsüchte und die Erzeugung von Emotionen wurden in
den Mittelpunkt der Konzeptentwicklung gestellt. Eine große Bandbreite
an Comedy und Artistik, Travestie und Tanz bietet dem Gast Kunst aus
Leidenschaft, ohne dabei die Zeichen der Zeit aus den Augen zu verlieren.
Das Programm ist prall gefüllt. u. a. mit Ausnahmeartisten, die in einer anspruchsvollen Choreografie die schwierigsten Akrobatikdisziplinen vereinen.
Sensationelle Stimmen, die Gänsehaut verursachen, sind zu hören. Balladen
über das Leben und die Liebe rühren manchmal auch zu Tränen. Internationale
Travestiekünstler der Extraklasse sind zu sehen, sowie ein Showballett, das
nicht nur Männerherzen höher schlagen lässt. Moderne Musikcomedy, Comedymagie, Slapstick und Parodien. Im Juli und August wird eine Sommerpause sein, um frisch gestärkt in die neue Saison zu starten.
Im Carte Blanche – der Travestie-Revue werden aber durchgehend, auf Grund der hohen andauernden Resonanz allabendlich die Shows der Verwandlung gezeigt. Zora freut sich täglich auf ihr Publikum: „Manchmal haben wir Gäste, die
skeptisch ins Theater gehen und erst überzeugt werden müssen. Das Publikum
in Dresden will erst mal sehen, was wir machen. Sie schreien und
jubeln nicht gleich, wenn wir herauskommen.“ Viele kommen auch mit
Vorurteilen, bevor sie die Kunst der Verwandlung erkennen. Aber bisher
war noch nie ein Tag ohne Zugabe.“
Zora wird auch für viele Fotoshootings angefragt. Für jede Werbefläche
sind andere Bilder nötig, ob für eine Werbekampagne der Sparkasse Dresden
oder auch für einen Banner von 15 Metern für die Zufahrt zur Niederlassung
von Mercedes Dresden. Auch das Shooting für das Disy-Titelbild
war harte Arbeit. „Ich habe die Bilder von Eugen E. Mesow in Disy gesehen.
Solche Fotos wollte ich auch“, erinnert sie sich. Sie macht immer das,
was ausgefallen ist. Eugen E. Mesow hat Erfahrung mit Haut. Und Haut
will sie zeigen. Wie für Disy ist ganz Dresden Zora`s Heimat.
Sie ist glücklich, in dieser wunderschönen Stadt leben zu dürfen. Hier wohnt sie auf dem höchsten Punkt Dresdens, über dem Louisenhof. Wenn sie auf der Terrasse steht, sieht sie die ganze Stadt. Dresden liebt Zora und Zora liebt Dresden. Für sie war das Ankommen hier wie ein Sechser im Lotto. Am liebsten würde Zora mit der ganzen Stadt zusammenarbeiten. „Wir sollten die Stadt von
der besten Seite präsentieren“, meint sie. Dabei denkt sie an den Starfriseur
Holger Knievel, der auch das Beste für Dresden versucht, an Helma
Orosz, an Werbung und Tourismus. Sie weiß, wie schwer es ist, Dresden
zu repräsentieren. Wenn sie in Dubai sagt, dass sie aus Dresden kommt, ist
sie traurig, dass sie erklären muss, dass Dresden in der Nähe von Berlin
liegt, weil dort keiner Dresden kennt. Die Stadt sei so schön, dass man es
in der Welt verkünden muss. In Dubai kauft Zora Stoffe, die es in Europa nicht gibt, für die Show, unddort erholt sie sich auch.
„Es ist wunderschön und sehr sauber. Das Personal
ist sehr freundlich und macht sogar einen Knicks – obwohl mir das
peinlich ist“, lacht sie. Mit Stoffen aus Dubai plant sie im Juli eine riesige,
aufwendige Show auf dem Stadtfest. Außerdem verarbeitet sie Strass von Swarovski und Straußenfedern á la Moulin Rouge. Sehr viel Geld, sehr viele Proben, Anproben und Schneiderei sind dazu nötig. Zora ließ einen Schneider aus Martinique einfliegen.
Sie kauft nirgendwo Kostüme von der Stange, für jeden Künstler wird die Kleidung extra angefertigt. Lässt sich eine Skizze nicht verwirklichen, muss man es umbenennen. Dann kommen Ideen von den Künstlern und vom Schneider. Manchmal werden die Kostüme anders als geplant. Aber immer sehen sie einmalig und pompös aus.
Auch auf dem Gelände geht es weiter. Vier der fünf Häuser sind besetzt. Aus dem fünften soll in einem mittelfristigen Zeitrahmen ein riesiges Theater über drei Etagen mit Wasserfällen entstehen. Dort soll man auf die Bühne geflogen kommen oder wegfliegen können. Es wird eine Eisfläche
geben. Die Pläne sind bereits genehmigt. Es braucht nur noch gestartet werden.
Aber immer schön Stück für Stück – es muss schließlich in sich stimmig sein, und das dauert nun mal seine Zeit. Im Moment arbeitet Zora in beiden Häusern: Carte Blanche und Variete Theater Dresden. Zwei Veranstaltungen sind im Carte Blanche. Eine Show beginnt um 19 Uhr, die zweite im Varieté
20.30 Uhr. In beiden wirkt sie mit. Sie hat extra die Schlangenshow La kaa aus Erfurt kommen lassen, bei der sie den Part der Hauptdarstellerin übernimmt. Die schwerste Schlange, Zeus, wiegt über 90 Kilogramm. Wenn die erste Show im Carte Blanche beendet ist, tritt Zora im Varieté auf. Danach geht sie nochmals ins Carte Blanche und begleitet die dritte Show mit Beginn
um 22.30 Uhr. Aber das ist nun mal ihr Leben. Das sind ihre Häuser und ihre Gäste, ihr Publikum. Für Zora wäre ein freier Tag, an dem sie nichts zu tun hätte, eine Strafe. Sie ist ein Mensch, der arbeiten muss. Obwohl das Theater immer voll ist. Oft tut es ihr leid, wenn Hotels oder Gäste, die hier gelandet sind, anrufen und Karten haben wollen, die Shows aber ausverkauft
sind. Die Vorstellungen sind an den Wochenenden bis zu einem halben Jahr vorher ausverkauft. Die Touristen kommen meist am Wochenende. So hat sie sogar schon persönliche Gäste, die sie sehr gut kennt, ausgeladen, damit Gäste von weit her die Show besuchen können. Zu ihren prominentesten
Gästen zählen u.a. Jürgen Drews, Ute Freudenberg, Desiree Nick, Herbert Feuerstein und Bürger Lars Dietrich. Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz ist fast schon Stammgast.
„Es ist wunderschön zu wissen, dass sie im Publikum sitzt. Sie war schon mehrmals da“, freut sich Zora. „Sie weiß, dass wir eine neue Show kreieren. Ab und zu sind wir bei den Filmnächten am Elbufer dabei. Auch da war Frau Orosz anwesend. Das gibt mir ein gutes Gefühl, dass sie, als
Oberbürgermeisterin, mich unterstützt. Etwas Besseres kann mir nicht passieren. Hoffentlich ist sie bald wieder auf den Beinen. Ich mag sie sehr, drücke ihr die Daumen, dass sie schnell gesund
wird, und weiß, dass sie stark ist und das schafft. Sie ist ein bisschen wie ich: Wenn wir etwas schaffen wollen, schaffen wir das auch.“
Die Menschen, die zu Zora ins Theater kommen, sollten Spaß verstehen. „Wir veräppeln uns meist selber. Wenn der Gast in der ersten Reihe sitzt, kriegt er einen ab“, sagt sie.
„Humor brauchen wir schon in unserer Show.“ Wenn sie auf der Bühne steht, möchte sie, dass selbst der Gast in der letzten Reihe sie „riechen kann“ – Coco Chanels „Mademoiselle“. Davon verbraucht sie sehr viel.
„Sie können sich vorstellen, was das kostet“, klagt und lacht Zora. Aber jeden Tag kommen Frauen und fragen nach dem Duft, sodass Douglas Zora eigentlich schon seit Langem sponsern müsste. Der Showstar ist nachdenklich geworden. „Ich will, dass die Menschen wissen, wer und wie ich wirklich bin.
Die Presse schreibt manchmal, ich würde von goldenen Tellern essen und aus goldenen Bechern trinken. Ich bin genauso normal wie jede Frau von nebenan. Ich bin keine Diva. Ich verkaufe eine Illusion. Deshalb muss ich pompös sein und mit der Show auch etwas übertreiben. Ich muss anders riechen. Ich muss anders sein – ich muss eine Illusion AUF DER BÜHNE sein.“ Ihre Arbeit ist nicht nur ein Job. Es ist ihr Leben, ihre Seele, ihr Alles. Sie bricht gern aus. Aber auch am Ende der Welt weiß sie, wo sie hingehört und warum sie auf der Welt ist – anderen Menschen mit ihrer Kunst ein paar glückliche Stunden zu bereiten.













