„Manche würden sagen, es wird immer schwieriger.“

Foto: TVNOW / Stefan Gregorowius

Xavier Naidoo ist nicht nur einer der erfolgreichsten Musiker Deutschlands, sondern auch Songwriter, Producer, Musik-Dozent und TV-Entertainer. Im Interview spricht er über seinen neuen Job als Juror bei DSDS, was er jungen Künstlern rät und wie sich das Musikgeschäft in der digitalen Welt verändert hat.

 

Dieter Bohlen wollte dich schon früher zu DSDS holen. Was hat dich bewegt, dieses Jahr in der Jury von DSDS zu sitzen?

Naidoo: Es ist eigentlich so, dass ich schon einige Jahre gerne mit Dieter zusammen gearbeitet hätte, weil wir uns bei einer anderen Produktion kennengelernt haben. Zudem haben RTL und Dieter mir gesagt, dass dieses Jahr der Fokus noch einmal mehr auf das musikalische gelegt wird und dann konnte ich der Versuchung nicht widerstehen bei DSDS Mäuschen zu spielen.

 

Was haben deine Fans gesagt?

Naidoo: Die haben das größtenteils positiv aufgenommen, aber es gab natürlich auch einige, die sich an die Anfänge von DSDS erinnert haben. Aber ich bin tatsächlich immer auf Talentsuche, immer interessiert an neuen Sängern. Ich glaube alle, die da heutzutage hinkommen wissen, was ihnen blühen kann, wenn sie ihre Sache nicht gut machen. Jeder weiß, wie der Dieter ist und ich glaube, ich bin dazu das perfekte Gegengewicht.

 

Es ist ja nicht dein erster Jurorenjob. Was gefällt dir an der Arbeit besonders?

Naidoo: Es ist toll jetzt einen Platz und ein Termin zu haben, an dem Menschen mir etwas vorsingen können. Über die Jahre hat sich einiges aufgestaut. Ich habe normalerweise nach Konzerten oder auch einfach so nicht immer die Zeit, Menschen zuzuhören, wenn sie mir etwas vorsingen oder mit mir zusammen singen möchten. Jetzt hatte ich die Möglichkeit bei DSDS mit gebührender Aufmerksamkeit mich ihrem Gesang zu widmen.

 

Du warst bisher bei "The Voice" und "Sing meinen Song". Was macht DSDS so besonders?

Naidoo: Dadurch, dass dort teilweise Talente antreten, die Sätze sagen wie: ,Ich habe noch nie ein Mikro in der Hand gehabt.´ ist es natürlich sehr reizvoll. Diese Menschen, bei denen „rohes Talent“, von dem wir immer sprechen, vorhanden ist, ab dem Zeitpunkt zu begleiten, diese Entwicklung zu erleben und auch den Input, den man gibt, teilweise einen Tag später bereits umgewandelt zu sehen, ist schon sehr besonders.

 

Was für Ratschläge kannst du dem DSDS-Gewinner Darvin Herbrüggen für den weiteren Weg mitgeben?

Naidoo: Das liegt immer ganz an dem Kandidaten und an welcher Stelle er in seinem Werdegang gerade ist. Also wenn ich ehrlich bin, ist das, was ich immer mitgebe: üben, üben, üben. Wichtig ist auch, sich immer wieder zu hinterfragen und die Stimme kritisch zu hören. Nicht sehr viel darauf geben, was andere sagen. Man muss sich selbst gegenüber am kritischsten sein.

 

Wie schwierig ist es für einen Sänger oder Musiker in der neuen digitalen Welt Erfolg zu haben?

Naidoo: Manche würden sagen, es wird immer schwieriger. Vor 10 Jahren waren die Konzerte quasi Promo für die Platte und heute ist es genau umgekehrt. Andere würden sagen, dass es jetzt YouTube und andere Plattformen gibt, auf denen man seinen Gesang und sein ganzes Können hochladen und sich gleichzeitig schon ein Publikum erspielen kann. Da würden dann andere sagen, sowas gab es früher auch nicht. Das ist fast ausgeglichen. Ich finde, man muss einfach fit sein.