Unser Wohlstand kommt nicht einfach so.

Foto: Wolfgang Bährle

Wolfgang Bährle, Honorarkonsul der Republik Guinea.

 

Der Elektrotechniker weiß, dass kein afrikanischer Flüchtling freiwillig hier lebt. „Natürlich würden die lieber in ihrer Heimat sein“, sagt Wolfgang Bährle und verweist dabei auf die unzumutbaren

Lebensumstände, die sie davon abhalten. Genau deswegen möchte er das Land Guinea in die Selbstständigkeit führen.

 

Als Wolfgang Bährle das erste Mal nach Guinea kam, sollte sein Aufenthalt zwei Wochen dauern. Daraus wurden vier Jahre. Er sei hängen geblieben in dem afrikanischen Land mit den großen Schwierigkeiten. „Das Land ist reich an Bodenschätzen, aber es hat nichts davon“, sagt der Konsul. Damit spielt er auf ein großes afrikanisches Problem an, dass der Kontinent wenig von seinen Reichtümern abbekommt. „Genau hier müssen wir aufklären, damit sich das Land seiner Güter bewusst wird und nicht ausgebeutet wird“, sagt er. Im Gegensatz zu anderen Staaten sei es in Guinea noch nicht zu spät. Die Welt verändere sich. „Mit China und Indien gibt es neue Globalplayer, mit denen Guinea verhandeln muss, sich aber nicht ausnutzen lassen darf“, sagt Wolfgang Bährle. Schwierig sei das vor allem, weil der Sozialismus lange Zeit das Land beherrschte und die neuen Minister noch sehr unerfahren seien. „Deswegen liegt der Schwerpunkt meiner Arbeit in der Aufklärung“, beschreibt er. In Guinea gäbe es keinen Ort, an dem nicht irgendein Rohstoff vorkommt. Genau darin liegt das Potenzial des Landes. Es gehe darum, den Blick der Politiker genau auf diesen Reichtum zu lenken. „Es kann nicht sein, dass diese Wertquelle exportiert wird und sich ausländischen Unternehmen oder Staaten daran bereichern, ohne dass Guinea selbst etwas davon hat“, appelliert der Konsul. Denn genau darin sieht er den Grund, warum der Wohlstand der westlichen Welt so enorm größer ist, als der Afrikas. Mit der Aufklärung nach außen hält er sich bedeckt, da er dessen Wirkung für zu gering hält. „Die Leuten gehen trotzdem in den Discounter“, sagt er und bedauert die Ignoranz der nicht betroffenen Menschen.