Winzerstube „Zum Rebstock" - Hauptstraße 17

Obwohl die Winzerstube „Zum Rebstock“ alles dafür mitbringt, ist sie schon lange kein Geheimtipp mehr. Versteckt in einem der zahlreichen Hinterhöfe der Inneren Neustadt und in unmittelbarer Nähe zum Societätstheater Dresden, befi ndet sie sich seit 2002. Die dunkelbraunen Tische verteilen sich quer durch den kleinen Gastraum und bieten Platz für rund 30 Gäste. Im Nebengebäude befi nden sich Tische für weitere 20 Gäste, verrät uns Wirtin Regina Lindemann. Zu Beginn unseres Besuches sind wir die einzigen Gäste, doch spätestens zum Hauptgang, füllt sich die Winzerstube. Wir nutzen die Gelegenheit und plaudern mit der Gastgeberin. „Bei uns steht der Wein im Vordergrund.“ In der Tat: über 40 offene Weine sind im Angebot. Sächsische, pfälzische und internationale Weine fi nden sich auf der Karte. Wir warten auf unsere Vorspeisen und genießen die Atmosphäre der Winzerstube bei fl ackerndem Kerzenlicht. An den hohen Wänden reiht sich Weinfl asche an Weinfl asche. Lange müssen wir nicht auf das Essen warten. Unsere herzliche Kellnerin bringt uns die bestellten Getränke und Aperitif: Winzersekt Riesling trocken vom Weingut Huber/Rheinhessen (4,90 Euro), Traubensaft (2,80 Euro) und Wasser (0,7 l/5,80 Euro). Die Auswahl der Weine zum Essen legen wir vertrauensvoll in die Hände unserer Kellnerin. Goldrichtige Entscheidung! Es gibt Maronencremesüppchen mit Schwarzbrotcroutons (4,90 Euro), dazu einen fruchtigen Riesling vom Weingut Korell (0,1l/3,30 Euro). Eine fruchtig-scharfe Currysuppe mit gebratenen Knoblauchgarnelen (5,90 Euro), dazu einen spritzigen Riesling vom Weingut Schabehorn (0,1l/3,80 Euro). Uns schmeckt es. Lediglich die Schwarzbrotcroutons überzeugen uns nicht, da diese in der Suppe sehr schnell matschig sind. Weiter geht es mit dem zweiten Gang. Als Hauptspeisen wählen wir hausgemachte Rinderroulade mit Apfelrotkohl (14,90 Euro), dazu den vollmundigen chilenischen Rotwein Camenere (0,1l/3,50 Euro). Das Zanderfi let auf Kartoffel-Tomaten-Püree (14,90 Euro) kommt mit einem Viognier VdP d’oc (0,1l/3,30 Euro). Es gibt nichts auszusetzen. Jedes Gericht ist eine Punktlandung der Köchin. Die Winzerstube hat täglich geöffnet. Regina Lindemann legt großen Wert auf Verlässlichkeit: „Zu den Stoßzeiten stehen die Leute Schlange und warten bis ein Tisch frei wird. Das ist wirklich verrückt.“ Weiter erzählt sie, dass viele Touristen den Weg in die Winzerstube finden, die bei ihren Touren durch die Höfe zu einem Gläschen Wein einkehren. Die Wirtin ist begeistert. Schön! Wir probieren den hausgemachten Apfelstrudel mit Vanillesoße und Sahne (5,60 Euro) und die Dresdner Quarkkeulchen (5,20 Euro). Dazu den Dessertwein Solaris Auslese der Weinkellerei Tim Strasser. Ein gelungenes Essen, mit punktgenauer Weinbegleitung. Chapeau!

 

Fazit: Die Auswahl an offenen Weinen in der Winzerstube „Zum Rebstock“ sucht seines Gleichen in Dresden. Der Umfang, die Qualität und die Liebe zum Wein spürt man bei Mitarbeitern und Chefin. Wer hervorragende Weine und gutes Essen in herzlicher und behaglicher Atmosphäre genießen möchte, der ist in der Winzerstube goldrichtig. Kleiner Tipp: Vor allem im Sommer lässt die Terrasse, samt angrenzendem Kräutergarten, absolutes Weingut-Feeling aufkommen.

Foto: PR Winzerstube „Zum Rebstock"