Wie lebe ich mit der Volkskrankheit Diabetes?

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Vor einiger Zeit berichtete ein älterer Kollege, er habe Diabetes und müsse seinen Kaffee jetzt ohne Zucker und möglichst auch ohne das Stück Kuchen dazu verzehren. Ungefähr zwei Monate später teilte mir meine Mutter ebenfalls mit, sie habe Diabetes. Ich hatte auf einer Kommode bei ihr eine Liste mit Zahlen sowie eine Stechhilfe entdeckt und sie hatte mein fragendes Gesicht richtig gedeutet: „Was ist das, wozu ist das gut?“ Es handelte sich um das Werkzeug zur regelmäßigen Blutzuckermessung sowie das dazu gehörige Diabetes-Tagebuch.

 

Meine persönliche Einschätzung dieser Stoffwechselerkrankung war nach den ersten Berührungspunkten damit: Das bekommen ältere Menschen. Die erste Frage, die ich mir bzw. den Betroffenen in beiden Fällen stellte, war: „Musst du dich jetzt selbst spritzen?“. Als ich mich in der Folge eingehender mit der Erkrankung beschäftigte, gelangte ich zu interessanten Erkenntnissen:

 

Was ist Diabetes?

In Deutschland leiden rund sechs Millionen Menschen unterschiedlichen Alters an Diabetes mellitus. Es gibt insgesamt sogar vier Typen dieser Fehlfunktion der Bauchspeicheldrüse, die bei den Betroffenen das Stoffwechselhormon Insulin nicht mehr in ausreichender Menge produziert. Der folglich chronisch erhöhte Blutzuckerspiegel führt unter Umständen zu schwerwiegenden Begleit- und Folgeerkrankungen und muss in jedem Fall behandelt werden. Die häufigsten Formen sind Diabetes Typ 1 und Typ 2. An Diabetes Typ 1 erkranken vor allem Kinder im Alter zwischen 11 und 13 Jahren, daher spricht man auch von „jugendlichem Diabetes“. Dagegen tritt Diabetes Typ 2 überwiegend im Erwachsenenalter auf, er basiert auf einer nachhaltigen Schädigung der Körperzellen aufgrund einer Insulinresistenz und ist bekannt als „Altersdiabetes“. Teilweise ist diese Diabetes-Art genetisch bedingt. Ein ungesunder Lebenswandel – vor allem Übergewicht und Bewegungsmangel – begünstigt die Erkrankung allerdings und sorgt oft dafür, dass sie nicht erst in hohem Alter auftritt.

 

Diagnose und Auswirkungen auf den Alltag

Mögliche Symptome, die auf Diabetes hinweisen, können Müdigkeit, Schwäche, Leistungsminderung, häufiger Harndrang und ein vermehrtes Durstgefühl sein. Die Diagnose erfolgt mittels einer Blutprobe, deren Zuckerkonzentration gemessen wird. Ein Diabetiker sollte seine Blutzuckerwerte im Auge behalten, also regelmäßig prüfen und bestenfalls in einem Diabetes-Tagebuch protokollieren. Die Messung der Blutwerte wird bei Diabetikern schnell zur täglichen Routine. 90 Prozent der Patienten sind an Diabetes Typ 2 erkrankt und benötigen meist im ersten Schritt noch keine tägliche Insulin-Zufuhr mittel Insulin-Pen. Zunächst sollte das Ess- und Trinkverhalten angepasst und eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung angestrebt werden:

 

  • Frisch Gekochtes ist besser als Fertigprodukte, die oft versteckten Zucker enthalten.
  • Zucker, Alkohol, Salz, gesättigte Fettsäuren und einfache Kohlenhydrate sollten vermieden werden.
  • Gewichtsreduktion und Bewegung helfen, den Stoffwechsel anzuregen.
  • Ein maßvoller Lebensstil und die konsequente Einhaltung einer verordneten medikamentösen Therapie reduzieren das Auftreten von Folgeerkrankungen.
  • Die Vermeidung von Stress und regelmäßige Arztkontrollen erleichtern eine Stabilisierung der individuellen Blutzuckerwerte.