Einmal um die Welt, bitte

Einmal um die Welt, bitte

Chefredakteurin Anja K. Fließbach geht mit ihrer kleinen Tochter auf Weltreise und berichtet in Disy 

Fragen über Fragen: Warum, wie lange, mit wem? Seit ich ein paar Leuten von meinem Vorhaben als Weltreisereporter einmal um die Erde zu ziehen, erzählt habe, wechseln sich Staunen mit Ungläubigkeit und Respekt mit der eigenen Sehnsucht jedes einzelnen nach solch einem Abenteuer ab. Die Entscheidung war nicht einfach. Immerhin braucht es etwas Zeit, die ganze Erde zu umrunden. In meinem Fall genau 147 Tage mit dem Schiff. Fast jeder wird sagen: So viel Zeit hätte ich nicht. Ich habe die Zeit eigentlich auch nicht. Wie viele andere hätte ich so ein Vorhaben auf die Rententage in 35 oder 40 Jahren schieben können. Aber ich weiß doch nicht mal, was morgen ist. Oder nächstes Jahr. Wer gibt Garantien, dass wir unsere Wünsche und Träume in einem oder zwei Jahrzehnten immer noch erfüllen können? Außerdem soll mein Kind etwas lernen. Rechnen, schreiben und Fremdsprachen übt sie schon in Ansätzen. Aber das ist nicht wirklich entscheidend. Andere Kulturen erleben, Menschen mit anderen Hautfarben treffen, exotische Natur und Tiere sehen, schauen, was es noch gibt „da draußen“ – das ist die Schule des Lebens. Und dann zurück kommen. Die Heimat noch mehr schätzen können, Dresden bewusster genießen. Sich über jedes Treffen mit der Familie und den Freunden freuen. Mit Erscheinen dieser Disy bleiben mir noch knapp drei Wochen für die Vorbereitung. Geordnetes Chaos würde ich das beschreiben. Mit das wichtigste ist, dass die Disy-Redaktion gut organisiert bleibt, ich von unterwegs berichten kann und Sie, liebe Leser, Disy in gewohnter Zuverlässigkeit und Qualität erhalten werden. Das ganze Disy-Team ist deshalb schon jetzt  fleißig mit den Vorbereitungen für die nächsten Ausgaben beschäftigt.
Überlegen Sie doch mal kurz, was Sie selbst alles regeln müssten, wenn Sie fast ein halbes Jahr unterwegs sein würden. Alles, was mit Job zu tun hat, als Erstes. Dann kommen Fragen wie: Auto abmelden oder verkaufen, Wohnung untervermieten oder kündigen, Kindergartenplatz trotzdem bezahlen oder aufgeben? Ganz abgesehen von solchen Fragen, wie: was nehme ich mit auf solch eine Reise.
Ein echter Vagabund bin ich ehrlich gesagt nicht. Kein Zelt, Rucksack oder Flüge ins „Irgendwo“. Nicht mit einem vierjährigen Kind und auch wenn ich sonst nicht zu solchen Reden neige: wenn, dann höchstens mit einem starken Mann an meiner Seite. Da es den nicht gibt, habe ich mir einen anderen starken Partner „geangelt“: Transocean Tours. Der Kreuzfahrt-Spezialist organisiert seit 1954 solche Reisen und ich kenne die Firma. Ich bin schon mal mit einem ihrer Schiffe von Hongkong über die Häfen von zwölf Ländern nach Venedig ge-fahren. Es war toll!
Von Transocean Tours habe ich einen klaren Fahrplan für die Vorbereitungen bekommen. Impfungen: Hepatitis A, Malariaprohylaxe, Gelbfieber und natürlich Tetanus und Polio. Das kläre ich mit unserer Hausärztin. Die Beantragung der Visa (z.B. für Indien, Indonesien und Australien) übernimmt eine Visazentrale. Wir müssen nur unsere Reisepässe hinschicken. Andere Visa werden wir in den jeweiligen Häfen bekommen.
Starten wird die „MS Astor“ in Nizza und fährt dann östlich um die Erde. Wir können wählen zwischen einer organisierten Busanreise, der Bahn oder einem Flug mit Lufthansa. Wir werden fliegen: von Dresden über Frankfurt nach Nizza. Unser Gepäck inklusive Laptop, Drucker, Kameras, Spielzeug, Bücher, Koffer etc. wird mit dem Bus mitgenommen, ohne Gewichtsbeschränkungen. Transocean Tours bucht uns die Flüge, schafft das Gepäck bis in die Kabine an Bord und fährt uns vom Flughafen zum Schiff. Na, wenn das kein Service ist! 
Alles easy, alles cool. Wäre da nicht das Ding mit Weihnachten. Mein Kind und das Kind in mir haben schon ein wenig Herzweh, wenn wir an Heiligabend oder die Feiertage denken, die wir beide das erste Mal im Leben nicht zu Hause sein werden. Der Tannenbaum in unserem Wohnzimmer,  die Christvesper in der Kirche in Bühlau, die Bescherung bei Oma, ich mit Bart und rotem Mantel und einem unterdrückten Kichern. Doch John Will von Transocean Tours beruhigt: Auf dem Schiff gibt es viele Tannenbäume, Kekse, einen Pfarrer mit Gottesdienst und eine große Weihnachtsgala. Es wird nur etwas wärmer sein, sehr viel Wasser drum herum geben und die Feiertage verbringen wir in Casablanca und anderen Städten Marokkos. Nun, es gibt Schlimmeres.

Ich werde für Sie in den nächsten Disy-Ausgaben (3. März, 3. Juni, 3. September 2005) ausführlich von unserer Weltreise berichten. Zwischendurch können Sie auch mal in die „Sächsische Zeitung am Sonntag“ schauen. Dort werde ich aller zwei Wochen von unterwegs über unsere Erlebnisse schreiben.
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Ahoi!

 

Lesen Sie hier weiter, was Anja K. Fließbach auf der zweiten Etappe erlebte:

 Die Reise meines Lebens

 Die Welt ist nicht so groß - warum? Lesen Sie weiter!