Von der Elbe an die Grachten und zurück

Foto: PR

Es gibt wieder einen Direktflug zwischen Dresden und der niederländischen Hauptstadt Amsterdam. Mit der größten Fluggesellschaft unserer Nachbarn, der KLM, kann man nun täglich diese Route in rund 90 Minuten fliegen. Wir haben es 24 Stunden getestet und waren begeistert. Lesen Sie mal! 

 

Am späten Nachmittag werden wir am Dresdner Flughafen von Markus Kopp  (Geschäftsführer des Dresdner Flughafens), Christian Herzog (General Manager KLM) und Hans-Jürgen Goller (Geschäftsführer Tourismus Marketing Sachsen GmbH) empfangen. Kopp freut sich, dass das Flugnetz von Dresden vergrößert wurde.
Nach der Gepäckkontrolle geht es mit dem Flughafenbus auf das Rollfeld. Kurz
darauf landet unser Flieger, der gerade aus Amsterdam kommt. Ich sichere mir
einen Fensterplatz und mache es mir auf dem Sitz gemütlich. Der Flug selbst dauert nicht einmal eineinhalb Stunden. Trotzdem gibt es einen kleinen Snack - Sandwiches und Getränk. Wir landen pünktlich auf dem Flughafen Schiphol, wo uns schon unsere Reiseleiterin Machteld Ligtvoet von Amsterdam Marketing erwartet. Mit Tesla-Taxis geht es in die Stadt. Zwei Taxiunternehmen, die vom Flughafen abfahren, haben bereits komplett auf diese Elektroautos umgestellt. Die gemütlichen und nahezu geräuschlosen Limousinen bringen uns in rund einer halben Stunde zum Museum und Bistro „Cromhouthuis“. Hier hat die Familie Cromhout, eine berühmte Dynastie in den Niederlanden, die im 17. Jahrhundert unter anderem eine Reihe von Bürgermeistern in Amsterdam gestellt hat, verschiedene Kunstgegenstände gesammelt. Im Emp- fangssaal bekommen wir zum Abendessen ein Menü im Stile des 17. Jahrhunderts. Als Vorspeise gibt es Suppe mit Rind-, Schweine- und Hühnerfleisch, Blumenkohl und Endivie, als Hauptgang einen Hackbraten mit gekochtem Ei sowie Erbsen und Spargel. Die Nachspeise ist köstliches Zitronenmus mit Waffel und Sahne. Nach der Übernachtung im Mercure Hotel im Centre Canal District geht es am nächsten Morgen zu einer Grachtenrundfahrt. Eine typische Touristen-Unternehmung, aber jeder der Amsterdam das erste Mal besucht, sollte das erleben.

Das Boot hat ein abnehmbares Verdeck und bietet etwa zwölf Passagieren Platz. Wir fahren durch die Kanäle der Stadt, unter zahlreichen Brücken hindurch, vorbei am pittoresken Hauptbahnhof und der Westerkerk, in der Rembrandt begraben ist. Auch wenn die Kanäle scheinbar alle gleich aussehen und ich mich frage, wie lange man als Schiffer hier braucht, um sich nicht mehr zu verfahren, wird es nicht langweilig. Es gibt an den Ufern viel zu sehen, von den schmalen Häusern, die auf typische Weise das Stadtbild prägen, bis zu Hausbooten, die auf den Wellen schaukeln. Wir kommen nach gut einer halben Stunde am „Rembrandthuis“ an, dem Gebäude, in dem der vielleicht berühmteste Maler der Niederlande, Rembrandt Harmenszoon van Rijn, 19 Jahre gelebt und viele seiner berühmten Gemälde erschaffen hat. Das Haus wurde 1606 gebaut, im Jahr von Rembrandts Geburt, wie uns unsere Reiseleiterin Evelyne Mooibroek berichtet.

 

Mit 33 Jahren hatte er es erstanden, doch obwohl er zu dieser Zeit schon ein sehr berühmter Maler war, verschuldete er sich durch den Kauf, was ihn schließlich in den Bankrott trieb. Exakt 300 Jahre nach dem Bau hat die Stadt Amsterdam das Haus aufgekauft und zu einem Rembrandt - Museum umgewandelt. Seit nun 20 Jahren ist es so eingerichtet, wie es wohl zu Rembrandts Zeiten ausgesehen hat. Auf drei Stockwerken gibt es also nicht nur sein Atelier und Arbeitszimmer, sondern auch stilecht eingerichtete Küche und Wohnräume. Das Museum besitzt 260 der rund 300 Radierungen, die Rembrandt gefertigt hat, außerdem viele Werke seiner Schüler und seines Lehrmeisters Pieter Lastman. Leider gibt es nur ein originales Gemälde von Rembrandt. Möchte man mehr davon sehen, muss man ins Rijksmuseum gehen oder in die Galerie der alten Meister im Dresdner Zwinger. Die hat immerhin sechs Gemälde Rembrandts.

 

Nach dem Museumsrundgang schlendern wir durch die Stadt, mitten durch vom Tourismus geprägt Gebiete und über den belebten Dam Square, zur X-Bank, einem vor Kurzem eröffneten Kultur- und Fashion-Zentrum. Die Räumlichkeiten waren tatsächlich früher eine Bank. Im ersten Stock stehen jetzt Mode und Kunst Seite an Seite, X- Bank will jungen Designern eine Plattform geben, niederländischen, aber auch internationalen, die von Amsterdam aus tätig sind. Von hier aus geht es per pedes wieder ein Stück durch die Stadt, direkt durch das (zu dieser Tageszeit wenig be- lebte) Rotlichtviertel, vorbei an Coffee- Shops, zu unserem letzten Ziel, dem „The Grand“ Sofitel Legend Hotel, wo wir zu Mittag essen. Hier gesellt sich Michaela Klare zu uns, Leiterin der Auslandsvertretung der Deutschen Zentrale für Tourismus in Amsterdam. Sie sieht die neue Direktverbindung als große Chance für Touristen, die Städtereisen bevorzugen. „Aufgrund der Entfernung ist Dresden für die Niederländer eher ein Aus ugsziel, beispielsweise von Berlin aus oder im Rahmen einer Reise durch Sachsen. Das kann mit dem neuen Flug geändert werden.“ Im vergangenen Jahr gab es 11,2 Millionen Übernachtungen von Niederländern in Deutschland, davon entfielen 190.000 auf Sachsen. Im Städtevergleich liegt Dresden in diesem Ranking mit 47.000 Übernachtungen auf Platz sieben. „Entgegen des Klischees übernachten übrigens sehr wenige Touristen aus den Niederlanden auf Campingplätzen, lediglich 7 Prozent. In Hotels sind es sechsmal soviel.“ Der durchschnittliche Niederlande-Tourist in Deutschland ist 54 Jahre alt, verbringt 8 Tage hier und gibt rund 500 Euro aus. Gegen Mittag neigt sich der Amsterdam-Trip auch schon wieder dem Ende zu. Nicht einmal 24 Stunden sind wir hier gewesen, aber wir haben die Zeit gut genutzt. Das zeigt, dass sich diese Stadt für eine kurze Reise, und wenn es nur für ein Wochenende ist, immer lohnt. Dafür ist der Direkt ug ab Dresden eine wunderbare Gelegenheit.