Verona - Die romantischste Stadt Italiens

Fotos: Makrodepecher/Pixelio

Von allen Städten ist Verona sobald man die Alpen überquert hatte, die wohl typisch italienischste Stadt am Gardasee. Bisher kannten wir die Stadt nur als den Handlungsort der größten Liebesgeschichte aller Zeiten, der Heimat der Montagues und Capolets, von Romeo und Julia. Am Fuße der Voralpen gelegen und als Kreuzpunkt zwischen Europa und der Mittelmeerregion kommt die Umgebung und Landschaft um die Stadt herum in den Genuss einer besonderen Formation. 

Im Norden wird die Stadt von den Bergen Lessiniens umschlossen. Ganz in der Nähe liegt der Gardasee, der größte See Italiens. Schon ganz gespannt, freuen wir uns auf ein paar Tage voller Entspannung und schöner Momente im romantisch verzauberten Verona. Kaum aus dem Auto ausgestiegen, merken wir, wie mild und warm uns das Klima hier vorkommt. Es ist eine perfekte Mischung aus Sonnenschein bei nicht zu hohen Temperaturen. Unsere Unterkunft liegt nicht Das Amphitheater - das Wahrzeichen der Stadt weit vom Zentrum, auf der nördlichen Seite der Etsch. Außerhalb des Zentrums sind die Straßen weit und geräumig. Bäume säumen sich zu Alleen, wir sehen das moderne Verona. Die Stadt ist ein Ort voller Leben. Ruhig und doch zielstrebig gehen die Veronesen ihren täglichen Aufgaben nach. Die Innenstadt ist von seltener Schönheit, die vor allem durch ihre geschichtliche Entwicklung und die unvergleichbar gut erhaltenen historischen Bauten zurückzuführen ist. Die Straßen sind stets in ein warmes Licht getaucht und bieten viele romantische Plätze, Gassen und beeindruckende Sehenswürdigkeiten. Mit einer unbeschreiblichen Magie verführt Verona uns immer wieder aufs Neue. So schön hatten wir es uns nicht vorgestellt. Verona hat eine sehr lange Geschichte. Ab 89 v. Christus war es eine römische Kolonie. Nach verschiedenen weiteren Unterwerfungen wurde Verona 1797 österreichisch und erst 1866 fiel Verona an das Königreich Italien. Die Vergangenheit hat das Stadtbild stark geprägt. Eine dieser Bauten hat weltweiten Ruhm erlangt, gemeint ist die Arena. Von den Römern erbaut, diente es am Anfang als Amphitheater, wurde für Gladiatorenkämpfe und Hinrichtungen benutzt. Ab 1913 werden hier aufgrund der hervorragenden Akustik regelmäßig Theaterstücke aufgeführt. Heute finden vor allem in den Sommermonaten die großen und berühmten Opernfestspiele sowie Konzerte statt. Gerne wollen wir hier die Aida oder Tosca sehen. „Leider schon ausverkauft.“, erklärt man uns. So machen wir uns auf in die Via Capelli Nr. 21, das Haus der Familie Cauleti. Dort soll im Innenhof der berühmteste Balkon der Literaturgeschichte sein. Shakespeares Drama soll sich in Verona abgespielt haben. Von der Arena ist es nicht weit zu Fuß bis dahin. Wir halten an der Piazza dell Erbe für eine Rast und auch aus Neugier. Solch einen Platz findet man in ganz Italien nicht. Es ist als ob hier die Zeit stehen geblieben ist. Der länglich eingefasste Platz ist eingegrenzt von den so sinnbildlich für Italien typischen Gebäuden. An allen Fenstern findet man kleine Balkone, auf dem Platz sind mehrere Marktstände und Cafés. Wir entscheiden uns gleich für das Caffè Filippini, eine sehr gute Entscheidung, wie sich herausstellte. Hier ließen wir die Seele baumeln und genossen bei Prosecco und guten Weinen unser Mittagessen. Es gibt nichts schöneres, als ein Mittagessen auf einer Italienischen Piazza, einfach herrlich. Schon von weiten wussten wir, wo die La Casa di Giulietta. Allerdings liegen würde. Der Andrang an Touristen hatte uns den Weg gezeigt. Wir waren neugierig, was wir den dort zu sehen bekommen, auch wenn die Liebesgeschichte nur Fiktion ist - und Julia nie wirklich in dem Haus wohnte. Komischerweise zieht es Jahr für Jahr Millionen von Besuchern wie ein Magnet in ihren Bann. Alles Romantiker, da sind wir uns schnell einig. Vielleicht ist das ja auch deswegen so beliebt. Sehr klein ist der Innenhof und noch kleiner der Balkon, nach dem hier alle suchen. Eine lebensgroße Statue steht im Innenhof. Auch wenn die Geschichte schön ist, so sind wir nicht sonderlich beeindruckt. Den Eintritt in die Gemächer ersparen wir uns. Nichts desto trotz ist das Werk von Shakespeare voll in der Stadtkultur verwoben. Es gibt zum Thema zahlreiche Veranstaltungen und Kulturevents, so wie dass alljährliche Shakespeare Festival oder das internationale Filmfestival für Liebesfilme. Die Stadt hat sehr viel Kultur und noch mehr Sehenswürdigkeiten zu bieten. Eine davon wird unser nächstes Ziel. Wir gehen in die Galleria d‘arte Moderna e Contemporanea Palazzo Forti, ein Museum für zeitgenössische Kunst. Es ist ein Genuss in den Räumen des Palazzo della Ragione, eines der Ausstellungshäuser des Museums, über 1400 Exponate aus den Epochen des Im- und Expressionismus zu betrachten. Danach ging es direkt zum nächsten architektonischem Wunder, dem im Jehre 1356 erbauten Castello Castelvecchio. Majestätisch streckt sich die mit Zinnen bekrönte Festungsbrücke vor der Festung über den Etsch. Es ist wahrlich ein architektonisches Meisterwerk. Die dreibögige Ponte Scaligero war zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung 1356 mit einer Hauptspannweite von knapp 49 m die größte Segmentbogenbrücke der Welt. Die Burg beherbergt heute ein Museum mit Werken der Veroneser Malerei und Skulpturen aus dem Mittelalter. Hier verweilen wir eine Weile, es ist faszinierend hier zu sein. Zwischen dem Castelvecchio und der Porta Borsari, stehen eine Anzahl wunderschöner Paläste. Die Zeit reicht uns nicht aus alle zu sehen. Zum Schluss unseres Stadtrundgangs schauen wir in die San Zeno Maggiore. Es ist eines der schönsten Gebäude der Stadt. Die Kirche ist außerdem eine der bedeutendsten Kirchen Veronas. Sie wurde im 12. und 13. Jahrhundert erbaut. Während ein Großteil der Kirche von der Romanik geprägt ist, zeigen sich in der Decke schon gotische Formen. Beeindruckend sind vor allem der Campanile sowie das große Rundfenster der Fassade. Sehr schön ist das San-Zeno-Altar, ein Triptychon, innerhalb der Kirche. Die insgesamt sechs Einzelgemälde gelten als eine Meisterleistung der Renaissance. Es ist eine schöne Stadterkundung gewesen. Jetzt zieht es uns nur noch an den Gardasee. Der See liegt nördlich von Verona. Gleich am Morgen fahren wir dahin. Am großten See Italiens finden wir die Zeit uns zu entspannen. Umgeben von einer schönen Landschaft genießen wir das kühle Nass in jedem Augenblick. Hier haben wir die Ruhe um neue Energie zu tanken. Über kleine Märkte lässig schlendernd, lassen wir den Aufenthalt in Verona ausklingen. Es ist ein schönes Fleckchen Erde, wir sind immer wieder gerne hier.