Polizeipräsens in malerischen Ambiente

In Bratislawa ist Ausnahmezustand. Die Slowakei ist Vorsitzende der EU-Ratspräsidentschaft und so sind Polizei und Sicherheitskräfte in der Stadt allgegenwärtig. Trotzdem geht der malerische Charakter der Innenstadt nicht verloren. Wir lieben es! Wir schlendern durch die Gassen zum Markt und fahren von dort mit der kleinen Bimmelbahn durch Bratislava. Manchmal sind die Straßen so schmal, dass der Fahrer rechts und links Millimeterarbeit leisten muss. Wir lernen per Kopfhörer viel über die Hauptstadt der jungen Slowakischen Republik, die sich in den letzten Jahrzehnten zu einer bedeutenden Industrie- und Hafenstadt entwickelt hat. Wir sehen von Weitem den Präsidentenpalast Grassalkovich Palais und den Regierungssitz, das ehemalige erzbischöfliche Sommerpalais. Die sehenswerte Altstadt, die sich ihren gotisch-barocken Stil weitgehend bewahren konnte ist malerisch. Wir fahren durch den historischen Stadtkern, sehen den gotischen St. Martinsdom, der lange Zeit Krönungskathedrale der ungarischen Könige gewesen ist. Vorbei an Bürgerhäusern aus der Renaissance und barocken Palästen, der ältesten Universität in Bratislava und dem Michaeler Tor gelangen wir zurück zum Hauptplatz. Hier gönnen wir uns eine kühle Cola und bewundern von der historischen Mayer-Konditorei aus das Alte Rathaus und den Maximilian-Brunnen.

 

Auf gehts Richtung Wien

Wir legen 12.30 Uhr schon wieder ab und nehmen Kurs auf Wien. Bei Kaiserschmarrn und Zwetschgenröster versüßen wir uns die Wartezeit. Um 20 Uhr sind wir dann in der österreichischen Hauptstadt. Unser Liegeplatz ist weit vom Zentrum entfernt. Am Abend feiert die Besatzung eine ausgelassene Crewparty im Lido Grill neben unseren Kabinen. Ich liege bei hämmernden Klängen im Bett, höre das Lachen, die Stimmen. Ich liebe Crew Partys – schade, dass Passagiere da ausgeschlossen sind.

 

Tag 6: Immer noch in Wien

 

Da wir Wien gut kennen und sich die Ausflüge für 5 Personen dann doch preislich summieren, machen wir das, was die Kinder sowieso in Wien am liebsten tun: Wir besuchen den Prater. Um die Mittagszeit ist nicht viel los. Es sind fast nur arabische Frauen mit ihren Kindern da, sehr wenige europäische Touristen. Es ist die Zeit, wo gerade viel passiert ist in Nizza, München und in anderen Orten. Die Menschen sind vorsichtig in einem der bekanntesten Vergnügungsviertel der Welt. Wir haben trotzdem Spaß und nutzen den Freiraum nicht ohne einen stetigen beobachtenden Blick rundum. Die anderen Passagiere können zwischen vier verschiedenen Ausflügen wählen: Stadtrundfahrt, Schloss Schönbrunn, Südlicher Wienerwald und am Abend gibt es ein Konzert des Residenzorchesters. Wir sind ganz glücklich als MS Amelia um 22.30 Uhr wieder ablegt. Nach der Auslaufmelodie erklingen auf dem Lidodeck Melodien wie „Wien, Wien, nur Du allein“ und Walzer von Strauss. Wir spielen Backgammon, ich nippe an einem Rotwein und genieße im Vorbeigleiten Wiens Sehenswürdigkeiten: Was für eine schöne Reise!