Ein Teil der Passagiere ist schon früh auf den Beinen und nutzt die Fähre, die die zwei Donauknieortschaften Tahitótfalu und Vac verbindet. Das bezaubernde Vac konnte sich den Charakter eines Donaustädtchens des 18./19. Jahrhunderts beinahe unversehrt bewahren und gilt noch als Geheimtipp. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie der Platz des 15. März, der spätbarocke Dom mit Kuppelfresken und Altargemälden von Franz Anton Maulbertsch, der Triumphbogen und die entzückende Altstadt sind gut erhalten. Wir bewundern die Stadt vom Deck aus, bevor wir in Tahitótfalu die Pferdegespanne der Meierei Bodor erklimmen.

 

Erinnerungen und das Hier und Jetzt

Die Jungs dürfen beim Kutscher sitzen und ab geht´s zum Guts- und Reiterhof in der Nähe, wo sich Familie Bodor ihren Traum verwirklicht. Für uns gibt es Schnaps und Salzkuchen, eine einheimische Musikgruppe spielt ungarische Weisen. Ich werde sehr sentimental. Als Kind war ich jedes Jahr mit meinen Eltern in Ungarn im Urlaub. Nun bin ich das erste Mal seit rund 20 Jahren wieder da. Besonders schmerzlich wiegt in diesen Momenten, dass meine Eltern vor kurzem gestorben sind. Ich kenne alle Lieder, die von den drei Musikern gespielt werden und die Leidenschaft, das Temperament und die Melancholie der ungarischen Weisen, die die traurige Seele der Ungarn ausdrücken, bringt mich zum Weinen. Ich liebe dieses schöne Land. Doch die Freude der Kinder bringt mich schnell wieder in die Gegenwart. Eine kurzweilige Vorführung mit Pferdekutschen, Pferde- und Ochsengespannen sowie eine Show der ungarischen Pferdehirten (Tschikosen) beginnt. Wir sitzen auf einer überdachten Tribüne und genießen die Energie der rasanten Kunststücke. Nebenbei erfahren wir viel über die ungarische Geschichte. Anschließend werden kalte Spezialitäten wie Salami, Tomaten und Paprika gereicht, bevor wir zum Schiff zurückfahren.