Keine falsche Bescheidenheit

Foto: baselworld.com

Disy-Rundgang auf der Baselworld

Das weltweit wichtigste und größte Branchen-Event der Uhren- und Schmuckindustrie zeugt allein durch die Zahlen von seinen opulenten Dimensionen: 141 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche, 1450 Aussteller aus 40 Ländern und rund 122 000 Besucher. Da ist es selbstverständlich, dass die "Großen" wie Gucci, Versace, Dior oder Chanel ihre aktuellen Kollektionen in Basel präsentieren. Wir haben uns bei unserem Messerundgang besonders gefreut, viele Bekannte zu treffen wie die Glashütter Firmen Nomos, Glashütte Original, Mühle, Bruno & Söhnle und Tutima. Wir haben auch den Stand von Meissen® und Lang & Heyne besucht.

Brillanz und Luxus auf höchstem Niveau: Wie jedes Frühjahr öffnete die weltgrößte Uhren- und Schmuckmesse "Baselworld" wieder ihre Türen. An imposanten Ständen präsentierten internationale, aber auch regionale Unternehmen aus Dresden und Umgebung ihre aktuellen Kollektionen. Disy war für Sie vor Ort, um über die Trends und Styles in Sachen Uhren, Schmuck und Edelsteine zu berichten. Lesen Sie die Reportage von Andreas Otto und Annette Thoma.

Tausende Besucher drängen sich in Halle 1. Glitzer, Funkeln, opulente Messestände, die sich in Schönheit, Eleganz und Vielfalt übertreffen. An Tischen werden Verträge unterschrieben, in Lounges wird verhandelt, in Séparées die Trends der nächsten Kollektionen diskutiert. Hier in Basel wird man mitgerissen in die Welt der Schönen und Reichen und ich fühle mich schnell wie in einem Hollywoodfilm. Und mittendrin die besten Geschäftsleute der Schmuck- und Uhrenindustrie von Dresden, Meissen®, Glashütte und anderen Regionen in Sachsen. Genau die will ich besuchen. Zuerst frage ich mich zum Stand vonMeissen® durch. Halle 1, erste Etage - eindeutig die beste Adresse auf der Messe. Sofort treffe ich den Chef Dr. Christian Kurtzke und Model Julia Kröhnert. Die Dresdnerin ist hübsch, charmant und präsentiert das Unternehmen auf der "Baselworld" würdig. Da hat unsere Chefredakteurin als eine der drei Juroren beim Casting für das "Gesicht für Basel" wie immer das richtige Gespür gehabt. Meissen® präsentiert sich auf der "Baselworld" äußerst vielfältig. Denn das Unternehmen verkauft nicht nur Schmuck und Uhren, sondern eine ganze Welt aus stilvollen und eleganten Dingen. Accessoires aus Seide, feinstes Tafel-Porzellan und Wandfliesen gehören zum Angebot. "Dieses ganzheitliche Luxuskonzept ist ein entscheidendes Merkmal unserer Markenstrategie und Differenzierung", so Dr. Christian Kurtzke, Vorsitzender der Geschäftsführung. Meissen® präsentiert auf der "Baselworld" die "My little mystery Collection" und die "Meissen Bridal" Kollektion. Die internationale Aufmerksamkeit gilt besonders der Zusammenarbeit mit Laurent Ferrier im Bereich hochwertigster Uhren. Die "Galet Secret Tourbillon" Herrenuhr mit Meissener Porzellan-Ziffernblatt beeindruckt die Besucher am Stand besonders. Ich setze meinen Rundgang fort und sehe noch, wie Dr. Kurtzke sich bei einem Fotoshooting um den letzten Schliff kümmert und die Kette um den Hals des Models legt.

Der größte und opulenteste Stand der Messe gehört Swarovski. Der große Schwan, das Logo der Marke, funkelt mir schon von weitem entgegen. Der Stand ist wie ein ovaler Ring geformt, sieben Meter hoch und 53 Meter im Durchmesser. Alle Achtung, da hat der Desi- gner Tokujin Yoshioka dem Unternehmen eine beachtliche Plattform geschaffen. Über mehrere Etagen werden hier Schmuck und Uhren präsentiert, überall funkelt, leuchtet und glitzert es. Auch hier am Swarovski-Stand werde ich freundlich empfangen, diesmal von Marketing-Chef Holger Beckers. Er erzählt mir viel über die neue Kollektion. "Viele der aktuellen Stücke sind tolle Hingucker, aber den Umsatz machen wir mit den Klassikern." Auch der Dresdner Swarovski-Chef Fred Koltz freut sich. Mein Rundgang führt mich weiter durch die renommierte Halle 1. Hier hat Chanel, die Marke, die wie keine andere für zeitlosen Chic steht, ihren Stand. Alles ist in Weiß und Schwarz gehalten, klare Linien dominieren das Design. Auf drei Etagen von jeweils 500 Quadratmetern ist der vom amerikanischen Architekten Peter Marino kreierte Stand drei Mal größer als der aus dem letzten Jahr. Den Anspruch und die Maßstäbe, die die Marke bei ihrer Mode pflegt, finde ich auch in der Uhren-Kollektion. Schlichtweg die pure Eleganz. Mein ganz besonderes Augenmerk erhalten die Uhren der Mademoiselle Privé- Kollektion. Mit größter Sorgfalt und Präzision wurden hier kleine Kunstwerke aus Goldplättchen und Farbe auf das Ziffernblatt gebracht. Kein Wunder, dass die Preise bei 150.000 Euro liegen. Mit riesigen Ausstellungs-Plattformen und goldenen Lettern auf sich aufmerksam zu machen - wie beispielsweise Gucci, ist eine Sache. Was sich aber Louis Vuitton hat einfallen lassen, ist eine andere. Die Marke hat auf der Baselworld keinen Stand, sondern sich stattdessen mitten in der Stadt eine Villa angemietet. Und um die Gäste darauf aufmerksam zu machen, positionieren sich mehrere schwarze Mercedes Viano-Busse vor der Messe. Alle 15 Minuten fährt ein Shuttle-Bus die Besucher direkt vor die Tore der Villa. Alle Achtung, denke ich mir. Und steige natürlich mit ein. Was ich in der Villa zu sehen bekomme, ist gewohnt klassisch und edel. Große braune Schrankkoffer, Tücher und natürlich die neue Uhrenkollektion werden präsentiert, dazu gibt es Häppchen, Canapés, Espresso und Champagner. Ich komme mir ziemlich exklusiv vor zwischen all den geladenen Gästen. Ein Geschenk zum Abschied gibt es natürlich auch, ein Notizbuch. An dieser Villa müssen ebenfalls eine Menge Designer gesessen haben, denke ich mir und lasse mich von dem Shuttle-Bus wieder zurück auf das Messegelände fahren. Dort versuchen zehn Pärchen, mit einem heißen Tango die Leute zu animieren - trotz Regen und Kälte. Frauen in hochgeschlitzten, roten Kleider tun wirklich ihr Bestes, aber nach einem Tag voller Glitzer, Luxus und edlen Uhren freue ich mich irgendwann auch mal auf mein Bett.

Nach einer entspannten Nacht im Hotel "Bad Schauenburg" habe ich mir für den Sonntag vorgenommen, die Stände der Glashütter Uhrenmacher-Kunst zu besuchen. Davon gibt es auf der "Baselworld" eine ganze Menge. Nomos Glashütte ist ebenfalls präsent wie Bruno & Söhnle, Mühle Glashütte, Tutima und Glashütte Original. Gerne hätte ich auch Glashütte Union besucht, aber die Marke feierte zeitgleich in Dresden ihr 120-jähriges Kollektions-Jubiläum. Tutima geht übrigens zurück zu seinen Wurzeln und verlagert die gesamte Produktion von Ganderkesee nach Glashütte, wie Inhaber Dieter Delecate auf der Messe stolz verkündet.

Zwischen den sächsischen Uhrenständen fällt mir eine Schmuck- Kollektion besonders auf: Messika aus Paris. Valérie Messika, die Besitzerin, begrüßt mich persönlich und zeigt mir ihre imposante Kollektion. Markenzeichen ihres Schmucks sind kleine, bewegliche Elemente aus Diamanten. Was mich aber stark beeindruckt, ist die Machart der großen Ketten und Armbändern. Durch elastische Elemente hat Valérie Messika einen Stoff aus funkelnden Diamanten gezaubert, denn jedes Schmuckstück passt sich individuell an Hals und Arm an.

Ich schlendere weiter, aber es dauert nicht lange, da sehe ich bekannte Gesichter: Marco und Christina Lang von der Dresdner Uhrenmanufaktur Lang & Heyne begrüßen mich herzlich. Sie teilen sich einen Gemeinschaftsstand mit dem AHCI (Académie Horlogère des Créateurs Indépendants), einem Verein von unabhängigen Uhrenherstellern. Unter anderem präsentiert sich dort auch Miki Eleta mit seinen opulenten und grazilen Standuhren. Marco Lang zeigt mir die imponierende Uhr "Caliber I" aus der aktuellen Kollektion. Der komplette Platinensatz besteht aus feinstem, geschliffenem Mammut-Elfenbein. Der Stoßzahn stammt von einem vor über 10 000 Jahren verstorbenen Mammut, welches im russischen Permafrostboden die Zeiten überdauerte. Dieser reichte für eine limitierte Serie von gerademal 25 Uhren. Daher beginnt der stolze Preis auch bei 33 300 Euro. Exklusivität hat eben auch ihren Preis. Ich war nicht der einzige Dresdner, der sich auf der "Baselworld" umgeschaut hat. Ebenfalls auf der Messe war Patrick Böhnlein, Geschäftsführer des Dresdner Schmuckhauses Wempe. "Mein schönstes Mitbringsel für die Filiale am Dresdner Neumarkt ist die neue Rolex Daytona in Platin für 60 000 Euro. Eine tolle Ergänzung im oberen Bereich dieser Serie", erzählt er mir beeindruckt. Für mich gab es vor Ort leider nichts zu kaufen, das blieb den Großabnehmern vorbehalten.

Nach zwei Tagen stehe ich vollgepackt mit Tüten, Katalogen, Werbematerial und kleinen Geschenken vor den großen Messehallen. Beeindruckt von der ganzen Fülle an Luxus und Eleganz schleppe ich mich zum Bahnhof und fahre müde, aber zufrieden nach Hause. Ich freue mich schon jetzt auf die Arbeit in der Disy-Redaktion, um den Lesern in Dresden und München die funkelnde Atmosphäre auf der "Baselworld" näherzubringen. Lassen Sie sich von den folgenden Fotos mit in die Welt des Glamours nehmen und lesen Sie über die nächsten Trends der Saison!