Rückenbeschwerden dank sitzender Tätigkeit? Muss nicht sein!

Rückenbeschwerden zählen mit zu den häufigsten Ursachen für Krankmeldungen in Deutschland, und das schon seit einiger Zeit. Bei 3,9 % lagen die Krankmeldungen insgesamt 2016 laut DAK. Die Gründe für die Krankmeldungen verteilen sich in der Mehrheit auf psychische Erkrankungen und Muskel-Skelett-Leiden, in diesem Bereich vorwiegend Rückenprobleme. Mit Rückenleiden war jeder fünfte Fehltag des Halbjahres begleitet (22 %). Zeit, dagegen etwas zu tun.

 

Ergonomie: Eine rentable Angelegenheit

Dass Rückenleiden große Ausfälle in Unternehmen verursachen und für Arbeitnehmer/-innen wie auch Arbeitgeber/-innen ärgerlich sind, steht außer Frage. Beschwerden des Bewegungsapparates, insbesondere im Bereich Wirbelsäule, Schultern und Rücken, werden normalerweise in zwei Kategorien unterteilt. Da sind die Beschwerden, die aus Vorerkrankungen resultieren und ärztlicher Intervention bedürfen. Und es gibt eher unspezifische Rückenleiden, die auf eine falsche Haltung am Arbeitsplatz und zu wenig Bewegung zurückzuführen sind.

Eine ergonomische Büroeinrichtung sollte erstens den Rücken entlasten und zweitens zum sogenannten dynamischen Sitzen animieren. Ergonomische Büroeinrichtungen sind individuell auf die Größe und die Bedürfnisse der Mitarbeiter/-innen einstellbar.

Arbeitstisch und -stuhl verursachen dem Arbeitgeber zusammen durchschnittlich Kosten von etwa 1.000 Euro. Normalerweise wird die Büroeinrichtung über etwa 10 Jahre abgeschrieben, das wäre dann eine monatliche Summe von 9 Euro je Mitarbeiter/-in für den neu eingerichteten Arbeitsplatz. Ein einziger krankheitsbedingter Fehltag verursacht im Schnitt Kosten von 250 Euro. Die neue Einrichtung ist mit vier verhinderten Fehltagen amortisiert. Übrigens betrug die durchschnittliche Fehlzeit je Krankheitsfall und Arbeitnehmer/-in im ersten Halbjahr 2016 laut DAK 12,3 Tage. Gibt es Vorerkrankungen, die eine Umrüstung auf ergonomisches Mobiliar am Arbeitsplatz sinnvoll erscheinen lassen, bezuschussen sowohl die Berufsgenossenschaften und die Bundesagentur für Arbeit als auch die Deutsche Rentenversicherung die neuen Möbel.

 

Ergonomische Sitzmöbel für das Büro

KAISER+KRAFT hat 4 Benutzergruppen bei Bürostühlen ermittelt, die im Folgenden vorgestellt werden sollen. Der Standard-Bürostuhl hat eine verstellbare Rückenlehne (Neigung und Höhe) und stützt die Lendenwirbelsäule. Bandscheiben-Drehstühle lassen sich in der Rückenlehne hinsichtlich der Höhe verstellen, zusätzlich bieten Bandscheiben-Sitzschale eine besondere Mechanik und die Gegengewichtseinstellung. Auch diese Stühle stützen die Lendenwirbelsäule. Sogenannte Operator-Drehstühle können das alles auch, haben zusätzlich höhenverstellbare Armstützen. Der Chefsessel sticht etwas heraus, er ist sehr weich gepolstert, er hat eine höhenverstellbare Rückenlehne und Wippmechanik, Armlehnen und die Gegengewichtseinstellung. Für rückenschonendes Sitzen ist wichtig, dass der Stuhl individuell eingestellt werden kann. Zusätzlich sollte der Stuhl dazu animieren, beim Sitzen öfter die Position zu wechseln und das Gewicht zu verlagern, um auch mal bequemer dazusitzen.

 

Ohne Bewegung geht es nicht!

Eigentlich wird Kindern immer eingebläut, gerade und still zu sitzen. Für den Rücken ist das aber eine Tortur. Um locker zu bleiben und auch über einen langen Arbeitstag hin gute Dienste zu leisten, muss der Rücken bewegt werden. Wer entspannt sitzt, die Haltung öfter wechselt, Übergewicht reduziert und bei beginnendem Schmerz nicht in eine Schonhaltung verfällt, tut schon viel für den Rücken.

 

Mit Spaß in Bewegung bleiben

Schmerzt der Rücken erst einmal, ist guter Rat teuer. Schmerzmittel und Bettruhe helfen wenig, um die verkrampften Muskeln zu lösen. Bewegung ist oft besser. Vorsichtiges Dehnen und Strecken sollte am Anfang stehen. Und zwar nach allen Seiten: Sowohl nach oben als auch zu den Fußspitzen. Seitliches Eindrehen aus der Hüfte heraus, auf Höhe des Brustkorbs und nur am Schultergürtel lockert die Muskulatur im gesamten Rumpf. Seitliches Beugen mit den Armen über Kopf sorgt für zusätzliche Lockerung. Kleine, aber regelmäßige Übungen können gegen die Schmerzen helfen.

Allerdings sollte man, wenn der Rücken nach langen Arbeitstagen öfter schmerzt und verspannt ist, tatsächlich nach ergonomischen Möbeln fragen. Vorbeugend gegen Rückenschmerzen, die leider schnell chronisch werden, hilft Sport. Als Ausgleichssport sind alle Sportarten geeignet, die den gesamten Körper trainieren. Joggen ist nun eher wenig rückenfreundlich, Schwimmen, Ballsportarten und alle Kampfsportarten sind dagegen sehr gut geeignet. Auch Sportklettern, Yoga, Pilates und die Rückenschule tun dem Rücken gut.