Romeo & Julia vor glatten Fassaden

Fotos: Heiko Franz, Charlie Peters/Fabien Voranger, Marina Chavez, Lutz-Mueller Bohlen

Die einmalige Musik und die berührendste Liebesgeschichte der Welt machen "Romeo & Julia" als Ballett von Sergej Prokowjef immer zu einem atemberaubenden Erlebnis. Etwas ganz besonderes jedoch ist für mich die Inszenierung von Stijn Celis in der Semperoper. Eine expressive Tanzsprache, die kühle Ästhetik und die Zeitlosigkeit des Bühnenbildes zeigen hier, was an Shakespeares Drama so einzigartig ist. Hier gehen Sozialkritik und sehnsuchtsvolle Liebesgeschichte Hand in Hand. Vor modernen Designer- Fassaden spielt diese unsterbliche Geschichte von der Liebe. Hier leben perfekt gestylte Menschen, denen es an Menschlichkeit jedoch fehlt. Zwei verfeindete Clans, die Capulets und die Montagues, stehen sich unversöhnlich gegenüber, während die zarte Julia mit ihrem kraftvollen Romeo die erste Liebesbande knüpft. Bilder, die das Publikum nicht so schnell vergessen wird. Julia Weiss und Ji?í Bubení?ek sind ein Traumpaar des Tanzes, das man sich auf keinen Falls entgehen lassen sollte. Jetzt steht das Werk wieder auf dem Spielplan der Semperoper.

4., 10., 17. und 22. Oktober, jeweils 19 Uhr, Semperoper, Eintritt: 22 bis 88,50 Euro.