Restaurant Viba - Altmarkt 25

 

Wo die Gäste um die Plätze kämpfen


Wir lieben Überraschungen. Unzählige Male sind wir hinter dem Eingang zur Altmarkt-Galerie an dieser Treppe vorbei gelaufen. Unzählige Male haben wir zwar einen Fahrstuhl im Augenwinkel gesehen, aber nicht registriert. Und nun steigen wir die mondänen Stufen im Halbrund hinauf und staunen. In der ersten Etage liegt vor uns die große Schauconfiserie, noch eine Etage darüber: ein Restaurant– „Viba“. Wo kommt das plötzlich her?

 

Man kann nicht gerade sagen, es sei neu. Denn schon 1893 begann die Viba-Geschichte, die Viba Erlebnis-Confiserie & Café in der Altmarkt-Galerie hat schon 2013 eröffnet. Die Geschichte der thüringer Firma kann man in der Speisekarte nachlesen, zahlreiche Fotos an den Wänden ergänzen das historische Gefühl.

Ebenfalls in der Karte steht das Versprechen: „Alle Gerichte sind hausgemacht.“ Und das in einer Miniküche, in die man vom Gastraum Einblick hat. Es ist voll, laut und die Atmosphäre ähnelt der Wiener Kaffeehäuser. Und in denen kann man ja bekanntlich auch gut herzhaft speisen. Die Karte verspricht Suppen, Salate, Pasta, Fleisch- und Fisch.

Wir bestellen Kartoffel-Rösti (7,50 Euro), gegrilltes Thunfischsteak auf Salat (8,50 Euro) und Hühnerbrühe (4,50 Euro) als Vorspeise. Die Portionen sind ungewohnt riesig – wir sind danach schon pappsatt. Ein Cuvée Sachsen 0,1 l in der roten Variante (4,50 Euro) und eine große Flasche Wasser (4,50 Euro) bringen uns über die Wartezeit. Derweil genießen wir den Ausblick auf den belebten Altmarkt bis hin zur Frauenkirche. Was für ein tolles, verstecktes Plätzchen! Nur das „Hans im Glück“ nebenan, hat genauso schöne Fensterplätze.

Auch die Hauptspeisen (geschmorte Rinderroulade 12,90 Euro, Schweinefilet-Medaillons 12,50 Euro, Geschnetzeltes in Cognac 12,50 Euro) schmecken gut. Obwohl wir kleine Portionen bestellt hatten, sind sie wieder sehr üppig. Es wird fast gleichzeitig serviert, was beider Gästezahl und der Küchengröße schwer genug ist.

Kaum machen wir eine Geste, dass wir gehen wollen, wird unser runder Tisch von einer Gruppe Frauen aus Niedersachsen umlagert. Sie stehen zehn Minuten direkt hinter unseren Stühlen, wollen die Plätze auch um den Preis der Höflichkeit erkämpfen.

 

Fazit: Ein Restaurant, in dem die Gäste um die Plätze fighten, ist beliebt. Die Tische am Fenster könnten Kultstatus bekommen. Und für Hochzeiten oder ähnliche Feiern ist das Ambiente verbunden mit dem Blick und der Lage direkt im Zentrum fantastisch.