Restaurant Stresa - Augsburger Str. 85

Es waren nicht nur die milden Temperaturen, die den Besuch auf der Terrasse des Restaurants Stresa zu einem besonderen Erlebnis werden ließen. Obwohl die Gasträume mit ihrer stilvollen Ausstattung einladend waren, entschieden wir uns für einen der zwölf Gartentische, die an den beiden Hausfronten des Ecklokals aufgereiht waren und durch indirektes Licht in eine besondere Atmosphäre getaucht wurden.

 

Trotz der bereits anwesenden Gäste und einer Geburtstagsfeier im Innern des Restaurants wurden wir sehr zuvorkommend, aufmerksam und freundlich begrüßt und bedient. Getränke und Speisen empfahlen sowohl der junge Chef, Geschäftsführer Sebastian Böhme, als auch sein gut ausgebildetes Personal. Besonders angenehm dabei: Zu jeder Speise, zu jedem Getränk wurden kleine Geschichten über die Herkunft der Lebensmittel, das Anbaugebiet der Weine oder die historische Entstehung eines Rezeptes erzählt. Und so erfuhren wir, welcher Apotheker wann und warum den guten Obstler brannte, woher die Lachsforelle stammt, wie ein Iberico- Schwein schmecken soll und welche Note der argentinische Rotwein entfacht, wenn er nur genug „geatmet“ hat. Unser Einstieg in das Fest der Gaumenfreuden begann mit einem fruchtigen Weinblütenlikör - „Esprit de June“ - als Aperitif. Darin schwammen Eiskugeln, fast so groß wie Tischtennisbälle, in denen Früchte eingefroren waren. „Unsere Antwort auf ‚Hugo‘ und ‚Aperol-Spritz‘“, so der Restaurantchef, der davon schwärmte, wie gut sich dieser Aperitif verkauft. Uns mundete er ebenso.

Die Abendkarte offerierte vier Vorspeisen, zwei Suppen, zwei Pastagerichte, vier Hauptspeisen und vier Dessertvorschläge – übersichtlich, aber durchaus erlesen. Sowohl Knoblauchcrostini mit Kichererbsencreme als auch Ziegenfrischkäse mit Frankenthaler Thymianhonig oder die Tranchen von der Barberie-Entenbrust waren gleich zu Beginn unseres 4-Gänge-Menüs ein exzellenter kulinarischer Einstieg. Inzwischen hatten wir den guten argentinischen Cristoball 1492 atmen und sich vollenden lassen, der damit im Geschmack tatsächlich würziger und rauchiger wurde. Das als Gang Nr. 2 servierte Tomaten-Orangensüppchen sah nicht nur in seinem edlen ellipsenförmigen Schüsselchen gut aus, es schmeckte auch wirklich vortrefflich. Unsere Hauptgänge – hausgemachte Pasta, gebratenes Hähnchenbrustfilet unter Limetten-Korianderkruste, gebratene Kalbsleber mit Balsamico-Perlzwiebeln und das gegrillte Rücksteak vom spanischen Iberico-Schwein – waren so lecker, wie wir es inzwischen schon erwartet hatten. Die 14 bis 21 EUR, die man dafür pro Essen zu zahlen hatte, waren den Preis wert! Was uns dann abschließend noch in der 15 m² großen offenen Küche des Hauses als Dessert gezaubert wurde, war aber der absolute Hit! König Ludwig dem XIV. soll es zu verdanken sein, dass diese Köstlichkeit auf die Karte des Stresa gelangen konnte: das dunkle Schokomalheur mit Mangofrucht- oder Passionsfruchtsorbet. Ein Traum! Ein Schokoladenkuchen, der zu Königs Zeiten zu zeitig aus dem Ofen genommen wurde und deshalb innen noch flüssige Schokoladensoße enthält, während ihn außen eine knusprige Kuchenkruste umhüllt. Schön, dass der König damals schon den Genuss dieser warmen Leckerei nicht abwarten konnte, die so als Rezept neu entdeckt und von Sebastian Böhme und seinem Team bewahrt wurde. Bei so viel lukullischer Geschmacksexplosion ist es fast

schade, dass die Abendkarte im Stresa im vier-Wochen-Rhythmus gewechselt wird, um dann wieder täglich von 17 bis 24 Uhr neue Angebote der regionalen Küche zu unterbreiten. Nach vier leckeren Gängen, guten Getränken und lockeren Plaudereien bleibt für das seit Februar 2013 geöffnete Restaurant in Striesen nur ein Fazit:

 

Fazit: Ein Geheimtipp der stilvollen Küche, wo ein 4-Gänge-Menü wohlportioniert und deshalb nicht übermäßig ist und Preise durchaus bezahlbar sind. Für Firmenevents, die besondere Familienfeier, den Abend mit guten Freunden oder das Dinner zu zweit unbedingt empfehlenswert!