Reiki, Thai und Ayurveda
Disy hilft Ihnen durch den Dresdner Massagedschungel
Exotische Namen und unaussprechliche Worte. Was in den Angeboten von Wellnessstudios, Fitnesstempeln und Massageeinrichtungen beschrieben ist, kann den Laien ziemlich verwirren. Disy hat verschiedene Techniken kritisch getestet. Lesen Sie und finden Sie die für Sie richtige Massage.
Anstrengende Entspannung - Thai-Massage mit Yoga und Shiatsu
Gemütlich sitze ich im hellgelben Ledersofa im „Frauen Fitness Cosel“ in Laubegast und schlürfe einen heißen Kräutertee. Masseurin Britta Kiehn (35) setzt sich neben mich und erklärt mit leiser, beruhigender Stimme, worauf ich mich einstellen soll: eine Mischung aus Akupressur und Shiatsu, Dehnungen und Übungen aus dem Yoga.
Wie bitte? Ich dachte, ich kann mich ruhig und entspannt auf eine Liege legen und dahinträumen. Britta lacht: „Eine Thai-Massage ist anstrengend für Masseur und Massierten.“ Das ist wieder typisch für mich. Bei mir wird selbst die Massage anstrengend. Mir wird luftige Kleidung gebracht: eine weite Baumwollhose und ein weißes T-Shirt. Nach dem Umkleiden führt mich Britta in einen Raum, wo es gut riecht und leise Musik läuft.
Zuerst liege ich auf dem Rücken und die Masseurin, die ihre Ausbildung bei thailändischen Lehrern aus dem Kloster Wat Po erhalten hat, beginnt mit dem Drücken von Akupressurpunkten an meinem Bein entlang. „Wenn das so weitergeht …“, denke ich und kann mir ein „Au!“ nicht verkneifen. Sie verringert den Druck. Besser. „Jeder Mensch findet die Belebung der Energiebahnen durch die Druckpunkte unterschiedlich“, so die Expertin. „Je nachdem wie gut Seele und Körper in Einklang sind, desto weniger schmerzvoll ist es.“ Wenn es danach geht, müssen bei mir Körper und Seele wahre Kämpfe austragen. Als die Masseurin beginnt, in der Leistenbeuge den Puls abzudrücken, um den Blutkreislauf zu stoppen, mag ich nicht mehr. „Ein wenig aushalten muss man aber, damit man die Spannungen, das Gift und die Schlacken herausdrücken kann.“ Ich bin aber nicht da, um den Helden zu spielen, ich wollte mich entspannen. „Hinterher“, frohlockt die Frau, die inzwischen ebenfalls auf meine Liege gekrabbelt ist. „Die Thai ist die Massage mit einersehr langen Nachwirkung. Sie werden sich die nächsten Tage frei und unbeschwert fühlen.“
Inzwischen sitzt sie mir gegenüber, hält meinen Fuß mit beiden Händen und drückt ihren rechten Fuß gegen meine Unterschenkel. Die Dehnung in meinem Bein tut gut. Von da an wird die Geschichte besser. Sie streckt mich und dehnt Muskeln und Sehnen. In Rückenlage sitzt sie auf meinen Oberschenkeln, hält meine nach hinten gestreckten Arme und zieht mich in die Höhe. Das strengt an, aber es tut auch gut. Später steht sie hinter mir auf der Liege, auf der ich sitze, und zieht mich an meinen Armen nach oben. Zum Schluss wird es richtig schön. Schulter, Nacken und Kopf werden mit Fingern, Fäusten und Handflächen bearbeitet. Das wiederum könnte stundenlang so weitergehen.
Nach der Thai-Massage ist mir leicht schwindelig. „arbeiten die Kreisläufe im Körper auf Hochtouren, daher der leichte Schwindel“, erklärt Britta. Dezent verweist sie darauf, dass ein Mindestmaß an Sport der Gesundheit durchaus zuträglich wäre und dass die Griffe und Übungen weniger schmerzhaft wären. Tatsächlich verabschiede ich mich beschwingt und federnd und als ich die Außentür aus Versehen mit Karacho beim Öffnen gegen die Hauswand schleudere, komme ich mir vor wie Schwarzenegger in seinen besten Jahren: stark, stärker, am stärksten. Fit, voll Schwung und Energie.
AnFlie (Disy Herbst 2006)
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