Große Kunst mit kleinem Budget

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Privattheater in Dresden

 

Theater bedeutet nicht immer pompöse Inszenierungen in großen Sälen. Es gibt unzählige private Bühnen. Mit wenig Geld führen Kunstbegeisterte spannende Stücke auf und beleben die Szene. Um die Privattheater am Leben zu halten, kämpfen die Macher um Sponsoren, Fördergelder und jeden Besucher.

Boulevardtheater Dresden - Maternistraße 17

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„Wir erhalten keine Subventionen.“

 

Das „Boulevardtheater Dresden“ ist eines von wenigen vollständig privaten Theatern in Dresden.Das bedeutet, sie fi nanzieren sich zu 100 Prozent durch Kartenverkauf. Lediglich einige Dinge wiedie Bar oder das Mobiliar werden von Sponsoren bezahlt. Mit Komödien, Märchen, Konzerten, Lesungen,Shows, Klassikern und Neu-Inszenierungen hat das Theater ein breit gefächertes Programm.

Eröffnung: 14. September 2016, Eigentümer: FW.O, Marten Ernst und Olaf Becker

August Theater Dresden - Bürgerstraße 63

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„Bühne und Verein erleben Höhen und Tiefen.“

Das Programm des August Theaters ist zweigeteilt. Es besteht aus Puppentheater und der Pantomimenbühne. Dazu kommen Musikprogramme und Improvisations-Shows. Mit seinen Stücken spricht es sowohl Kinder und Familien als auch Erwachsene an. Beheimatet in den ehemaligen Ratsherrenstuben des Pieschner Rathauses bietet das Theater ein besonders Flair.

Gegründet: 2011, Inhaber: Mimenstudio Dresden e.V.

St. Pauli Ruine - Königsbrücker Platz

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„Wir erzählen Dinge, die man anders nicht sagen könnte.“

In den Sommermonaten bietet der St. Pauli e.V. - Ruine Theater in ungewöhnlicher Kulisse: die Bühne mit Platz für 240 Zuschauer befindet sich in einer Kirchenruine, die zu einer modernen Veranstaltungslokation umgebaut wurde. Betrieben wird das Theater durch rund 100 Vereinsmitglieder, die ausschließlich ehrenamtlich arbeiten. Unterstützung für den Betrieb des historischen Spielortes gibt es von der Stadt Dresden.

Gegründet: 1999, Inhaber: St.Pauli - Ruine e.V.

Projekttheater Dresden e.V. - Louisenstraße 47

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„Ein Privattheater ist auf innovative Projekte angewiesen.“

Das Projekttheater versteht sich als Labor für Theaterexperimente von Profis und Amateuren. Sprech-, Tanz-, Musik- & Literaturtheater, genreübergreifende Performances & Diskussionsforen– jeglichen Kunstformen soll eine Plattform gegeben werden. Dazu gehört auch die Arbeit mit Schülern, Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen oder auch Drogensüchtigen. Bei den Eigenproduktionen stehen die künstlerische Freiheit und Innovation im Vordergrund. Pädagogische Projekte des Vereins werden durch den Freistaat Sachsen unterstützt und hinzu kommen Sponsoren und die Ticketeinnahmen.

Eröffnung: 1990, Eigentümer: Projekttheater Dresden e.V.

1001 Märchen GmbH - Weißeritzstraße 3

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„Es ist ein täglicher Kampf, die ökonomischen Grundlagen zu erbringen.“

Die Kuppel der Yenidze ist wie gemacht für märchenhafte Ausflüge in den Orient. Und genau das istdas Konzept der 1001 Nacht GmbH. Im Repertoire finden sich Märchen für Kinder und Erzählungensowie erotische Geschichten für Erwachsene. Für Rainer Petrovsky, Initiator und geschäftsführenden Gesellschafter der GmbH, stellt das Theater die Erfüllung eines Herzenswunsches dar: Fasziniert von den Märchen seiner Kindheit und der exotischen Architektur kämpfte er lange darum beides mit seinem Theaterkonzept zu vereinen. Im Vordergrund stehen Wirtschaftlichkeit und künstlerische Qualität, nur so lässt sich das Theater mit 50 Sitzen unter der Kuppel am Leben erhalten.

Eröffnung: 1997, Geschäftsführender Gesellschafter: Rainer Petrovsky

Puppentheater Vollmann - Rehefelder Straße 14

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„Das Theater finanziert sich durch Eintrittsgelder.“

Da es in der Gegend zur damaligen Zeit kaum Angebote für Kinder und Familien gab, eröffnete Marco Vollmann kurzerhand ein Puppentheater und erfüllte sich damit einen lang gehegten Traum. Heute besuchen immer mehr Familien dieses kleine Theater, teilweise auch von außerhalb Dresdens. Das Theater finanziert sich ausschließlich selber und erhält keine öffentlichen Förderungen. Da bis zu 60 Personen im Theater Platz haben, ist es ideal als kultureller Höhepunkt für Kindergärten oder Schulklassen.

Eröffnung: 2004, Eigentümer: Marco Vollmann

Dresdner Comedy & Theater Club - Hauptstraße 13

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„Um ein Privattheater am Leben zu erhalten, sind 150 Prozent Einsatz nötig.“

Im „Dresdner Comedy & Theater Club“ geht man zum Lachen in den Keller. Und das ist durchaus wörtlich zunehmen. Denn die , nach eigenen Angaben, schönste Kleinkunst- und Comedybühne Dresdens befindet sich im historischen Kellergewölbe unter dem Kügelgenhaus. Das Programm besteht vorrangig aus Gastspielen wie Matthias Machwerks Stück „Frauen Denken anders – Männer nicht!“. Der „Dresdner Comedy & Theater Club“bekommt keinerlei Subventionen. Im Gegenteil. Ein Teil Einnahmen wird für die Flüchtlingshilfe gespendet.

Eröffnung: 2006 Inhaberin: Heike Jack

Dresdner Kabarett Breschke & Schuch - Wettinger Platz 10

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„Unsere Gemeinnützigkeit müssen wir jährlich beweisen.“

Das „Dresdner Kabarett Breschke & Schuch“ ist das Ergebnis zweier Männer, die sich ihren Traum erfüllt haben. Abgesehen von den Gesellschaftskritischen Stücken machen sie auch Projekte mit behinderten Schauspielern und haben Angebote für Kinder und Jugendliche. Da sie eine gemeinnützige GmbH (gGmbH) sind, bekommen sie seit dem Vorjahr Subventionen in Höhe von 15.000 Euro pro Jahr. In dem Theaterstehen knapp 200 Sitze zur Verfügung, auf denen man den sozialkritischen Schauspielern zuschauen kann.

Eigentümer: Manfred Breschke und Thomas Schuch

Carte Blanche - Prießnitzstraße 10-12

© Foto: www.maxpatzig.de (C)Max Patzig/2014,

„Wir finanzieren uns komplett selbst.“

Kein Theater in Dresden ist wohl so extravagant wie das „Carte Blanche“. In höchster Perfektion werden hier Ausschnitte bekannter Musicals sowie eigene entworfene Travestie-Shows gezeigt. Der auf Comedy liegende Schwerpunkt wird durch überraschende Pointen und den Pariser Stil wunderbar unterstrichen. Nach dem Hochwasser bekamen sie finanzielle Hilfe des Staates, ansonsten sind sie komplett auf den Kartenverkauf als einzige Einnahmequelle angewiesen. Zumindest müssen sie sich um die Besucherzahlen keine Sorgen machen - die 195 Plätze sind immer ausverkauft.

Eröffnung: 2003, Eigentümerin: Zora Schwarz

Theaterkahn - Terassenufer 1

© Foto: Carsten Nüssler © www.theaterkahn.de

„Pro Jahr bekommen wir 100.000 Euro.“

Nicht nur durch seine wunderbare Lage auf der Elbe glänzt der „Theaterkahn Dresden“. Auch die Ausstattung mit 216 Sitzen und moderner Bühnentechnik garantieren ein unvergessliches Erlebnis. Seit 1994 erwarten den Besucher jeden Tag, außer montags professionell aufgeführte Stücke im Schiffsbauch. Durch Subventionen bekommt das Theater 100.000 Euro im Jahr. Dies entspricht jedoch nur 11 Prozent des gesamten Budgets. 75 Prozent kommen durch Kartenverkauf und 14 Prozent durch Sponsoren zustande.

Eröffnung: 1994, Eigentümer: Theaterkahn Stiftung

Hoppes Hoftheater - Hauptstraße 35

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„Wir werden mit 1.250 Europro Monat subventioniert.“

„Hoppes Hoftheater“ , welches komplett ehrenamtlich betrieben wird, befindet sich in einem alten, renovierten Bauernhof. In der zur Bühne umfunktionierten urigen Scheune finden immerhin 200 Menschen Platz. 90% aller Einnahmen kommen durch die Abendkasse, der Rest durch die 1.250 Euro Subventionen pro Monat, welche sie seit Anfang des Jahres empfangen. Das Haus ist durch seinen barocken und rustikalen Stil sehr einladend und gemütlich.

Eröffnung: 1995, Eigentümer: Rolf Hoppe

Comödie Dresden - Freiberger Straße 39

© Foto: www.maxpatzig.de (C)Max Patzig/2014

„Etwas Geld kommt von Sponsoren.“

Die „Comödie Dresden“ ist mit 643 Plätzen das größte private Theater Dresdens. Auch sie kommen wie das „Boulevardtheater Dresden“ komplett ohne Subventionen zurecht. Ausschließlich durch den Ticketverkauf und einige Sponsoren finanziert sich das wunderschöne Theater am „World Trade Center“. Aufgeführt werden ausschließlich Theater-Eigenkreationen, jedoch finden auch Veranstaltungen jeder Art im großen Saal statt. Bewundernswert ist, dass das Theater trotz fehlender finanzieller Hilfe vom Staat eine sehr moderne Ausstattung hat. Dazu zählen eine verstellbare Bühne, eine elektrische Leinwand sowie exklusive Rollstuhlplätze.

Eröffnung: 1994, Geschäftsleiter: Olaf Maatz