Pasta Lucia - Tolkewitzer Str. 2

Fast unbemerkt entstand am Schillerplatz das Bistro-ähnliche Pasta Lucia. Wir freuten uns, dass wir es nun nicht mehr so weit zur Nudelfabrik bei der Dreikönigskirche hätten. Denn das Ambiente hier, die Werbung und das Angebot sind extrem ähnlich, böse Zungen behaupten, gewollt identisch.

Doch die Ähnlichkeit liegt wirklich nur im Äußeren. Denn schon am Angebot sehen wir, dass hier nicht wirklich viel geboten wird. Von der Mini-Karte, die über dem Tresen hängt, sind zwei Dinge durchgestrichen. Eins davon wäre Salat gewesen, das einzige Frische. Mist! Was nun? Nach trockenem, pappigen Essen ist uns nicht. Das erklären wir der muffligen Frau hinterm Tresen, die uns nicht versteht. Wir fragen nach, welches von den Pastagerichten denn noch das meiste Gemüse enthält. „Keins!“, ist die Antwort. Es sind nur Nudeln mit verschiedenen Soßen, meint sie. Als wir wieder gehen wollen erklärt sie, dass im Tagliatelle Pesto frische Tomaten wären. Hurra, das nehmen wir. Dazu Steinpilznudeln mit Gorgonzolasauce. Wir bekommen das Ganze mit einer Rechnung, auf der „außer Haus“ steht, obwohl wir doch im Restaurant essen wollen. Wir fragen erneut nach und regen die Frau hinterm Tresen damit nun richtig auf. Wütend poltern sie, was wir eigentlich von ihr wollten. Sie mache doch nur ihren Job. Das stehe eben auf den Rechnungen drauf.

 

Es unterliegt nicht unserer Restaurantkritik zu beurteilen, ob das steuerlich alles so in Ordnung ist. Wir bewerten Essen, Ambiente und Service. Letzterer ist schon mal durchgefallen. Als wir dann auch noch fragen, ob wir etwas zum Trinken kaufen dürfen, flippt sie fast völlig aus. Dabei steht hinter uns nicht mal Jemand in der Schlange. Wir nehmen einen kleinen Kirschnektar (2,50 Euro) und ein Ginger Ale (0,25 l für 3 Euro).

 

Wir ergattern zwei Plätze am Fenster. Am Tisch steht schon ein anderer Gast. Aber der entspannte Charakter im Pasta Lucia lässt das gemeinschaftliche Essen zu. Es gibt ja auch kaum Platz im freundlichen Vorderbereich. Im hinteren Teil ist es dunkel und nicht so gemütlich. Die Steinpilznudeln sind trocken, aber vom Geschmack ganz okay. Die Tagliatelle Pesto natürlich nicht das Gewünschte. Die Nudeln kleben zusammen, sind trocken und Tomaten finden wir nicht. Es ist eher ein Nudelkloß.

 

Wir gehen zur Ausgabetheke zurück und finden dort jetzt auch einen Koch. Der ist im Gegensatz zur Ausgabefrau wirklich nett. Er meint, dass wir bei dem Wunsch nach Frische ein anderes Gericht hätten bestellen sollen. Wir heben hilflos die Schultern und schauen zur wütenden Frau, die uns beraten hat. Sie schaut nach unten. Der Koch versucht, das Gericht zu retten, gibt noch mehr Pesto dazu, vermischt alles. Als wir zurück am Tisch sind, essen wir zwei drei Bissen. Noch mal meckern wollen wir nicht, zufrieden sind wir aber auch nicht. Wir bestellen Tomatensauce im Schälchen nach, probieren und geben dann auf. Ne, das wird nichts mehr. Insgesamt zahlen wir für zwei Essen und Getränke 19,50. Auch hier wird das reklamierte Essen nicht von der Rechnung genommen. Wir fragen aber auch nicht nach.

 

Fazit: Die Idee an diesem Platz ist gut. Das Ambiente passt für einen schnellen Imbiss auch. Das Angebot ist klein, das muss man wissen. Die größte Katastrophe ist das Service-Personal und der Geschmack des Essens ist trotz wirklich nettem Koch nicht bestechend.