Nova Meierhenrich (41): Heiraten und Kinder – ich mache mir da keinen Druck!“

(Clemens Bilan/Getty Images für HISTORY)
(Clemens Bilan/Getty Images für HISTORY)

Sie lebt in Hamburg und das Wasser ist ihr Element: Nova Meierhenrich. Die 41-Jährige ist Mitbegründerin der "HerzPiraten", einem gemeinnützigen Verein zugunsten herzkranker Kinder, der u.a. mit Segelreggatten Spenden sammelt. Kein Wunder also, dass die Schauspielerin und Moderatorin nun auf einem Hausboot anheuerte. Aus beruflichen Gründen! Sie drehte dort eine Episode für die Doku-Soap "Käpt'n Kasi - Auf hoher Spree", der neuen Eigenproduktion von History Deutschland (zu sehen ab 16. November 2015 immer montags um 22 Uhr bei History). Gemeinsam mit Käpt'n Kasi alias Tobias Kasimirowicz (er ist dem Publikum bereits bekannt aus zwei Staffeln der Erfolgsserie "Rost'n'Roll - Kasis Werkstattgeschichten") schipperte sie auf den Wasserwegen durch und um die Hauptstadt und unterstützte ihn bei seinen Abenteuern zu Wasser. Wir haben Nova anlässlich des Abenteuer-Drehs zum Interview getroffen. Dort hat sie mit uns über ihre Liebe zum Wasser und zum Segelsport sowie über die HerzPiraten (die letzte Benefiz-Regatta fand am 8. August in Hamburg statt) gesprochen. Denn ihr soziales Engagement hat auch mit ihrem eigenen Schicksal zu tun: Sie war von Geburt an chronisch nierenkrank und verbrachte einen Großteil ihrer Kindheit im Krankenhaus. Zudem spricht sie im Interview über ihre eigenen Nachwuchspläne (Familie nicht ausgeschlossen!) und über den "Mr. Right". Und verrät, warum man sie immer solo in der Öffentlichkeit sieht...

 

Wie kam es dazu, dass Sie bei "Käpt'n Kasi - Auf hoher Spree" mit an Bord waren?

Meierhenrich: Ich wurde gefragt, ob ich Lust hätte dabei zu sein - und war auf Anhieb begeistert! Es ist ja bekannt, dass ich gerne segle und dass sich auch meine Kinder-Stiftung "HerzPiraten" mit dem Thema Segeln beschäftigt. Vor allem die Idee, die Stiftung in die Sendung zu integrieren fand ich zauberhaft. Somit hatte ich also die große Freude, Käpt'n Kasi gleich in der ersten Folge beizustehen und ihn in die Welt der Segler einzuführen. Ich habe ihm erklärt, wie es auf einem Boot zugeht und ihm die wichtigsten Begriffe erklärt: Steuerbord, Backbord, usw. Für Kasi war das Thema Boot sehr neu, denn eigentlich kennt er sich besser mit Autos aus. Durch eine Erbschaft eines Hausbootes muss er sich aber mit dem Thema Wasser beschäftigen. Wir haben unseren ersten gemeinsamen Segeltörn auf der Spree unternommen und sein Hausboot dann auch gleich entrümpelt. Denn all diese skurillen Dinge versucht Kasi, zugunsten der HerzPiraten zu versteigern.

 

Was ist das Besondere an der Sendung?

Meierhenrich: Käpt'n Kasi ist grundsätzlich ein sehr neugieriger und entdeckungsfreudiger Mensch. Eigentlich ist er in seiner Garage zu Hause und beschäftigt sich am liebsten mit Autos und Motoren. Aber jetzt entdeckt er durch das Hausboot seine Heimat Berlin von der Wasserseite aus. Er trifft dabei viele spannende Leute, die mit der Spree und mit dem Wasser zu tun haben. Und er kommt Geheimnissen auf die Spur und taucht auch ein bisschen in die Geschichte ein. Es ist eine wirklich schöne Entdeckungsreise, die von Menschen erzählt. Und mittendrin Kasi, der alles was um ihn herum passiert neugierig aufsaugt.

 

Es gibt Wasser- und Bergmenschen. Sie gehören bestimmt zu den Wassermenschen, oder? Schließlich leben Sie in Hamburg.

Meierhenrich: Ja, ich war schon immer ein Wassermensch. Ich komme zwar ursprünglich aus dem tiefsten Münsterland, aber meine Eltern haben mich was das angeht schon früh geprägt, denn sie sind schon in meiner Kindheit mit meinen Geschwistern und mir in den Urlaub nach Dänemark gefahren. Wir haben unsere Ferien immer an der Nordsee verbracht. Deswegen war es für mich schon früh klar, dass ich einmal am Wasser leben möchte. Vor neun Jahren habe ich dann die Koffer gepackt und bin nach Hamburg gezogen. Dort angekommen war es klar, dass ich mein "Hanseaten-Diplom" mache, das heißt den Motorboot- und den Segelschein. Das habe ich auch getan. Allerdings bin ich eine "Freizeitkapitänin". Da viele meiner Freunde begeisterte Segler sind, habe ich diese Leidenschaft immer weiter ausbauen können. Ich habe mittlerweile wie gesagt meine eigene Kinderstiftung, die mehrmals im Jahr mit herzkranken Kindern Segeltörns unternimmt. Anfang Juni waren wir mit den Kindern am Starnberger See unterwegs, und jetzt am 8. August geht es in Hamburg weiter.

 

Wie kam es zu der Gründung der HerzPiraten?

Meierhenrich: Malte Kamrath, mit dem ich diesen Verein im Jahr 2014 gegründet habe, ist angehender Arzt und einer der besten Segler Deutschlands. Wir sind sehr gut befreundet und haben nach etwas gesucht, wo wir etwas zurückgeben können. Ich bin seit vielen Jahren in viele Charity-Projekte involviert, beispielsweise als Schirmherrin. Aber es kam immer wieder vor, das man sich gesagt hat: Das könnte ich anders und besser machen. Uns war es bei den HerzPiraten sehr wichtig, dass wir eben nicht das Geld in den Vordergrund stellen, sondern die Kinder an sich. Es gibt sehr viele Stiftungen, die viel Geld sammeln, und das ist uns auch sehr wichtig. Aber die Kinder können bei diesen Veranstaltungen in der Regel nicht dabei sein. Das ist schade, denn die Kinder selbst haben davon nichts. Ich selbst habe einen Großteil meiner Kindheit im Krankenhaus verbracht da ich seit meiner Geburt schwer und chronisch nierenkrank war. Ich hatte damit bis zu meinem 16. Lebensjahr zu tun.

 

Spüren Sie von der Krankheit heute noch etwas?

Meierhenrich: Ich muss nach wie vor auf gewisse Dinge achten, aber ich muss zumindest keine Medikamente mehr nehmen. Ich weiß also aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt wenn man wegen einer Krankheit immer ein bisschen außen vor ist, nie richtig in den Klassenverband integriert ist und auch nicht alle Sportarten ausüben kann. Bei den herzkranken Kindern ist es genauso: auch sie können nicht alle Sportarten ausüben. Alles fing damit an, dass wir uns gesagt haben: Wir holen die Kinder für einen Tag aus der Klinik und machen mit Ihnen einen schönen Segeltag. Denn Segeln ist nicht nur eine Sportart, die den Gruppengeist fördert, sondern sie ist auch gut für herzkranke Kinder geeignet. Aus dieser Idee ist dann sehr schnell der Verein entstanden. Anfang August haben wir jetzt schon unsere dritte Regatta und es ist ein wunderbarer und großartiger Verein, der immer weiter wächst. Wir sind manchmal selbst total überwältigt von der positiven Resonanz. Es ist ein Herzensprojekt von uns. Es ist sehr viel Arbeit und ich bin im Moment fast Tag und Nacht am Organisieren, aber es macht wahnsinnig viel Spaß mit den Kindern zu arbeiten.

 

Warum liegen Ihnen gerade Kinder so sehr am Herzen?

Meierhenrich: Ich bin wie gesagt breit aufgestellt und engagiere mich beispielsweise auch für den Tierschutz. Aber das Thema Kinder liegt mir besonders am Herzen. Unsere Kinder verbringen sehr viel Zeit im Krankenhaus und ich kann mich aus eigener Erfahrung heraus sehr gut in ihre Lage hineinversetzen. Es ist wunderschön, mit den Kindern auf dem Boot etwas zu erleben und ihnen etwas Ablenkung vom Krankenhausalltag zu verschaffen. Malte und ich sind mittlerweile ein eingespieltes Team.

 

Könnten Sie es sich vorstellen, auf einem Hausboot zu leben?

Meierhenrich: Ich fände das super. Kasi und ich haben in der Folge das Hausboot zusammen entdeckt. Und ich habe sofort gesagt: Ich ziehe hier ein. Wenn ich Urlaub mache, dann so nah an der Natur wie möglich. Ein Hausboot wäre mein absoluter Traum.Vielleicht nicht unbedingt auf der Spree, sondern lieber in Hamburg.

 

Sind Sie schon einmal seekrank geworden?

Meierhenrich: Nein, zum Glück noch nicht. Aber das kann man leider nicht ausschließen. Denn wenn man auf hoher See ist und hohen Wellengang hat, dann kann das schon mal passieren. Davor ist leider kein Segler gefeit. Aber die Gefahr ist auf großen Schiffen größer als auf Segelbooten.

 

War es schwierig, den Bootsschein zu machen?

Meierhenrich: Ich habe es nicht als schwierig empfunden. Aber ich bin ohnehin ein Mensch, der neue Herausforderungen liebt. Ich hatte mir irgendwann einmal vorgenommen: Jedes Jahr einen neuen Schein. Als ich damals die Formel 1 moderiert habe, da habe ich meine Formel 3-Lizenz gemacht. Und als ich eines Tages für eine Rolle das Motorradfahren lernen musste, da habe ich meinen Motorradführerschein gemacht. Ich bin sehr neugierig auf alles Neue und sehr begeisterungsfähig. Am liebsten möchte ich alles einmal ausprobieren.

 

Welcher Schein steht denn dieses Jahr an?

Meierhenrich: (lacht): In diesem Jahr habe ich leider keine Zeit mehr für einen Schein. Aber ich glaube, dass ich mittlerweile auch alle Scheine in der Tasche habe auf die ich Lust hatte.

 

Was bringt das Jahr noch für Sie?

Meierhenrich: Ich drehe noch einige Piloten. Außerdem stehen einige Schauspielprojekte an und ich bin zudem viel unterwegs für Event-Moderationen. Aber ich hoffe, dass Ende des Jahres auch noch ein Urlaub auf dem Programm steht. Aber ich glaube, vor Dezember kann ich mir das abschminken. Ich hätte wahnsinnig Lust auf Sonne! Das Schöne an meinem Job ist, dass man überall auf der Welt Freunde hat und diese auch spontan besuchen kann. Denn ich kann immer nur spontan verreisen da ich nie weiß wann ich frei habe.

 

Sie wirken immer gut gelaunt. Woher kommt das? Sind Sie eine Frohnatur oder hat es vielleicht damit zu tun, dass Sie als Kind schwere Zeiten erlebt haben?

Meierhenrich: Ich glaube, dass die Energie, die man ausstrahlt auch so zurückkommt. Ich habe In der Tat auch wahnsinnig dunkle Jahre gehabt: Die Jahre in denen mein Vater schwer krank war und dann gestorben ist. Das hat aber damals niemand mitbekommen. Denn ich finde es wichtig, gewisse Dinge mit sich selbst auszumachen und nicht nach außen zu tragen. Ich schütze mein Privatleben sehr. Und wenn ich Sorgen habe, dann mache ich das mit denjenigen Menschen aus, die das angeht. Und das sind wenige. Aber grundsätzlich bin ich ein sehr positiver Mensch und versuche, das Glas immer halb voll zu sehen. Und das funktioniert gut.

 

Fehlt Ihnen noch etwas zu deinem Glück?

Meierhenrich: Ich halte es für wichtig im Augenblick zu leben. Und jetzt im Augenblick bin ich glücklich. Aber natürlich gibt es immer Dinge, die man sich wünscht. Vielleicht wird das Thema Familie für mich noch einmal aktuell. Aber ich bin schon glücklich, wenn ich morgens aufstehe und weiß: Ich bin gesund, und alle meine Lieben ebenfalls. Ich habe einen tollen Freundeskreis, ich habe Menschen in meinem Leben, die mir wichtig sind. Das macht mich zufrieden. Aber dieses Glück ist natürlich immer noch ausbaufähig. Ich hätte nichts dagegen, irgendwann eine eigene Familie zu gründen. Aber ich bin jetzt nicht weniger glücklich weil ich das noch nicht habe.

 

Die Uhr tickt also noch nicht?

Meierhenrich: Ich glaube, dass es überhaupt keinen Sinn macht, sich selbst Druck zu machen und zu denken, man müsse jetzt heiraten oder ein Kind bekommen. Ich bin was das angeht völlig entspannt. Es passiert wenn es passiert. Es gibt für nichts den richtigen Zeitpunkt. Man muss das Leben so nehmen wie es kommt. Ich habe es mittlerweile gelernt, im Hier und Jetzt zu leben. Wir Mädels müssen uns was das Kinderkriegen angeht aber auch keinen Druck machen. Das ist doch heute viel entspannter als noch vor 20 Jahren.

 

Haben Sie Mr. Right schon gefunden?

Meierhenrich: Dazu kann ich leider nichts sagen (lacht). Ich trenne generell beruflich und privat und bin niemand, der seine Beziehung auf dem roten Teppich vorführt. Es ist schwer genug Beziehungen zu führen. Und in unserem Beruf ist es umso schwerer da man ständig unter Beobachtung ist. Jeder will seinen Senf dazugeben und urteilen, ob derjenige jetzt gut für dich ist oder nicht. Ich verstehe diejenigen Paare nicht, die sich dem freiwillig aussetzen und alles in der Öffentlichkeit austragen. Dadurch entsteht ein enormer Druck, vor allem dann wenn der Partner nicht aus der gleichen Branche ist. Diesem Druck möchte ich mich nicht aussetzen. Ich verstecke niemanden. Und das habe ich auch in den letzten 20 Jahren nicht getan. Ich sitze durchaus auch knutschend im Kino. Aber nicht bei einer Filmpremiere! Ich finde es schön, dass es im Internet nicht ein einziges Foto von mir und einem Freund gibt. Ich bin was das angeht sogar ein bisschen stolz (lacht).

 

Text: Andrea Vodermayr