Unvergesslich: „Nordic Lights“ in der Semperoper

Wo die Nordlichter tanzen. Fotos: Matthias Creutziger, David Baltzer

Ein Ballettabend, wie er strahlender nicht hätte sein können: „Nordic Lights” feierte in der Semperoper Premiere. Ballettdirektor Aaron S. Watkin hatte für diesen mehrteiligen Abend Choreografien von Pontus Lidberg, Johan Inger, Alexander Ekman ausgesucht. Ein Höhepunkt des Abends war dann auch gleich zu Beginn die Uraufführung von „Im anderen Raum” von Pontus Lidberg zur wundervollen Musik von Max Richter. Karge, multimedial sich wandelnde Bühnenräume, in denen die Beziehungsgeschichten spielen. Die „Liebe als Hauptkraft des Universums” (Rumi) wird zelebriert, gefeiert, verehrt. Tänzerische Begegnungen voller Intensität, fließenden Bewegungen und starker Ausdruckskraft. Einfach hinsetzen, zuschauen, träumen. Perfekt! In „Walking Mad” von Johan Inger bekommt die Musik von Ravel (“Bolero”) eine neue Dimension. Verrückte Konstellationen, Pas de Deux, die mehr Ringkämpfen gleichen, spielerisch, witzig, originell und wieder: Perfekt getanzt! Ein Epilog zur Musik von Arvo Pärt gibt dem ganzen Geschehen dann die große Klammer. Bravo! „Cacti”, die preisgekrönte Choreografie von Alexander Ekman (Musik: Schubert, Haydn, Beethoven) zeigt dann einen amüsierten Blick auf den Umgang mit der Kunst. Gemeinsam mit einem Streichquartett entwickeln die Tänzerinnen und Tänzer ein mitreißendes rhythmisches Spiel mit aberwitzigen Passagen. Sarah Hay und Ji?í Bubení?ek sind die glänzenden Solisten, die viel Applaus erhalten. Dass der Rest des Ensembles jedoch dieser Leistung durchaus ebenbürtig ist, zeigt die einzigartige Qualität, die das Semperoper Ballett inzwischen erreicht hat. Und so gebührt das eigentliche Lob dem Ballettdirektor Aaron S. Watkin, der mit seiner Arbeit dem Publikum einen unvergesslichen Abend schenkt..

 

Fazit: Ein unvergesslicher Abend ist garantiert.