Netzwerker im Klinikum

Foto: PR Helioskliniken

Krankenhauspatienten beschäftigen viele Instanzen: Kliniken, Stationen, Angehörige, Hausärzte, Sozialdienste – alle müssen sich absprechen. In der Regel haben Patienten auch viele Fragen. Und manchmal sogar Angst. In der Helios Klinik Schloss Pulsnitz gibt es für diese Koordination und Fragen eine festen Ansprechpartnerin: die Case - Managerin. Sie ist das Bindeglied zwischen Patient, Ärzten, Angehörigen und den medizinischen Einrichtungen. Disy hat mit Case- Managerin Karina Ellerman gesprochen. 

 

Was ist eine Case- Managerin genau, was tun Sie in ihrem Haus? 

Ellerman: Meine erste Maßnahme ist, mit den Ärzten und Kliniken zu sprechen, die ihre Patienten zu uns schicken. Von ihnen lasse ich mir das aktuelle Krankheitsbild schildern. Manchmal sind die Anmeldungen bis zu 14 Tage alt. Bei Patienten kann in dieser Zeit viel passieren. Auf diesem Weg bekomme ich einen ganz aktuellen Status. Dank dieser Informationen weiß ich, was die richtige Station, im Idealfall sogar was das richtige Zimmer ist. Wenn alles gut funktioniert hat und der Patient vor Ort ist, bin ich immer die Schnittstelle zwischen Patient, Angehörigen, Therapeuten und dem Sozialdienst. Es ist wichtig alle Beteiligten zu vernetzen. Sofort bei der Aufnahme fangen wir an das Fischernetz zu knoten damit bis zur Entlassung und darüber hinaus alles durchgeplant ist. 

 

Sie kümmern sich auch um die Weiterbehandlung? 

Ellerman: In der Regel ist ein Patient zwischen 8 und 12 Wochen bei uns. In dieser Zeit muss geklärt werden wie viel Pflegeaufwand der Patient danach noch benötigt. Ist eine Rehabilitation in einer anderen Einrichtung notwendig? Wird ein Platz im Pflegeheim oder andere Unterstützung benötigt? All diese Dinge müssen während des Aufenthaltes geklärt werden. Dafür hole ich auch die Angehörigen mit ins Boot. Ich bin der Verknüpfer aller Beteiligten. 

 

Wie wichtig ist ihre Arbeit für Intensivpatienten 

Ellerman: Für Schwerstbetroffene wie Dialyse- und Beatmungspflichtige ist meine Arbeit besonders wichtig. Ich nehme den überweisenden Ärzten Ängste und erkläre ihnen, dass wir in unserem Haus solche Patienten kompetent betreuen können. Das funktioniert richtig gut. Die einweisenden Mediziner sind für meine Anrufe immer sehr dankbar. Viele wissen noch nicht, dass wir inzwischen auch Patienten behandeln können, die auf Dialyse angewiesen sind. Besonders in den Fällen, bei denen während des Aufenthaltes bei uns eine Dialyse nötig wird, kann man auf eine Verlegung in ein Akuthaus verzichten. 

 

Ihre Arbeit hat also einen Einfluss auf die Genesung der Patienten? 

Ellerman: Absolut! In dem ich die überweisenden Kliniken und unser Haus koordiniere, können unsere Patienten besser behandelt werden. Auch wenn sie zusätzlich Beatmung oder Dialyse brauchen, können noch am gleichen Tag andere Behandlungen erfolgen, eine Verlegung ist nicht nötig. Das einrichten einer neuen Stelle – in diesem Fall der Case – Managerin kostet eine Klinik erst einmal Geld.

 

Worin besteht der Mehrwert? 

Ellerman: Wie erhoffen uns zufriedenere Patienten. Eine hohe Patientenzufriedenheit bedeutet für uns auch eine hohe Auslastung. Die Stelle der Case – Managerin hat enormen Zuspruch. Immer mehr Patienten und Angehörige informieren sich im Internet über die Kliniken. Dort finden sie meine Stelle. Es vergeht kein Tag ohne Fragen an mich. Gern treffe ich mich mit Angehörigen vor Ort, auch am Wochenende. 

 

Wird es künftig in allen Kliniken Case-Manager geben? 

Ellerman: Das würde ich mir sehr Wünschen. Das würde die Koordination mit anderen Krankenhäusern auch für mich sehr erleichtern. Nicht nur in medizinischen Fragen wäre es praktisch unter Kollegen zu kommunizieren. Das wäre ein Gewinn für alle Beteiligten. 

 

Was muss ein guter Case-Manager können? 

Ellerman: Es ist wichtig, dass er alle Bereiche der Klinik gut kennt, damit er sofort weiß, auf welcher Station der Patient am besten aufgehoben ist. Außerdem muss man gut zuhören können, man muss für die Ängste der Angehörigen und Patienten immer ein offenes Ohr haben. 

 

Man muss ihnen signalisieren, dass sich jemand sie kümmert. Wie gefällt Ihnen Ihr Job? 

Ellerman: Es macht mir sehr viel Spaß! Vor allem weil meine Arbeit so angenommen wird. Es freut mich, dass ich in ganz vielen Situationen weiterhelfen kann, da ich seit 21 Jahren in dieser Klinik arbeite und mich deshalb sehr gut auskenne. Außerdem bin ich sehr oft der Überbringer guter Nachrichten. Als Case - Managerin komme ich den Patienten näher als je zuvor.