Vom Wunsch, sein Glück zu zeigen

Foto: RTL / Jens van Zoest / T&T

Wie Moderatorin Nazan Eckes mit den sozialen Medien und der Balance zwischen Job und Familie umgeht.

 

Sie gehen auf Instagram sehr sparsam mit privaten Bildern um, zeigen die Gesichter ihrer Kinder nicht. Warum?

Nazan Eckes: Es ist tatsächlich ein schmaler Grat und eine große Herausforderung, wenn man selbst in der Öffentlichkeit steht und andererseits seine Familie schützen möchte. Deswegen zeige ich niemals die Gesichter meiner Kinder. Auf der anderen Seite möchte man natürlich sein Familienglück ein wenig teilen. Ich bestehe nun einmal nicht nur aus mir selber, sondern habe einen Mann und zwei Kinder. Insofern hat man gelegentlich den Wunsch, ein bisschen von diesem Glück und seinem Leben zu zeigen. In der ersten Zeit waren wir, was das angeht, ganz streng und haben nicht einmal eine Hand der Kinder gezeigt. Irgendwann habe ich mich dazu entschlossen, ein bisschen was zu posten. So dass die Leute, die sich das anschauen, wissen, wie mein Leben aussieht und womit ich mich den ganzen Tag beschäftige. Und damit sie merken, dass es zum einen die Fernseh-Nazan und auf der anderen Seite die Mama-Nazan gibt und dass dies das echte Leben ist. Gleichzeitig möchte ich meine Kinder schützen. Ich glaube, wir haben einen ganz guten Kompromiss gefunden.

 

Wie bekommen Sie die berufliche und die private Nazan unter einen Hut? 

Nazan Eckes: Das steht und fällt mit der Organisation. Um es bildhaft auszudrücken: Wenn ich von der Arbeit komme, lege ich Make-up und Glamour-Klamotten ab. Ich schlüpfe in meine Jogginghose oder in Jeans - wie jede andere Mutter auch. Und dann existiert das Zuvor in diesem Moment nicht mehr, denn das interessiert einen Zwei- und einen Vierjährigen nicht. Sie wollen dann ihre Mami für sich haben, spielen und essen. Es ist ein Balance-Akt. Man muss sich unheimlich gut organisieren, Kompromisse machen und selbst zurückstecken. Obwohl ich ein Movie-Junkie bin, war ich schon seit zwei Jahren nicht mehr im Kino. Ein schönes Abendessen nur mit meinem Mann ist etwas Besonderes. Früher waren wir jeden zweiten Abend aus. Heute ist es ein Highlight, wenn wir das einmal im Monat schaffen. Man lernt, zurückzustecken und seine eigenen Ansprüche hintenanzustellen.

 

Sie machen Ihren Job schon seit über 18 Jahren. Macht er noch Spaß?

Nazan Eckes: Ich habe durch meine Arbeit viel gesehen und viele Menschen kennengelernt und ins Herz geschlossen. Ich liebe meine Arbeit.

 

Wie organisieren Sie das an Tagen, an denen Sie bei einer Produktion sind? 

Nazan Eckes: Wir haben eine Freundin, die auf die Kinder aufpasst. Hin und wieder übernehmen auch meine Mutter oder meine Schwester die Kinderbetreuung. Es ist ein gut funktionierendes Familienkonstrukt, bei dem jeder einspringt. Wenn ich viel arbeite, bleibt mein Mann zuhause und umgekehrt.

 

Eine wunderbare Familie und einen wunderbaren Job. Besser geht es doch nicht, oder?  

Nazan Eckes: Ich versuche, meinen Kindern das Bewusstsein mitzugeben, dass es nicht allen Kindern so gut geht. Wir bremsen sie ein, wenn sie noch ein Spielzeug und noch eines wollen. Ich bin ein sehr realistischer Mensch. Ich versuche natürlich, das unfassbare Glück, das ich habe, festzuhalten. Ich gehe aber nicht mit Scheuklappen durchs Leben. Gerade in der heutigen Zeit kann man sich das nicht erlauben. Ich bin sehr dankbar.