Murmeltiere, 350 PS und ein sauberer Abschlag

Fotos: Hamacher Privathotels

Drei Tage im Defereggental Hotel & Resort

Ein Kurztrip über das Wochenendeist eigentlich nichts Ungewöhnliches. Doch im Porsche 911 Cabrio durch die Dolomiten und zum Golfspielen zu fahren, das passiert auch Disy-Redakteuren nicht alle Tage. Begleiten Sie Maximilian Walter auf eine Reise in die Berge!

Was? Ich? Morgen? Mit dem Porsche durch die Dolomiten? Meine umstehenden Kollegen sah ich sprichwörtlich an wie ein Auto. Doch das Angebot des Defereggental Hotel & Resort klingt einfach zu verlockend, als dass ich es nicht ausprobieren möchte.

Das nahe der österreichischen Dolomiten gelegene Hotel bietet Porschefahren an, wenn man drei oder mehr Tage im Hotel verbringt. Das klingt genau nach meinem Urlaub! Am nächsten Tag geht es los. Vorbei an Kitzbühel fahren wir Richtung Martei und biegen dann Richtung Defereggental ab. Am Hotel angekommen, werden wir vom Hotelmanager Ingo Gasser begrüßt. Das Hotel war das erste der Hamacher Privathotels und wurde bereits 1994 gebaut. Dass es bereits 20 Jahre alt ist, sieht man nicht. Immer wieder wurden Modernisierungsarbeiten geleistet, ohne den urigen Charme aufzugeben. Ein großes Glasdach gibt den Blick ins Tal und auf die Alpen frei. Der nächste Skilift ist gleich um die Ecke. "Unsere Gäste können sogar direkt vor das Hotel fahren. Im Winter brauchen Sie kein Auto, denn zum Hang bringt Sie ein Shuttlebus", so der Hotelmanager. Nebenan gibt es außerdem eine große Tennishalle, in der die Gäste auch eine Indoor-Driving-Range nutzen können. Dann werden uns die Zimmer gezeigt. Warme Holzverkleidungen, moderne Fernseher und natürlich der wunderschöne Ausblick auf die Alpen wissen zu überzeugen. Das ausgewogene Farbkonzept harmoniert mit dem warmen Holz und der lichten Raumatmosphäre. Das sommerliche Alleinstellungsmerkmal des Hotels allerdings steht auf dem Hof, hat 350 PS und kommt aus Stuttgart. "Wir haben durch dieses Angebot unsere Auslastung im Sommer vervielfacht", erzählt Gasser.

„Das Alleinstellungsmerkmal des Hotels steht auf dem Hof, hat 350 PS und kommt aus Stuttgart.”

Von der Reise sind wir hungrig und gehen in das gemütliche Restaurant. Statt eines großen Raumes, in dem alle Gäste Platz nehmen, ist es in verschiedene Séparées geteilt, die zwischen vier und zehn Stühle haben. Jedes davon hat seinen eigenen Charakter. Wir nehmen Platz, bestellen etwas zu trinken und freuen uns auf das Menü. Das Essen schmeckt hervorragend. Dabei ist jede Portion ausgesprochen reichhaltig, gerade für ein 3-Gänge-Menü. Da das Wetter nicht gut ist, entscheiden wir uns für Wellness. Gasser empfiehlt uns, ins nur wenige Kilometer entfernte Dolomitengolf Hotel & SPA zu fahren. Dort finden wir einen SPA-Wellness-Bereich sowie Beauty, Fitness, Pool und eine Saunalandschaft mit vier Saunen. Nachdem wir jede Sau- na ausprobiert haben, fahren wir entspannt zurück zum Hotel. Zuvor jedoch, buchen wir noch einen Golfschnupperkurs im benachbarten Clubhaus für den nächsten Tag. Am nächsten Morgen lassen wir uns das reichhaltige Frühstück schmecken. Von herzhaft bis süß ist für jeden Geschmack etwas dabei. Auf Wunsch serviert das immer freundliche Hotelteam Spiegel-, Rühr-, oder gekochte Eier. Dann bekommen wir unseren Porsche. 911 Carrera Cabriolet, 6 Zylinder Boxermotor, 350 PS. Wir öffnen das Verdeck des Porsche und genießen den Wind um die Ohren und die Sonne auf der Haut. Im normalen Fahrmodus ist der 911 ideal zum gemütlichen Cruisen. Das Getriebe schaltet früh, bei gleichbleibender Geschwindigkeit fährt der Porsche ruhig vor sich hin. Dabei hat man immer die Sicherheit, mit einem beherzten Tritt aufs Gas spielend am restlichen Verkehr vorbeifahren zu können. Und nicht selten haben wir langsame Lkws und Traktoren vor uns. Stellt man den Wagen auf den "Sport"- oder "Sport Plus"-Modus, entfaltet sich das Potenzial des Sportwagens. Typisch 911er ist der Wagen jetzt giftig am Gas, das Fahrwerk versteift, die Lenkung wird direkter, der Spaß exponentiell größer! Unser Weg führt vorbei an schneebedeckten, felsigen Gipfeln und durch malerisch grüne Zirbenwälder. Viele kleine Kirchen, Wasserfälle und die typischen Chalet-Häuser zieren die Hänge. Die Straße führt über schmale Serpentinen und enge Tunnel - der ideale Spielplatz für den 911er. Jede Kurve wird spielend genommen. Wir machen uns auf den Weg Richtung Großglockner. Dieser ist rund 100 Kilometer und etwas mehr als eine Stunde entfernt. Unser Weg führt über den Iselsberg Richtung Heiligenblut. Immer wieder halten wir an, um die tolle Landschaft zu genießen. Besonders beeindruckend ist der Jungfernsprung Wasserfall. Für den Pass muss zwar eine Maut gezahlt werden, die Aussicht, die zahlreichen Kehren und der Blick auf die 3000er entschädigen dafür. Als wir an der Kaiser-Franz-Josefs- Höhe ankommen, zeigt das Thermometer knapp über 0° Celsius. Wir entdecken sogar ein paar Murmeltiere am Straßenrand. Witzig: Oben treffen wir noch zwei weitere Porsche-Fahrer, die sich den Aufstieg nicht haben nehmen lassen. Schlussendlich müssen wir aber den Weg zurück antreten. Der Berg im Rückspiegel wird immer kleiner und am frühen Nachmittag sind wir wieder am Dolomitengolf Suites, wo gleich der Golfschnupperkurs beginnt.

„Die Suite bietet zudem einen Rundumblick auf die Golfanlagen und das Dolomitenmassiv. Bei gutem Wetter ist die Aussicht atemberaubend schön.”

Der Golflehrer, Clemens Daberer, ist wesentlich jünger als erwartet. Zuerst werden uns die Grundregeln erklärt, dann üben wir das Putten. "Es ist der wichtigste Schlag beim Golf und eigentlich auch der schwerste. Aus zwei Metern trifft selbst Tiger Woods nur noch knapp die Hälfte seiner Bälle direkt ins Loch", erzählt Daberer. Anschließend geht es auf die Driving Range. Nach diesem kurzen Exkurs lasse ich mich noch bei einer Ganzkörpermassage verwöhnen. Den Büroalltag aus dem Rücken geknetet zu bekommen, fühlt sich großartig an. Von Peter Wibmer, Geschäftsführer der Hamacher Privathotels, lasse ich mir die Wellness-Suite zeigen. Sie besitzt eine Sauna, zwei Schlafzimmer und zwei Bäder. Auf jeder Etage gibt es eine solche und sie kostet 740 Euro pro Nacht (für vier Personen). Die Suite bietet zudem einen Rundumblick auf die Golfanlagen und das Dolomitenmassiv. Bei gutem Wetter ist die Aussicht atemberaubend schön. Man zeigt uns auch die zweitgrößte Suite. Sie hat zwei Zimmer, wahlweise mit Blick auf die Golfanlage oder die Berge. Von den Zimmern, insgesamt 48, bin ich beeindruckt. Sie sind geräumig und gemütlich eingerichtet. Zudem sind sie in unterschiedlichen Farben gestaltet. Dennoch bevorzuge ich das urige, warme Zimmer im Defereggental. Abendbrot essen wir dann im Hauben-Restaurant Vincena im Dolomitengolf Suites, inklusive einem herrlichen Blick auf die Golfanlage und die Lienzer Dolomiten. Wir beginnen mit einer Schafskäseterrine mit Zucchini, Spargel und Rohschinken. Als Vorsuppe nehme ich die Waldorfcremesuppe mit Walnüssen. Die Hauptspeise ist eine Barbarie-Entenbrust an Portweinschalotten, dazu Maroni, kleines Gemüse und Kräuter-Tramezzini. Den Abschluss bildet Streusel-Marillenkuchen mit Eis. Dazu wird wahlweise Weiß- oder Rotwein gereicht. Glücklich und satt fallen wir ins Bett zur letzten Nacht. Am nächsten Morgen geht es schon wieder zurück nach München. Golf spielen, Porsche fahren, und ganz viel Wellness. Die drei Tage vergingen wie im Flug und es ist schade, dass wir die Heimreise antreten müssen. Es waren drei unvergessliche Tage.