Jeanette Biedermann zeigt uns ihre Klamotten

Robert Jentzsch, TM & © TURNER BROADCASTING SYSTEM

Jeanette Biedermann ist eine, die wie ein Chamäleon die Kunst der Verwandlung perfekt beherrscht. Je nach Rolle oder Lust und Laune gibt sie sich mal im mädchenhaft-verspielten Look oder als Rocker-Queen, dann wieder als glamouröse Diva oder im coolen Business-Look. Da stellt sich die Frage: Wie sieht es eigentlich im Kleiderschrank der 34-Jährigen aus? Wir haben sie zum Interview getroffen. Ein Gespräch über High Heels, Ankleidezimmer, Vintage-Klamotten und frühere Kleidersünden. 

 

Welche Kleider-Geheimnisse gibt es bei Ihnen? 

Biedermann: Geheimnisse? Ich zeige einfach einige meiner Liebling-Outfits. Kleider, die ich nicht nur gerne anziehe, sondern die auch mit mir persönlich viel zu tun haben. Das erste ist das Outfit, welches ich auch bei der Foto-Session für unser neues Video "Indianerehrenwort" getragen habe. Ich finde es ziemlich cool: abgeschnittene Jeans und viel indianischer Schmuck, also passend zum Titel. Ich würde es als "Boho-Hippie-Style" bezeichnen. Ein toller Look, der mich an Freiheit erinnert. Dann natürlich mein Lieblings-Look für den Red Carpet... 

 

Was tragen Sie am liebsten im Blitzlicht?
Biedermann:
Ein Kleid von Roberto Cavalli, das immer mal wieder zum Einsatz kommt, zuletzt bei der IFA-Gala in Berlin. Ich bin nämlich kein Fan davon, Kleider nur einmal zu tragen. Das ist in meinen Augen pure Verschwendung. Das Kleid ist silbern und erinnert ein bisschen an Alufolie. Aber ich liebe es, denn es ist ein absoluter Hingucker und man muss keinen Schmuck mehr dazu tragen. Außerdem habe ich auch noch ein "normales" Outfit: eines, das ich auch privat trage und das meinen persönlichen Look am besten beschreibt. Ich muss an dieser Stelle allerdings erwähnen, dass ich nur einen kleinen Teil meines Kleiderschranks geöffnet habe. Das würde sonst zu lange dauern. 

 

Das heißt, Sie haben einen typischen Frauenkleiderschrank, der aus allen Nähten platzt?
Biedermann:
Ja. Über die Jahre hat sich relativ viel angesammelt. Ich bin aber auch jemand, der ungern Kleider weggibt oder -wirft. Ich habe nämlich die Erfahrung gemacht, dass über die Jahre alles immer wiederkommt. Man kombiniert ein altes Teil mit einem neuen und es sieht super aus, auch wenn man nicht gedacht hätte, es jemals wieder zu tragen. Insofern habe ich also durchaus einen ordentlichen "Fundus" zu Hause. Allerdings in erster Linie berufsbedingt. 

 

Klar, in Ihrem Business braucht man viele Outfits...
Biedermann:
Ja, aber wie schon erwähnt: Ich bin keine "Kleider- Verschwenderin". Ich ziehe lieber ein Teil öfter an und kombiniere es immer wieder neu. Ich habe zum Beispiel tolle Vintage-Stücke aus Los Angeles, die man heute nirgendwo mehr kaufen kann. 

 

Gibt es etwas, wo Sie schwach werden? Schuhe, Taschen... 

Biedermann: Ja, und zwar genau in dieser Reihenfolge! Das mit den Schuhen, das ist so ein Ding bei uns Frauen, nicht wahr? Ich habe zweifellos ein Faible für Schuhe. Schuhe sind aber auch einfach etwas Wunderbares... 

 

Haben Sie Ihre Schuhe schon einmal gezählt?
Biedermann:
Lieber nicht! Ich habe eine Menge Schuhe, habe aber noch nie nachgezählt, wie viele es sind. Das traue ich mich nicht. 

 

Wie würden Sie Ihren Kleiderstil beschreiben?
Biedermann:
Die Zeiten haben sich natürlich verändert. Wenn ich mir angucke, wie ich in den 90er Jahren herumgelaufen bin... Davon bin ich heute weit entfernt. Im Endeffekt ist es doch so, wie ich es vorhin schon sagte: In der Mode kommt alles immer wieder. Aber natürlich: früher war ich ein Mädchen, heute bin ich eine erwachsene Frau. Man verändert sich natürlich über die Jahre, auch der persönliche Look. Aber nichtsdestotrotz bin ich meinen Jeans und meinen rockigen Shirts über die Jahre treu geblieben. Nur in anderer Kombination. Und die Röcke sind natürlich nicht mehr ganz so kurz wie früher! Obwohl das immer der Bühne geschuldet war. Privat war ich nie eine, die mit Hot Pants in die Disco gegangen ist. Das war immer nur für die Show. 

 

Gab es Kleidersünden, bei denen Sie sich heute denken: Wie konnte ich damals nur?
Biedermann:
Ich habe einmal auf einer Tour einen roten Glitzer-Overall getragen. Später dachte ich mir: 'Oje, was ist Dir denn da nur eingefallen? Ein roter Glitzer-Overall! Du sahst aus wie eine Glitzerkugel.' Heute trägt Helene Fischer so einen Glitzeranzug. Ich sage es ja: In der Mode kommt alles wieder. Die Dinge werden wieder modern und man sieht sie dann in einem anderen Blickwinkel. 

 

Gibt es ein derzeitiges Lieblingsteil in Ihrem Kleiderschrank? 

Biedermann: Ja, ich trage es gerade. Ich habe soeben in Cornwall gedreht. Dort gibt es fast nur Surfer-Läden, und man findet kaum richtig tolle Sachen. Aber ich habe einen coolen Secondhandladen am Strand entdeckt. Und dort habe ich mir einen Secondhandpulli gekauft, mit einem indianischen Muster. Den trage ich derzeit ständig. 

 

Kaufen Sie auch online oder gehen Sie lieber selbst auf Shopping-Tour? 

Biedermann: Ich kaufe online, aber in erster Linie Bücher und Musik. Kleider sehe ich lieber und fasse sie auch gerne an. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass man doch mehr zurückschickt als behält. Wenn ich allerdings auf der Suche nach einem ganz bestimmten Teil bin, dann kaufe ich auch schon mal online. 

 

Haben Sie einen Lieblings-Designer?
Biedermann:
Ich bin niemand, der auf bestimmte Designer abfährt. Ich muss nicht zwingend ein Label tragen. Mein derzeitiger Lieblingspulli, der aus Cornwall, hat nicht mal ein Etikett. Ich habe also keine Ahnung, von welchem Label er ist. Wenn, dann trage ich gerne Sachen von jungen Designern, weil sie noch eine Frische versprühen und für das, was sie tun, brennen. 

 

Auf Ihrer Facebook-Seite waren Sie als Rauschgoldengel zu sehen, für Ihre Rolle in dem Musical "Vom Geist der Weihnacht".
Biedermann:
Ja, süß, oder? Ich trage für die Rolle ein weißes Kleid, Flügel und eine weißgold-blonde Perücke - weil ein Engel natürlich immer blondes Haar hat. Es ist mein erstes Musical und ich freue mich auf diese Herausforderung. Man muss sich selbst komplett ausschalten, da diese Rolle etwas Außerirdisches hat. Alles muss schweben, auch der Gesang. Ich habe versucht, diesem Engel eine ganz andere Stimme zu geben. Eine Stimme, die anders klingt als die von Jeanette Biedermann bei ‚Ewig‘. Ich glaube, es ist eine wunderbare Verwandlung. Es ist eine Weihnachtsgeschichte und ich freue mich darauf, diese besondere Stimmung den ganzen Dezember über genießen zu dürfen.