Männer unters Messer! Schönheitschirurgie bei Männern?

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Vor weniger als 30 Jahren suchten noch weniger als fünf Prozent aller Männer einen Schönheitschirurgen auf. Im Jahr 2008 waren es bereits zehn Prozent! Die Gleichberechtigung hat allem Anschein nach auch in der plastischen Chirurgie Einzug gehalten: Im Jahr 2013 war bereits jeder sechste Patient der Schönheitschirurgen männlich. Die Bereitschaft der Männer, sich für eine schönheitschirurgische Operation zu entscheiden, steigt.

Das Tabu, auch als Mann an einer schönheitschirurgischen Behandlung Interesse zu zeigen, ist in den letzten Jahren geringer geworden. Auch in eher männlichen Domänen, wie z.B. dem Profifußball, scheuen sich auch die bekanntesten Gesichter - wie Wayne Rooney oder Jürgen Klopp nicht, zu ihren Haartransplantation zu stehen - und erfahren dafür ein weitestgehend positives Medienecho.

Gutes Aussehen als Erfolgsfaktor

Schönheitschirurgen stellen in den letzten Jahren eine steigende gesellschaftliche Akzeptanz für Schönheits-OPs fest, immer öfters reden Patient/innen offen über vorgenommene Eingriffe. Das stellt allerdings nicht den alleinigen Grund für diesen Trend dar. Lange Zeit war es Frauen vorbehalten, in der Werbung spärlich bekleidet und sexualisiert dargestellt zu werden. In den letzten Jahren trifft es immer mehr Männer.

Die überall präsenten Bilder von schönen Männern verleiten zum ständigen Vergleich - und zum Wunsch, seinen Körper und sein Aussehen zu optimieren. Denn suggeriert die Werbung nicht, dass schönes Aussehen einhergeht mit beruflichem Erfolg, mit Begehrtheit und Lebensfreude? Das Ansinnen auf eine Schönheitsoperation mit dieser Motivation allein zu begründen sollte allerdings kritisch betrachtet werden. Zwar besteht zwischen Attraktivität und beruflichem Erfolg ein Zusammenhang, dennoch steht das Können immer noch an erster Stelle.

Haartransplantationen: 81 Prozent der Patienten sind männlich

Bei den chirurgischen Behandlungen gibt es geschlechtsspezifische Vorlieben. Besonders auffällig ist dies bei den Haartransplantationen; 81 Prozent der Patienten sind hier Männer. Dies geht aus einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie hervor. Da 80 Prozent aller Männer an hormonbedingter Glatzenbildung leiden, ist der starke Überhang der männlichen Patienten naheliegend. Bei einer Haartransplantation werden Haarfollikel vom Hinterkopf des Patienten entnommen und vorteilhaft umverteilt, so dass das Kopfhaar wieder fülliger wirkt.

Fettabsaugung ist der häufigste schönheitschirurgische Eingriff bei Männern

Fast ein Viertel aller ästhetisch-plastische Eingriffe bei Männern sind Fettabsaugungen. Lidstraffungen folgen auf Platz zwei, Nasenkorrekturen auf Platz drei. Auf Platz sieben der häufigsten Schönheitsbehandlungen bei Männern findet sich die Intimchirurgie - damit sind operative Eingriffe am Penis häufiger als Faltenunterspritzungen oder Botox-Behandlungen!

Trend Penisvergrößerung?

Intimchirurgie bei Männern verfolgt zum einen das Ziel einer Penisvergrößerung. Dies wird beispielsweise durch Schwellkörperimplantate erreicht. Auch das Einarbeiten von körpereigenem Gewebe aus dem Oberschenkel zwecks einer Penisverdickung ist machbar. Schließlich ist auch die Begradigung des Penis möglich. Ein Massenphänomen stellen die ästhetisch-plastischen Eingriffe am Penis jedoch nicht dar.

Schließlich ist eine solche Operation häufig mit schmerzhaften Komplikationen verbunden; zudem muss bei einer Penisvergrößerung stets damit gerechnet werden, dass die tatsächliche Vergrößerung nur marginal ausfällt. Die Funktion des Penis' wird durch den Eingriff ebenfalls nicht verbessert - bei Erektionsstörungen schafft eine Schönheits-OP keine Abhilfe. Wie bei anderen Behandlungsmöglichkeiten der Schönheitschirurgie gilt auch hier, dass die Entscheidung zum Eingriff nicht leichtfertig fallen sollte, und dass eine ausführliche medizinisch fundierte Beratung im Vorfeld stattfindet.

Fazit: Mehr Gleichberechtigung!(?)

Männer wagen sich in größerem Ausmaß als früher an eine Schönheitsoperation. Solange dies realistischen Wünschen entspringt, ist der Trend zu mehr Gleichberechtigung auf diesem Feld natürlich zu begrüßen. Auch Männer sollten jedoch vor der Entscheidung zu einem schönheitschirurgischen Eingriff ihre persönlichen Wünsche von gesellschaftlichen Forderungen trennen.