Kostja Ullmann über seine Auto-Leidenschaft und veganen Lifestyle

Foto: Jaguar Deutschland PR

Lenkrad statt Film-Set. Schauspieler Kostja Ullmann verbrachte die letzten Monate viel am Steuer seines elektrischen Jaguar. Der 26-jährige Hamburger ist ein großer Auto-Fan und fährt schon seit langem auf die Modelle der britischen Marke ab. In München testete er nun die neue Ausgabe des I-PACE und zeigte sich von den Vorzügen - mit neuem Infotainmentsystem und neuer Ladetechnik - begeistert. Auch beruflich spielten die vier Räder bei ihm in letzter Zeit die Hauptrolle. Er drehte für die Serie "Aus dem Tagebuch eines Uber-Fahrers", in der er den Uber-Fahrer Ben spielt, der sein Leben nicht auf die Reihe bekommt und mit seinen Fahrgästen die kuriosesten Geschichten erlebt. Im Interview spricht er über seine Auto-Leidenschaft, seine Erfahrungen mit E-Cars, seine aktuellen Projekte und das Thema Nachhaltigkeit und verrät, warum er seit einem Jahr als Veganer lebt.

 

Sie fahren schon seit einige Zeit den elektrischen Jaguar I-PACE und konnten jetzt das neue Modell testen. Wie ist das - elektrisch fahren?

Ullmann: Sehr stark! Wenn man aufs Pedal drückt und die Geschwindigkeit spürt... Der I-PACE gibt ein unglaublich gutes Fahrgefühl. Und macht mega Spaß. Jetzt in dem neuen Modell zu sitzen ist noch einmal ein Unterschied. Das coole Design ist geblieben, zum Glück, denn das gefällt mir sehr gut. Es gibt aber ein neues Infotainment-System und der Wagen kann nun ganz einfach zu Hause über Nacht aufgeladen werden. Es gibt auch einen tollen, wenn auch leisen elektrischen Sound wenn man aufs Gaspedal drückt. Es hört sich großartig an.  Insofern ist der Wagen genau das Richtige für mich. Man merkt auf Anhieb: Hey, hier kommt ein schnelles Auto.

 

Vollelektrisch - ist das für Sie der Trend der Zukunft?

Ullmann: Wir stehen am Anfang einer neuen Technologie, die meiner Meinung nach die Zukunft ist. Man sieht, wie großartig sich das Ganze in den letzten Jahren und besonders in den letzten Monaten entwickelt hat. Gerade in der Stadt zu fahren, so wie bei mir zu Hause in Hamburg oder hier in München, macht elektrisch sehr viel Spaß. Ich kann es jedem nur empfehlen.

 

Autoreisen gewinnen gerade in diesen Zeiten an Bedeutung, da viele Menschen nicht mehr gerne in den Flieger steigen. Auch bei Ihnen?

Ullmann: Auf jeden Fall. Ich versuche schon seit einiger Zeit weniger zu fliegen bzw. ganz darauf zu verzichten, wenn es nicht unbedingt nötig ist. Zum Beispiel bei Reisen innerhalb Deutschlands. Deswegen bin ich die letzte Zeit noch häufiger im Auto unterwegs gewesen; umso schöner ist es, dass ich das in einem so tollen Jaguar tun darf. Gerade in diesen Zeiten von Corona und Maske gewinnt das Auto noch einmal an Bedeutung. Man hat das Gefühl, in seinem kleinen eigenen Reich zu sitzen. Bahnfahren ist mir derzeit zu anstrengend: Vier, fünf Stunden auf engem Raum mit Maske.... Ich habe mit dem Auto meine Familie daheim im Breisgau besucht, eine wunderschöne Ecke. So etwas macht mir Spaß. Ich habe eigentlich auch noch geplant, mit dem Auto in den Norden zu fahren, nach Norwegen, um dort die Gegend zu erkunden. Mal sehen, ob dies dann noch mit Corona zu vereinbaren ist. Das wäre meine nächste geplante Autoreise.

 

Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Hatten Sie Zeit für eine kleine Auszeit bzw. einen Urlaub?

Ullmann: Zeit habe ich gerade zur Genüge, da beruflich viel verschoben bzw. abgesagt wurde. Ich war aber Anfang des Jahres noch mit einem Freund und Kollegen in Australien und Neuseeland. Wir waren dort auch mit vier Rädern unterwegs, allerdings im Wohnwagen statt im Auto was ein großartiges Erlebnis war. Jetzt, durch Corona, treffe ich öfter Freunde oder besuche ich oft meine Familie, die auf verschiedene Ecken des Landes verteilt ist.

 

Sie waren gerade in der Serie "Aus dem Tagebuch eines Uber-Fahrers" zu sehen und hatten dort viel mit Autos zu tun. Welche Rolle spielen Autos in Ihrem Leben?

Ullmann: Dafür saß ich tatsächlich jeden Tag im Auto. Leider nicht in einem elektrischen, aber es hat trotzdem viel Spaß gemacht. Es war ein schöner Dreh. Und ich habe das Fahren noch lange nicht satt (lacht). Es wird noch eine zweite Staffel geben. Diese war ursprünglich für diesen Sommer geplant, wurde aber verschoben. Obwohl: Mit Plexiglasscheine zum Fahrgast wäre der Dreh wahrscheinlich möglich... Ich versuche gerade, die Produktion zu überreden, bei der zweiten Staffel den I-PACE als Fahrzeug zu nehmen (lacht). Hm, dann wäre ich wohl der erste Uber-Fahrer mit einem Jaguar.

 

Auf der Skala von 0 bis 10 - welchen Stellenwert hat das Auto für Sie?

Ullmann: 12 (lacht)! Ich fahre wirklich sehr, sehr gerne. Als ich mit 18 Jahren meinen Führerschein gemacht habe - zu dieser Zeit war es noch nicht früher möglich - war ich immer begeistert von teuren und großen Autos, die ich mir damals nicht leisten konnte. Das erste Geld, das ich bei Dreharbeiten verdient habe, habe ich in Mietwagen investiert. Ich dachte mir: "Wenn ich mir so ein Auto nicht leisten kann, dann miete ich es mir eben für ein Wochenende." Ich habe alle Modelle durchprobiert. Und ich habe damals nicht im Traum daran gedacht, mal einem vollelektrischen Jaguar zu fahren. Die Technik heutzutage ist wirklich beeindruckend. Und ich muss zugeben, dass ich bald den neuen Defender Probe fahren darf worauf ich mich auch sehr freue.

 

Was muss ein Auto für Sie mitbringen? PS, Sicherheit, Nachhaltigkeit?

Ullmann: Die Mischung macht's. Als ich den Führerschein gemacht habe, war es mir vor allem wichtig, schnell voranzukommen und so viel PS wie nur möglich zu haben. Als ich das erste Mal in einem SUV saß, merkte ich: Das Höhersitzen ist auch nicht schlecht, und auch für längere Strecken ist er perfekt. Aber natürlich versuche ich, mich vor allem nachhaltig fortzubewegen. Und da ist elektrisch oder ein Hybrid natürlich die beste Wahl.

 

Nachhaltigkeit spielt eine immer wichtigere Rolle. In welchen Bereichen des Lebens achten Sie auf Nachhaltigkeit?

Ullmann: Auf vielen Ebenen. Es fängt natürlich beim Reisen an. Aber ich achte auch im Haushalt und beim Einkaufen darauf. Ich versuche, so wenig Müll wie nur möglich zu produzieren. Es gibt bei mir in der Nähe einen klasse Shop, wo man verpackungsfrei einkaufen kann. Ich ernähre mich seit über einem Jahr vegan, da mir nicht nur die Erde wichtig ist, sondern auch die Lebewesen, die darauf wohnen. Es gibt viele Ebenen der Nachhaltigkeit. Auch wenn es nicht immer ganz einfach ist, alles miteinander zu vereinbaren, funktioniert es doch sehr gut. Es ist letztendlich nur eine Umgewöhnung. Ich unterstütze übrigens auch eine Initiative, bei der es darum geht, "grün" zu drehen.

 

Wie wurden Sie zum Veganer?

Ullmann: Meine ganze Familie isst vegetarisch und ich habe Veganer im Freundeskreis. Ich habe früher Fleisch geliebt. Und diesen Genuss auch wirklich zelebriert. Kurz zuvor habe ich mir sogar noch einen Grill mit vielen Funktionen gekauft. Aber dann habe ich bei YouTube Videos von einem Australier gesehen, der Veganer ist. Und da hat es bei mir Klick gemacht. Anfangs gab es bei mir nur einen veganen Tag in der Woche. Aber dann fühlte es sich auf einmal komisch an, wieder Fleisch zu essen. Und so habe ich irgendwann ganz vegan weitergemacht. Es hat sich bei mir so gesetzt, dass es keinen Weg mehr zurück gibt.

 

Fühlen Sie sich seither besser?

Ullmann: Ich habe zuerst gedacht, dass ich mich dadurch besonders sportlich oder muskulös fühlen würde. Aber diesen Effekt gab es leider nicht, denn ich habe dadurch erst einmal extrem abgenommen. Ich muss eigentlich eher darauf schauen, dass ich was auf die Knochen draufbekomme. Als Veganer muss man genau darauf achten, dass man genug Protein zu sich nimmt. Aber wenn man sich damit beschäftigt, ist es ganz einfach, das Richtige zu essen. Es gibt so viele wunderbare leckere Produkte, die eben nicht tierisch sind. Und gerade in Großstädten wie München, Berlin oder Hamburg ist es mittlerweile ganz einfach, sich vegan zu ernähren.

 

Sie leben in Hamburg. Was verbinden Sie mit München?

Ullmann: Ich bin häufig zum Arbeiten hier. Ich habe eine enge Verbindung zu München, auch weil ich viele Freunde hier habe. Hier ist gefühlt immer Sommer. Auch wenn die Stadt nicht so groß ist wie Berlin, muss ich gestehen, dass ich noch nicht wirklich einen guten Überblick habe. Wenn ich durch die Stadt fahre, so wie heute, dann denke ich mir oft: "Ach, hier bin ich jetzt..." Zum Glück hat der I-PACE ein gutes Navi (lacht).

 

Wo führt Sie die Reise als nächstes hin? Welche neuen Projekte gibt es?

Ullmann: Heute geht es erstmal zurück nach Hause nach Hamburg. Als nächstes werde ich eine Miniserie für das ZDF in Krakau drehen. Eine wunderschöne Stadt, die schon lange auf meiner Wunschliste stand.

 

Haben Sie etwas mitgenommen aus dieser Corona Zeit?

Ullmann: Gerade in Anfangszeit, in der ich viel zu Hause war, hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Im Beruf des Schauspielers gibt es immer mal wieder einen Leerlauf. Ich konnte diese Phasen immer ganz gut für mich nutzen. Jetzt war die Ungewissheit allerdings größer, da man nicht wusste, wie lange das gehen wird. Aber ich kann gut alleine sein und mich auch alleine beschäftigen. Und habe die Zeit dazu genutzt, mich mit meiner Familie und meinen engen Freunden zu treffen. Was sonst, wenn man viel unterwegs ist, oft zu kurz kam. Das versuche ich beizubehalten.

 

Auf was freuen Sie sich in der nächsten Zeit?

Ullmann: Auf den Geburtstag meiner Mutter in zwei Tagen. Es wird ein bisschen gefeiert, natürlich im kleinen Kreis. Das ist mein nächstes Highlight.

 

Interview: Andrea Vodermayr