Das inoffizielle Amt

Karl Chao-Yuan Cheng, Generalkonsul für Taiwan.

 

Weil sein Professor in Berlin den chinesischen Namen nicht aussprechen konnte, ist Karl seitdem sein deutscher Vor- name. Aber die Verbundenheit zu Deutschland liegt bei Generalkonsul Karl Chao-Yuan Cheng ganz woanders.

 

„Deutschland ist das schönste Land der Welt“, begründet der Gene- ralkonsul sein Engagement in der Länderverständigung zwischen seiner Heimat und Deutschland. Doch eigentlich ist er offiziell gar kein Konsul. Das liegt daran, dass die diplomatischen Beziehungen zu China keine offiziellen Regierungskontakte zu Taiwan zulassen. Für China ist Taiwan ein Teil der unzertrennbaren Republik. Doch der schwierigen politischen Problematiken zum Trotz, ist Karl Chao-Yuan Cheng davon überzeugt, dass die Zusammenarbeit zwischen Taiwan und Deutschland sehr förderlich ist. „Wir haben ein großes Austauschprogramm sowohl zwischen Gymnasien und zwischen Universi- täten“, erläutert er. Das Programm beinhaltet acht Gymnasien in Bayern und Baden-Württemberg und 23 Forschungsprojekte. „Vor allem in den Bereichen der Natur- und Rechtswissenschaften sind wir sehr aktiv“, so Cheng weiter. Politisch gäbe es in Taiwan ein par- lamentarisches System, dessen Abgeordnete nicht selten in Deutsch- land ausgebildet worden sind. Die Entfernung ist für Karl Chao-Yuan Cheng kein großes Problem. „Meine Eltern leben noch in Taiwan und meine Tochter ist auch gerade dort. Aber über Internet kommunizie- ren wir jeden Tag“, erklärt er. So schön Deutschland für ihn und seine Familie auch ist, sollte er einmal in Rente gehen, möchte er seinen Lebensabend in Taiwan verbringen. „Das Leben dort ist einfacher und das Klima wärmer.“