Einmal Freistaat, immer Freistaat!

Foto: (C) ARD/Thomas Leidig

Fernsehmoderator Kai Pflaume zu Besuch in Dresden

Er ist einer der bekanntesten Moderatoren Deutschlands und seit 23 Jahren im Fernseh-Geschäft. Für die Verleihung des Europäischen Kulturpreises kam er nach Dresden. Disy sprach mit dem Fernsehmann, der in Sachsen aufwuchs, über seine zukünftigen Projekte, Fußball und seine Beziehung zu Dresden.

Herr Pflaume, wie sah Ihr Tagesablauf der letzten Tage aus? Viel zu tun?
Pflaume: Gerade haben wir in Hamburg die zweite Staffel "Kaum zu glauben" aufgezeichnet, danach ging es dann direkt nach Dresden zur Pressekonferenz für den Europäischen Kulturpreis, den ich in diesem Jahr moderieren werde.

Haben Sie einen persönlichen Bezug zu Dresden?
Pflaume: Ich bin gebürtiger Hallenser und in Leipzig aufgewachsen. Daher bin ich zuerst einmal Sachse. Natürlich bin ich während meiner Kindheit und meiner Jugend mit der Familie und der Schule häufig in Dresden gewesen. Daher habe ich natürlich auch einen Bezug zu der Stadt, kenne sie gut. Dass ich jetzt im Oktober in der Frauenkirche die Verleihung moderieren darf, ist ein Highlight für mich. Es ist eine ganz besondere Veranstaltung an einem ganz besonderen Ort, zu einem ganz besonderen Jubiläum.

Sie sind ein Sachse in München. Was unterscheidet Bayern von Sachsen?

Pflaume: Ich habe mir gesagt, einmal Freistaat, immer Freistaat. Daher ist dies vielleicht auch der Grund, warum ich von Sachsen nach Bayern gegangen bin. Beide Bundesländer sind kulturell stark geprägt und haben eine lange Tradition, auf die sie zurückblicken können. Ich denke, dass es kein Zufall ist, dass sehr viele Sachsen in Bayern leben. Sicherlich unterscheiden die Menschen sich, kommen aber sehr gut miteinander aus. Es kann natürlich auch an der direkten Landesgrenze liegen. Es gibt sehr viele Parallelen. In beiden Ländern kann man sehr gut leben. Ich bin auch oft bei meinen Eltern in Leipzig und kenne so die Vorzüge beider Bundesländer. Dresden hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt.

Was glauben Sie, gibt es da noch Potenzial nach oben?

Pflaume: Ganz klar. Man sieht, wie die Städte sich auch wirtschaftlich entwickelt haben. Gerade die großen Unternehmen haben Sachsen als Standort für sich entdeckt. Ich sehe da noch lange kein Ende, ganz im Gegenteil. Es wird weiter investiert. Dies ist eine Entwicklung, die sehr gut angefangen hatte und auch so weiter gehen wird.

Waren Sie schon einmal in der Semperoper oder auf dem SemperOpernball?

Pflaume: Ich war schon in der Semperoper, aber noch nicht auf dem Ball. Irgendwann werde ich es schaffen.

Wie lange wird ihr Aufenthalt in Dresden sein?
Pflaume: Ich werde im Rahmen der Verleihung des Europäischen Kulturpreises einige Tage im Oktober da sein.

Haben Sie sich für den Aufenthalt in Dresden was vorgenommen?
Pflaume:
In erster Linie bin ich in Dresden, um zu arbeiten. Ich werde aber auf jeden Fall meine Laufschuhe mitnehmen und ein paar Runden drehen, so werde ich sicher einiges Spannendes zu sehen bekommen. Ansonsten werde ich schauen, wofür noch Zeit bleibt.

An dem Abend der Verleihung werden namenhafte Persönlichkeiten da sein, unter anderem der Prof. Dr. Ferdinand Piëch. Zu diesem Herrn haben Sie ein besonderes Verhältnis, mit einer besonderen Geschichte. Gibt es da eine Fortsetzung?

Pflaume: Seit er mir, mit einiger Verspätung, meinen Trabant ausgeliefert hat, haben wir uns schon mehrere Male wieder getroffen. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zueinander, von daher freue ich mich sehr auf ihn. Ich schätze ihn für das, was er alles erreicht und geleistet hat. Er hat sich auch besonders um Dresden verdient gemacht.

Gibt es andere Personen, auf die Sie besonders gespannt sind?
Pflaume:
Ich freue mich ganz besonders auf Manfred Krug, den ich bisher noch nicht persönlich kennenlernen durfte. Ich habe aber sehr viele Kindheits- und Jugenderinnerungen an ihn, kenne ihn als Schauspieler und Sänger.

Wird man Sie in nächster Zeit in neuen Sendeformaten im TV sehen?

Pflaume: Ja, ich bin gerade in den Vorbereitungen für meine neue Sendung "Wer weiß denn sowas?" die ab dem 6. Juli täglich im Vorabendprogramm in der ARD ausgestrahlt wird. Das ist ein sehr lustiges und informatives Wissensspiel. Im Herbst wird es auch neue Folgen von "Klein gegen Groß" geben. Zum Ende des Jahres kommt dann noch ein neues Projekt mit dem Namen "Wo bist du?".

Was sind die größten Highlights ihrer Laufbahn?

Pflaume: Da gibt es viele. Zum Beispiel die Moderation des UEFA Cup-Finales 2008 in Manchester oder auch die Gast-Moderation der NDR-Talkshow. Ein ganz wichtiger Punkt in meiner beruflichen Laufbahn war jedoch der Wechsel zur ARD Anfang 2011. Das war ein ganz wichtiger Entwicklungsschritt in meiner Karriere, weil es damit ganz neue Herausforderungen und Möglichkeiten gab.

„Meine Familie ist mir sehr wichtig. Sie ist ein ganz entscheidender Faktor für mich. Ich versuche immer darauf zu achten, dass eine gute Balance zwischen Beruf und Privatleben da ist.“

Foto: C ARD/Thomas Leidig

Was steht bei Ihnen an erster Stelle - Familie oder Beruf?
Pflaume: Meine Familie ist mir sehr wichtig. Sie ist ein ganz entscheidender Faktor für mich. Ich versuche immer darauf zu achten, dass eine gute Balance zwischen Beruf und Privatleben da ist.

Treiben Sie viel Sport?
Pflaume: Ich bin ein sportlicher Mensch und bewege mich ganz gerne. In erster Linie spiele ich Fußball. Um dafür fit zu sein, braucht man auch entsprechende Training. Sowohl Kraft-, als auch Ausdauer- und Fitness-Training. Ich spiele aber auch Tennis, jogge oder betreibe einige Wassersportarten.

Haben Sie einen Lieblingsverein?
Pflaume:
Klar! Bayern München.

Wieso gerade Bayern München?
Pflaume: Ich war schon als Kind in Leipzig ein Bayern-München-Fan. Auch meine Kinder sind Bayern-Fans. Wieso? Man muss es sich nicht unnötig schwer machen im Leben. (lacht)

Was halten Sie als Fußball-Kenner von den Vereinen in der Region?
Pflaume: Dynamo Dresden hat eine sehr lange Tradition und Geschichte. Dies ist ganz wichtig für einen Verein. Nichtsdestotrotz muss man sich auch den modernen Gegebenheiten im Fußball stellen. Ich glaube, es ist ganz wichtig für die Region und ganz Sachsen, dass es hier endlich eine Bundesligamannschaft gibt. Ich hätte also nichts dagegen, wenn Dynamo aufsteigen würde. Ich finde aber auch gut, was RasenballSport Leipzig macht, denn dort wird unter anderem sehr viel in die Jugendförderung investiert und nicht nur in den Profifußball.

Sind Sie ein Gourmet?
Pflaume:
Ich mag gute Hausmannskost. Ein Wiener Schnitzel, Königsberger Klopse oder auch ein gutes Steak... Ich bin schon ein Genießer, allerdings kein Gourmet im klassischen Sinne, der ausgefallen essen muss.

Ihr Name. Kommen da, trotz Ihres Bekanntheitsgrades, immer noch Späße zu ihrem Namen?

Pflaume: Nein. Die Zeiten sind längst vorbei. Bei mir ist es so, dass es eine sehr lange Familientradition gibt und wir schon als Kinder in einem Stolz und Bewusstsein für unseren Namen aufgewachsen sind. Unser Großvater hat schon zu uns gesagt: "Wenn jemand versucht, Späße über euren Namen zu machen, dann sagt, es gibt keinen Witz, der über den Namen noch nicht gemacht wurde.

Gibt es irgendwas, was Sie unseren Lesern gern sagen wollten?

Pflaume:
Ich freue mich sehr auf die Zeit in Dresden. Wenn irgendjemand mich in Dresden treffen oder sehen sollte, dann sagt einfach "Hallo". Ich habe überhaupt nichts dagegen, angesprochen zu werden. Ich bin sehr offen und freue mich über jeden Kontakt.