"Jamaika ist eine Happy Nation" - Jörn Follmer Honorarkonsul für Jamaika

Fotos: PR Jörn Follmer

Schon früh wird der Investmentbanker Jörn Follmer in das Leben der Diplomaten eingeführt. Als Sohn des Honorarkonsuls für Monaco wächst er in die Aufgaben des Landesvertreters hinein.

"Andere werden durch ihre Beziehung zum Entsendestaat in das Amt berufen, bei mir war es die Funktion", erklärt Jörn Follmer. Als er 2010 für das Amt des Honorarkonsuls vorgeschlagen wurde, hatte er Jamaika noch nie bereist. "Die Botschafterin meinte nur, ich solle einfach mal hinfahren", sagt er. Dort hieß es für Jörn Follmer, Kontakt zu den wichtigen Ministern, aber auch zu Vertretern der jamaikanischen Wirtschaft aufzunehmen. "Dann wurde in Deutschland noch das Führungszeugnis geprüft und von der Bayerischen Staatskanzlei das OK gegeben, dass ich regional auch keinen schlechten Ruf habe", beschreibt er den Prozess. Seitdem war er schon fünf Mal im Entsendestaat Jamaika und lernt Land und Leute immer besser kennen."Langsam weiß ich, wie die ticken", sagt Jörn Follmer. Die Mentalität der Menschen sei entscheidend dafür, wie viel Spaß er bei der Tätigkeit hätte. "Jamaika ist eine Happy Nation." Trotz vieler Vorurteile gerade im Bereich des Drogenkonsums sind für ihn die Unterhaltung, der Sport und vor allem der Tourismus die großen Aushängeschilder Jamaikas. "Man denke im Sport nur an Usain Bolt oder an die Musiker Shaggy oder Sean Paul", betont er. Diese trifft er regelmäßig. "Jamaika ist eine Marke", beschreibt er den Kern seiner Aufgabe. Zwar kümmere er sich hauptsächlich um die hier lebenden Jamaikaner, doch sei Werbung für das Land umso wichtiger, da der Tourismus das wichtigste Standbein des Landes sei. Der Empfang in Jamaika ist immer wieder sehr herzlich. "Deutschland ist so wichtig für Jamaika, dass man immer von einem Minister empfangen wird", erklärt Follmer. Keine Selbstverständlichkeit."Das geht natürlich nur bei kleinen Ländern." Doch genau diese Zwergenstaaten sind es die auf die ehrenamtliche Tätigkeit der Honorarkonsule angewiesen sind. "Für diese Länder sind Vertretungen besonders wichtig, aber sie können sich keine Berufsdiplomaten leisten", erklärt Follmer. Vergleichbar sei das Amt des Honorarkonsuls mit einem Hobby, in das viel investiert werde, das aber nicht vergütet wird. "Selbst die Anreise muss ich selber bezahlen", ergänzt er.